Gemeinde sucht Nähe zu Vereinen

Der Gemeinderat Widnau will wissen, was den Vereinen im Dorf wichtig ist und möchte eine Anlaufstelle gründen.

Hildegard Bickel
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Die geplante Arbeitsgruppe von Gemeinderat und Vereinen kommt nicht so recht ins Rollen. Bisher zögerten die Vereine und haben noch keine Vertreter für die Gruppe bestimmt. Bild: Susi Miara
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Die geplante Arbeitsgruppe von Gemeinderat und Vereinen kommt nicht so recht ins Rollen. Bisher zögerten die Vereine und haben noch keine Vertreter für die Gruppe bestimmt. Bild: Susi Miara

Die geplante Arbeitsgruppe von Gemeinderat und Vereinen kommt nicht so recht ins Rollen. Bisher zögerten die Vereine und haben noch keine Vertreter für die Gruppe bestimmt. Bild: Susi Miara

Man soll nicht nur dann zusammenkommen, wenn man etwas voneinander will. Das ist der Hintergrund der neu zu schaffenden Anlaufstelle für Vereine und Veranstalter. «Es ist ein grosses Bedürfnis, sich gegen­seitig auszusprechen», sagt Gemeinderat Werner Barmettler.

Das sei spürbar gewesen, als es letztes Jahr Unruhe gab betreffend der Ruheverordnung, um welche Zeit ein Fest zu enden habe. Der Gemeinderat sah sich bestätigt und beschloss einstimmig, eine zentrale Anlaufstelle zu schaffen. Alle sieben Ratsmitglieder gehören selber einem Verein an. Ihnen ist bewusst, dass Freizeit und Gesellschaft Themen sind, die bewegen. «Wir brauchen die Vereine und die Vereine brauchen die Gemeinde», sagt Barmettler.

Konzept mit Arbeitsgruppen liegt vor

Die Anlaufstelle soll dazu dienen, Befindlichkeiten auszutauschen, Anliegen einzubringen, Konflikte zu vermeiden oder zu klären und um die gegenseitige Wertschätzung zu fördern. Der Gemeinderat sieht ein Konzept vor mit zwei Gruppen vor: Gruppe A bilden Vereine, die die Sportanlagen Aegeten nutzen. Gruppe B besteht aus Vereinen/Vereinigungen, die bei Veranstaltungen eine tragende Rolle spielen. Je ein Vertreter der Gruppen A und B ist Teil der Arbeitsgruppe Freizeit und Sport, wie auch zwei Mitglieder des Gemeinderates – Yvette Werner und Werner Barmettler, Präsident der Arbeitsgruppe – und die Gemeindepräsidentin Christa Köppel. Das Sekretariat übernimmt die Gemeinderatskanzlei.

Vereine halten sich zurück

«Grundsätzlich begrüssen wir die Zusammenarbeit und sind gesprächsbereit», sagt Sabine de la Poza, Präsidentin des Eislaufvereins Mittelrheintal EVM. Doch sie sieht auch die mögliche Belastung hinter der neuen Anlaufstelle. Die vertretende Person einer Gruppe müsse zahlreiche Interessen bündeln. Mehr Kompetenzen mit zwei Vertretern wäre gewünscht. Deshalb sei noch kein Vertreter bestimmt worden. Auch die anderen Vereine hielten sich bislang zurück.

Der Brief des Gemeinderates mit der Aufforderung, einen Vertreter für die Arbeitsgruppe zu bestimmen, löste im Mai kaum ein Echo aus. Einzig der Musikverein meldete sich. Werner Barmettler will weder hinterfragen, wieso die Vereine sich zurückhielten, noch sei er befremdet von deren Verhalten. Er meint stattdessen, das Schreiben könnte zu wenig deutlich zur Mitarbeit aufgefordert haben.

Zweiter Anlauf mit einer Einladung

Es folgte ein weiterer Brief, der zu einem Informationsanlass Mitte August einlädt. Dann möchte der Gemeinderat den Vereinsvertretern seine Überlegungen und das Konzept detailliert vorstellen. Werner Barmettler geht davon aus, dass die Vereine darauf reagieren und eine Person an den Anlass schicken. «Wir wissen nicht, wohin die Reise geht», sagt er. «Die Arbeitsgruppe ist kein fertiges Produkt, wir erschaffen es gemeinsam.» Er ist im Namen des Gemeinderates der Überzeugung, ein gutes Gefäss für eine Zusammenarbeit zwischen privaten Vereinsinteressen, den Interessen der politischen Gemeinde und dem Sportzentrum Aegeten zu schaffen.