Generationen im Dialog

In Heerbrugg wurde ein Experiment gewagt: Jugendliche und Erwachsene sassen zusammen und diskutierten am runden Tisch die Möglichkeiten zur Verwirklichung von Kinderwünschen.

Max Pflüger
Drucken
Teilen
Interessante Zusammenarbeit: Jugendliche in der Diskussion mit Erwachsenen. (Bild: Max Pflüger)

Interessante Zusammenarbeit: Jugendliche in der Diskussion mit Erwachsenen. (Bild: Max Pflüger)

HEERBRUGG. Diskutiert wurde im katholischen Pfarreiheim. Eingeladen hatte die Kinder- und Jugendarbeit der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Berneck-Au-Heerbrugg und die offene Jugendarbeit der Politischen Gemeinde Au-Heerbrugg. Am runden Tisch sassen rund zwei Dutzend Jugendliche und die Erwachsenen, die Jugendarbeiter Raffael Sarbach und Alexander Hammel sowie unter anderen Kirchenratspräsident Boris Züst, Gemeindepräsident Stefan Suter, Gemeinderätin Carola Espanhol und Schulleiter Jürg Lutz.

Wege zur Realisation suchen

Auf die Traktandenliste hatten die Jugendlichen ihre Wünsche gesetzt: ein Jugendzentrum oder einen Jugendtreff, eine Rutsche in der Badi Berneck, ein Skaterpark sowie Ausflüge und Events für Kinder und Jugendliche. Ziel der Veranstaltung war es, Lösungs- und Realisierungsmöglichkeiten zu diskutieren und zu finden, Wege anzudenken und die weiteren Schritte bis zur Verwirklichung zu planen.

Einen Einstieg in die Thematik gaben die Jugendlichen mit einer kurzen Theaterszene: «Uns ist langweilig, wir wissen nicht wohin, dagegen wollen wir etwas tun!» Carola Espanhol begrüsste sodann die Anwesenden im Namen der Gemeinde und machte humorvoll und leicht verständlich klar: «Heute sollen Ideen gesammelt und aufgenommen und dann weitere Massnahmen diskutiert werden.» Nicht zuletzt können mit solchen Diskussionsrunden auch junge Menschen für die Politik begeistert und gewonnen werden, meinte Carola Espanhol.

Konkrete Pläne

In vier Gruppen, Jugendliche und Erwachsene gemischt, wurden sodann die vier Themenbereiche diskutiert. Ein kurzer Augenschein zeigte: die Diskussion in allen vier Gruppen wurde von den Jugendlichen hervorragend vorbereitet und gut geführt.

Sehr konkret wurde die Problematik zum Beispiel in der Gruppe «Skaterpark» angegangen. Nachdem man übereinkam, dass die Anlage in einer Halle gebaut werden sollte, fand man bereits auch ein geeignetes Mietobjekt, das von der Gruppe spontan besichtigt wurde. Für einen Jugendtreff fand die Gruppe ein geeignetes, leerstehendes Lokal bei Kirchgemeinde in Heerbrugg.

Hat eine Rutsche in der Badi Berneck überhaupt Platz? Auch diese Frage muss vor Ort geklärt werden. Die Gruppe «Ausflüge und Events» ging an die Planung eines Ausfluges in den Tiroler Erlebnispark «Area 47» und an die Organisation einer Talentshow im Kinotheater Madlen.

Wie weiter?

Gegen Abend wurden die Ideen der vier Gruppen zusammengetragen. Nun geht es darum, die Pläne im Detail konkret werden zu lassen und die Finanzierungsfrage zu lösen, von Spendenaufrufen, einem Schoggiverkauf oder einem Sponsorenlauf war zum Beispiel die Rede.

Für die Jugendlichen ist zu hoffen, dass dann nicht nur diskutiert, sondern auch gehandelt wird. Nicht nur, damit sie ins Tirol können oder eine Half-Pipe für Skater haben: Nur wenn sie mit ihrem Engagement auch etwas erreicht haben, es muss ja nicht gleich auf Anhieb alles sein, sind sie dann wirklich von der Politik begeistert.

Am Samstagabend wurde der Jugendmitwirkungs-Anlass aber vorerst noch einmal gefeiert: Im Pfarreiheim gab es ein gemeinsames Nachtessen und dann waren alle eingeladen: zum Film, ins Spiel-Casino oder in die Disco.

Aktuelle Nachrichten