Gemächlicheres Vorgehen bei den US-Leitzinsen zu erwarten

Der Druck auf die US-Notenbank, mit einer weiteren Leitzinserhöhung nachzulegen, lässt nach. Der Ölpreiskollaps spricht dafür, dass die Teuerungsprognosen nach unten korrigiert werden müssen.

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Der Druck auf die US-Notenbank, mit einer weiteren Leitzinserhöhung nachzulegen, lässt nach. Der Ölpreiskollaps spricht dafür, dass die Teuerungsprognosen nach unten korrigiert werden müssen. Das günstige Rohöl drückt nicht nur auf die Konsumentenpreise, sondern über niedrigere Beschaffungskosten auch auf die Produzentenpreise. Steigen die Leitzinsen in den USA langsamer als erwartet, ändern sich die Voraussetzungen an den Finanzmärkten.

Mitte Dezember war es endlich so weit: Die US-Notenbank erhöhte das Zielband für die Leitzinsen. Anstatt einer Bandbreite von 0 bis 0,25 Prozent gilt seither eine Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Mehrmals wurde der Entscheid quasi in letzter Minute aufgeschoben. Das nicht ohne Grund, könnte die Leitzinserhöhung in den USA doch das Ende der Niedrigzinsen einläuten. An den Finanzmärkten wurde der Zinsentscheid begrüsst und als ein Vertrauensbeweis der Notenbankverantwortlichen in die wirtschaftliche Stärke der USA ausgelegt.

Seit Mitte Dezember hat der Ölpreis allerdings noch einmal deutlich nachgegeben. Zusätzlich zum direkten Effekt rückläufiger Energiepreise sollten niedrigere Beschaffungskosten der Unternehmen ein Anziehen der unterliegenden Inflation zu verhindern wissen. Mit anderen Worten: Der Preisrückgang beim Rohöl drückt nicht nur auf die Konsumentenpreise, sondern auch auf die Produzentenpreise.

Anlässlich des Treffens des Offenmarktausschusses vom März wird die US-Notenbank ihre vierteljährlichen Teuerungsprognosen vermutlich wiederholt deutlich nach unten korrigieren müssen. Innerhalb weniger Wochen ist die rechnerische Wahrscheinlichkeit eines zweiten Zinsschritts bei der übernächsten Sitzung im März von 50 auf nur noch 20 Prozent gefallen. Damit sind weitere Leitzinserhöhungen in den USA zwar nicht vom Tisch, aber zumindest vertagt. Das wiederum verspricht den Aktien- und Anleihenmärkten vorläufig eine gewisse Entlastung.

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