Diepoldsauer Gemeindepräsident im Kreuzverhör

Am Montagabend lud die FDP-Ortspartei zu einer Fragerunde mit Roland Wälter ein. Michael Jäger stellte ihm Fragen rund um die Zentrumsgestaltung, das Zentrum Rheinauen und die Ersatzverwaltung.

Benjamin Schmid
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Michael Jäger stellte Roland Wälter kritische Fragen zu den Amtsgeschäften. (Bild: Benjamin Schmid)

Michael Jäger stellte Roland Wälter kritische Fragen zu den Amtsgeschäften. (Bild: Benjamin Schmid)

Es versprach ein Abend mit brisanten Fragestellungen und informativen Antworten zu werden. Doch auf das Thema, das in jüngster Vergangenheit den meisten Gesprächsstoff lieferte, nämlich die Ersatzverwaltung, konnte aus Rücksicht auf laufende Verfahren nicht vertieft eingegangen werden. Trotzdem entwickelte sich ein munterer Dialog, bei dem verschiedene Bauvorhaben der Gemeinde kritisch beleuchtet wurden.

Nicht mit so viel Zustimmung gerechnet

Angesprochen auf die drei wichtigsten Geschäfte der letzten zwölf Monate, erwiderte Gemeindepräsident Roland Wälter: «Der Begegnungsort für Generationen im Zentrum Rheinauen, die Weiterentwicklung der Zentrumsgestaltung und die Ersatzverwaltung durch die Gemeinde Eggersriet.» Für nicht minder wichtig erachtete Roland Wälter die Netzstrategie mittleres Rheintal, den Umzug des Werkhofs sowie die Eindämmung des Litteringproblems am Alten Rhein.

«Ich war von einem Ja an der Urne überzeugt», sagte Roland Wälter, «dass aber beinahe 90 Prozent der Bevölkerung für das Generationenprojekt im Zentrum Rheinauen stimmten, überraschte und freute mich gleichermassen.» Das sich selbsttragende Projekt mit beinahe einer Verdoppelung der Plätze sei nötig, weil alle Diepoldsauerinnen und Diepoldsauer im Dorf betreut werden sollen und sowohl das betreute Wohnen im Alter als auch der Demenzbereich ausgebaut werden müssen. Die Integration zusätzlicher Angebote wie Kinderkrippe. Ludothek, Arztpraxis und Spitex bietet die Chance, das Zentrum noch stärker für die Bevölkerung zu öffnen und den Dialog zwischen den Generationen zu fördern.

Viel Geld für Lebendigkeit

Mit der Zentrumsgestaltung soll nicht nur der Dorfkern gestärkt und mit Leben gefüllt, sondern auch die Sicherheit für Velofahrer und Fussgänger deutlich erhöht werden. «In einem ersten Schritt sollen die Tiefgarage und die Bushaltestelle Süd erstellt werden, danach geht es in die Planung, welche Möglichkeiten es mit dem Freihof und der Kessler-Liegenschaft gibt», sagte der Gemeindepräsident. Ziel sei es, den Dorfplatz verkehrsfrei zu gestalten, die Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und Platz zu schaffen. Dabei dürften das lokale Gewerbe und die Gastronomie nicht vernachlässigt werden, sonst bleibe die Lebendigkeit auf der Strecke. Man sei auf dem richtigen Weg. Die Tiefgarage und das neue Verkehrsleitsystem sowie die breitesten Fahrradstreifen im Kanton tragen ihren Teil zu einem lebendigen und sicheren Zentrum bei, ist Roland Wälter überzeugt.

Gesetz schreibt Ersatzverwaltung vor

Mitte Januar hat die Politische Gemeinde Diepoldsau beim Departement des Innern die Einsetzung einer Ersatzverwaltung für die Beschlussfassung über die Einsprachen gegen ein Baugesuch, den Teilzonenplan und die Teilrevision von Baureglement und Zonenplan beantragt. «Weil insgesamt fünf von sieben Mitgliedern des Gemeinderates in den Ausstand treten mussten, war der Gemeinderat für die Behandlung der Einsprachen nicht mehr beschlussfähig», erklärte der Gemeindepräsident. Weil es sich einerseits um ein laufendes Verfahren handelt und andererseits die Entscheidungsbefugnis bei Eggersriet liegt, könne er nicht mehr preisgeben.

Mobiles WC gegen Wildpinkler

Von Juni bis August testet die Gemeinde ein mobiles WC am oberen Weg im Maz. Zudem habe der Gemeinderat auf Antrag der Naturschutzkommission die Anschaffung von zwei Glassammelbehältern für den Alten Rhein beschlossen.

«Damit möchte man das Problem mit Wildpinklern und Littering bekämpfen», sagte Roland Wälter, «am Ende der Badesaison wird der Gemeinderat zusammen mit der Naturschutzkommission über das weitere Vorgehen entscheiden.»

Voraussichtlich 2020 kommt es zu einigen Veränderungen im Gemeinderat. Damit nicht alle Räte gleichzeitig zurücktreten, habe man sich in der Strategieplanung 2016 zu einer kontinuierlichen Ablösung der Gemeinderäte entschieden. «Ich habe Vertrauen in die Ortsparteien, dass diese gute Kandidatinnen und Kandidaten nominieren», sagte der Gemeindepräsident.

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