Heerbrugg
Geräte wurden immer intelligenter: Leica Geosystems feiert 100-jähriges Jubiläum mit einer Ausstellung

Die Jubiläumsausstellung der Leica Geosystems AG in Heerbrugg öffnete die Türen.

René Jann
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Eugen Voit führte im Optikhus in die Jubiläumsausstellung ein.

Eugen Voit führte im Optikhus in die Jubiläumsausstellung ein.

Bild: René Jann

Am Samstag konnte Eugen Voit im Namen der Leica Geosystems AG im Theoriesaal des Optikhus’ zu den einzelnen Führungen durch die Jubiläumsausstellung «100 Jahre Innovation Heerbrugg» zahlreiche Interessierte willkommen heissen. Mit einem Kurzvideo erläuterte er die Geschichte des vom Vermesser Heinrich Wild gegründeten Unternehmens. Dieser hatte damals namhafte Unterstützung von Robert Helbling, Pionier der Photogrammetrie, und von Jacob Schmidheiny als Geldgeber erhalten. So konnte am heutigen Standort in Heerbrugg am 18.Juni 1921 die heute als Leica Geosystems AG agierende Heinrich Wild, Werkstätte für Feinmechanik und Optik, gegründet werden. Der entsprechende Vertrag kann in der Jubiläumsausstellung besichtigt werden. Die Ausstellung wurde von den aus St.Margrethen stammenden Brüdern Mario und Diego Rohner gestaltet.

Wie Eugen Voit zu verstehen gab, sind heute bei Leica Geosystems rund 1300 Mitarbeitende vorwiegend mit der Entwicklung neuer Geräte beschäftigt. Insgesamt wurden in den vergangenen hundert Jahren über 3000 Lernende zu weit über die Region hinaus gesuchten Fachleuten ausgebildet. Ende der 1980er-Jahre konnte Leica Geosystems die Firma Kern in Aarau übernehmen, die für Heinrich Wild den ersten von ihm 1904 konstruierten und 1905 gebauten Theodoliten ausgeliefert hatte. Dieser ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Voit ging kurz auf die Möglichkeiten der damaligen Winkelvermessung und deren bis heute weiterentwickelten Techniken ein.

Heerbrugg im Brennpunkt des Hightechtals

Jürg Dedual führte die erste Gruppe in die Jubiläumsausstellung. Dabei erklärte er, wie sich das Rheintal mit Heerbrugg im Brennpunkt vom Überschwemmungstal zum Hightech-Valley gewandelt hatte. Gleichzeitig hatte sich die einstige Wild Heerbrugg AG zur Leica Geosystems AG als Werkstätte für Feinmechanik und Optik und damit zur Meisterin der Innovation entwickelt. Geblieben aber ist in all den Jahren die grosse Leidenschaft für die Entwicklung, gepaart mit der grossen Passion für Präzision. Dedual sagt:

«Damit ist das Unternehmen der Zeit stets einen Schritt vorausgeblieben.»

Mit den ausgestellten Büchern und Schriften sind die einzelnen Zeitschritte dokumentiert und mit Gerätschaften aus den Bereichen Nivellierung und Photogrammetrie von einst – sie wurden seit 1917 gesammelt – und heute veranschaulicht. So hat das alte Reisszeug ebenso seinen Platz gefunden wie die erste Flugzeugkamera.

Die hundertjährige Geschichte ist gegliedert in die Themenkreise Menschen, Namen, Ideen und Orte. In fünf Themenkreisen wird die heutige Epoche mit modernster Digitaltechnik im Strassen-, Tunnel-, ja auch im Flugzeug-, Schiffs- und Fahrzeugbau oder für die Stadtentwicklung, gestützt durch die 3D-Technik, veranschaulicht. Angewendet wird sie nicht nur im Baugewerbe um die Ecke, sondern auch beim Geometer, der heute mit GPS-Technik arbeitet, sowie in der Weltraumfahrt. Leica-Scanner sind auch aus der Kriminaltechnik längst nicht mehr wegzudenken.

Ob all dem Gese­henen und Gehörten war am Schluss des interessanten Rundgangs klar, dass die Gerätschaften zwischen dem Theodoliten, der über 50 Jahre Bestand gehabt hatte, und den modernen Messgeräten von heute immer intelligenter und vor allem auch vielseitiger in der Anwendung wurden.

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