Genug Vorräte für drei Wochen: Weshalb sich diese Familie einen Notvorrat angelegt hat

«Kluger Rat, Notvorrat»: Dieses alte Sprichwort des Bundes bekommt heute wieder eine grössere Bedeutung. Sebastian Krause und seine Partnerin Jasmin Kretz gewähren einen Blick in ihren Luftschutzkeller.

Susi Miara
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Sebastian Krause, Jasmin Kretz und ihr Sohn Simon im Luftschutzkeller, wo sie ihre Vorräte lagern.

Sebastian Krause, Jasmin Kretz und ihr Sohn Simon im Luftschutzkeller, wo sie ihre Vorräte lagern.

Bild: Susi Miara

Die Coronakrise führte vielen wieder vor Augen, wie wichtig es ist, mit eigenem Vorrat für den Notfall gerüstet zu sein. Ob bei einem Stromausfall oder anderen Krisensituationen – in solchen Fällen ist es entscheidend, unabhängig und selbstständig für sich sorgen zu können.

Wir wollten wissen, ob auch unsere Leser einen Notvorrat zu Hause haben. Sebastian Krause mit Partnerin Jasmin Kretz gewährten einen Blick in ihren Luftschutzkeller.

Eigenes Gemüse und Obst aus dem Garten

«Nein, wir bereiten uns nicht auf einen Krieg vor», sagt Sebastian Krause. Der 37-jährige Berliner lebt mit seiner Partnerin Jasmin Kretz und dem vierjährigen Sohn Simon in Oberriet, im Haus seiner Schwiegereltern. In ihrem grossen Garten wächst verschiedenes Gemüse wie Zucchetti, Tomaten, Bohnen, Salat und Beeren – und es hat auch Obstbäume; Äpfel, Kirschen und Zwetschgen. Also einiges, um sich eine Zeit lang selbst zu versorgen.

Zudem ist auch der Luftschutzkeller gut mit Lebensmitteln gefüllt. «Mit den Produkten aus der Tiefkühltruhe könnten wir uns sicher drei Wochen versorgen, ohne das Haus zu verlassen», sagt Sebastian Krause.

Dokumentarfilm gab den Anstoss

Was hat das junge Paar dazu bewogen, sich mit Notvorrat einzudecken? «Vor drei Jahren lief im Schweizer Fernsehen der fiktionale Dokumentarfilm «Blackout», sagt Jasmin Kretz. Dieser habe die weitreichenden Konsequenzen eines Stromausfalls gezeigt. «Da wurde mir richtig bewusst, wie wir auf den Strom angewiesen sind», sagt sie. Erst wenn dieser weg ist, erkenne man das Ausmass der Abhängigkeit. Da habe sie sich über die Empfehlungen des Bundes informiert und begonnen, einen Notvorrat anzulegen. Teigwaren, Kaffee, Mehl, Gemüse in Dosen, Kaffeepulver, selbst gemachtes Apfelmus und auch Wein. Früher schon hätten sie bei Aktionen mehr Produkte eingekauft und eingelagert. Jetzt geschieht es gezielter. Wichtig dabei sei der Wasservorrat. Es heisst, dass man 30 Tage ohne Nahrung, aber nur drei Tage ohne Wasser auskommen kann.

Bewusst einkaufen und richtig lagern

«Wir wollen nicht von der Hand in den Mund leben», sagt Sebastian Krause. Mit den Vorräten könne er jederzeit etwas aus dem Keller holen und ein Gericht zubereiten. Ausserdem könne man Geld sparen, wenn man die Produkte zum richtigen Zeitpunkt einkauft.

«Als es anfangs der Coronakrise in den Geschäften kein WC-Papier gab, mussten wir nur lachen, denn wir hatten bereits unseren Vorrat», sagt Jasmin Kretz. Regelmässig kontrolliere sie das Ablaufdatum der Produkte und ersetze sie. Eingekauft wird nicht nach Empfehlung, sondern nach ihren persönlichen Bedürfnissen. «In Krisensituationen würden wir gut durchkommen, ohne gross leiden zu müssen», ist Sebastian Krause überzeugt. Gasflaschen für den Gasgrill und auch eine Gasheizung würden zudem den fehlenden Strom ersetzen.