Gemeinsam stark werden

WIDNAU. Anlässlich der 65. Hauptversammlung des Hauseigentümerverbandes Mittelrheintal warnte Kantonalpräsident Kantonsrat Walter Locher vor der schleichenden Enteignung und rief zur Einheit im HEV auf.

René Jann
Drucken
Teilen
Die Rheintaler HEV-Leitung mit ihren Gästen (v. l.): Kantonsrat Patrick Dürr, Christian Häle, Mike Leuenberger, Kantonsrat und Kantonalpräsident Walter Locher, Susanne Indermaur, Claudia Graf, Mirjam Oehler, Petra Weder, René Hutter und Marco Koeppel. (Bild: René Jann)

Die Rheintaler HEV-Leitung mit ihren Gästen (v. l.): Kantonsrat Patrick Dürr, Christian Häle, Mike Leuenberger, Kantonsrat und Kantonalpräsident Walter Locher, Susanne Indermaur, Claudia Graf, Mirjam Oehler, Petra Weder, René Hutter und Marco Koeppel. (Bild: René Jann)

Im voll besetzten Widebaumsaal des Widnauer Hotels Metropol konnte Präsident Marco Koeppel 333 Personen, darunter 195 Stimmberechtigte, willkommen heissen.

Ohne Gegenstimme wurde das von Aktuar Mike Leuenberger verfasste Protokoll der letztjährigen Hauptversammlung gutgeheissen. Auch der Jahresbericht des Präsidenten fand einhellig Zustimmung. Ein grosser Erfolg sei die gemeinsam mit der Sektion Oberrheintal durchgeführte Exkursion in die Firma Jansen AG, Oberriet, gewesen. Für 2014 stehe eine Besichtigung der neu gebauten Kantonsschule Heerbrugg auf dem Programm.

Erfreulicher Mitgliederzuwachs

Wie Marco Koeppel informierte, ist der HEV Mittelrheintal erneut um 66 Personen auf neu 1735 Mitglieder gewachsen. Trotzdem gelte es, weiter neue Mitglieder zu werben, denn es brauche einen starken Verband, um das Erfolgsmodell Schweiz mit hoher Wertschätzung zu Freiheit, Liberalität und Eigentum erfolgreich zu verteidigen. Der HEV kämpfe auf nationaler, kantonaler wie auch auf kommunaler Ebene für einen starken Mittelstand.

Kassier René Hutter konnte im Kassabericht einen Vorschlag von Fr. 5666.42 ausweisen. Das Vermögen belaufe sich auf Fr. 56 289.82. Das Budget 2014 sehe bei einem Ertrag von 83 150 Franken und Aufwendungen von 82 875 einen Gewinnvortrag von 275 Franken vor. Susanne Indermaur und Edith Schlegel hatten als Revisorinnen die gewissenhafte Arbeit des Kassiers und des gesamten des Vorstands überprüft und forderten in globo Zustimmung. Dem Vorstand wurde mit Applaus Entlastung erteilt. Der Jahresbeitrag (48 Franken Einfamilienhaus und Eigentümer bis sechs Wohnungen bzw. 70 Franken Eigentümer mit über sechs Wohnungen) wurde auf bisheriger Höhe belassen.

Ohne Diskussion passierte auch das Traktandum Wahlen. Für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren wurden einstimmig gewählt: Mirjam Oehler, Rechtsdienst und Anlässe, Heerbrugg; Christian Häle, Sekretär, Diepoldsau; Mike Leuenberger, Aktuar, Berneck; René Hutter, Kassier, Widnau, sowie Marco Koeppel, Widnau, Präsident.

Hochwasserschutz

Vor einem Jahr wurde dem Vorstand der Auftrag erteilt, sich auch für den Hochwasserschutz an Rhein und Kanal einzusetzen. Das Projekt Rhesi, erklärte Marco Koeppel, sei massiv am Laufen. Die Jahre 2013 und 2014 seien ganz im Zeichen der Begleitplanungen für die Trinkwasserversorgung gestanden. Bis Ende 2014 sollen alle wichtigen Grundlagen erarbeitet sein. Zurzeit seien 100 Kernbohrungen und 400 Rammsondierungen im Gange. 2015 werde es eine Vernehmlassung geben. Beim Rheintaler Binnenkanal habe die Senkung des Wasserspiegels höchste Priorität. Hierfür sehe die Planung einen Hochwasser-Rückhalteraum mit einem Drosselwerk bei den Drei Brücken vor. Gleichzeitig soll bei den Drei Brücken die Durchflusskapazität erhöht werden. Zurzeit werde die Bodenbeschaffenheit geprüft. Als Sofortmassnahme seien im Kostenaufwand von 1,6 Millionen Franken die Auflandungen des Kanalbords abgetragen und ein Notfallkonzept erstellt worden. Die Gemeinde Widnau organisiere im Mai zu diesem Thema einen Informationsabend.

Erstmals im Rheintal

HEV-Kantonalpräsident Kantonsrat Walter Locher deutete bei seinem ersten Besuch im Rheintal auf Wolken am Himmel hin. Häuser seien kein Gold mehr, denn die Politik greife immer stärker ins Eigentum ein. Darob werde die Raumplanung immer mehr zur Sache für Planer, Bürokraten und Juristen. Die neue Mietrechtsverordnung werde zur Formularfalle für die Vermieter. Mit der obligatorischen Erdbebenversicherung gebe es zudem eine neue Steuer. Für den HEV seien gesunde Finanzen im Kanton von grosser Wichtigkeit, um gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und für Private zu schaffen. So engagiere sich der HEV mit 28 050 Mitgliedern auch für die Entlastung der Haus- und Grundeigentümer. Bis zum 100-Jahr-Jubiläum 2016 setze man sich zum Ziel, 30 000 Mitglieder zu haben, um den Kampf gegen die schleichende Enteignung aufnehmen zu können.

Tradition und Innovation

Claudia Graf, Geschäftsführerin der Brauerei Sonnenbräu AG, Rebstein, gab zu verstehen, dass der Mix von Innovation und Tradition nach wie vor ein Garant für den Erfolg sei. Die von ihrem Ur-Urgrossvater gegründete Brauerei könne mittlerweile auf 120 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Im Umfeld von einst 30 Brauereien sei die Sonnenbräu stetig gewachsen. «Innovation schafft Mehrwert», vertrat die junge Geschäftsfrau, die sowohl kunden- als auch geschäftsorientiert immer wieder mit neuen Produkten am Markt aufwartet. «Man darf keine Angst davor haben, Neues zu wagen», vertrat sie und wies darauf hin, dass am 1. Mai, am Tag der Arbeit, um 17.30 Uhr an der Brauereirampe mit einem kleinen Event wieder ein neues Bier vorgestellt werde.

Bei Speis und Trank sorgten der Musikus Andy Loser und der Kabarettist Markus Linder für beste Unterhaltung.

Aktuelle Nachrichten