Gelungener Start ins Jubiläumsjahr der Musikgesellschaft Thal

Die MG Thal feiert ihr 150-jähriges Bestehen mit drei Konzerten. Premiere war das Eröffnungskonzert am Sonntag.

Gerhard Huber
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Die Musikgesellschaft Thal feierte mit ihrem Eröffnungskonzert einen gelungenen Auftakt ins Jubiläumsjahr.

Die Musikgesellschaft Thal feierte mit ihrem Eröffnungskonzert einen gelungenen Auftakt ins Jubiläumsjahr.

Bild: Ulrike Huber

Jedem, der in diesem Jahr durch das Zentrum von Thal fährt, fällt sie sofort auf: die Plastik, die Bildhauer Simon Weber anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der Musikgesellschaft Thal gestaltet und die Ortsgemeinde Thal gestiftet hat. Die Besucher des Eröffnungskonzerts konnten dieses Kunstwerk auf ihrem Weg zum folgenden Jubiläumsapéro gebührend bewundern, bevor sie den Grussworten von Kreismusikverbandspräsidentin Verena Federli lauschten: «Musik erhält jung. Denn auch der MG Thal hört man ihr Alter nicht an.» Wovon sich das Publikum in der voll besetzten Thaler Kirche zuvor ein Bild machen konnte, als die Musiker unter der eloquenten Leitung von Dirigent Adrian Stirnimann ein Konzertprogramm, das grossen Bezug zum Gründungsjahr 1870 hatte, frisch und jung intonierten.

Fanfarenhaft mit lyrischen Zwischenstücken

So fanden 1870 im Panathi­naikon-Stadion in Athen die «Olympien» statt, eine den antiken Olympischen Spielen nachempfundene Sportveranstaltung, gleichzeitig Vorgängerin der 1896 erstmals ausgetragenen modernen Olympischen Spiele. Grund genug für die Musikgesellschaft Thal, das Jubiläumsjahr mit «The Olympic Spirit» des grossen Filmkomponisten John Williams zu eröffnen. Eine Hymne an Olympia, die Williams für die Spiele 1988 in Seoul komponiert hatte. Ein ideales Intro für ein Konzert, fanfarenhaft mit lyrischen Zwischenstücken und bestens geeignet, die Zuhörer neugierig auf die weiteren Programmpunkte zu machen. Wie etwa auf den Walzer «Gold und Silber» des ungarischen Operetten­königs Franz Lehár. Leicht, lebendig, ja geradezu schwerelos flatterte die Melodie durch das Thaler Kirchenschiff wie Schmetterlinge über eine Blumenwiese. Da konnten auch einige unsaubere Töne aus dem Klarinettenregister den überzeugend positiven Eindruck des Orchesters nicht trüben.

Die Beziehung zum Jubiläum der Musikgesellschaft Thal? Komponist Franz Lehár wurde 1870 geboren.

Musik aus dem «Wilden Westen»

Regelmässig bilden die Wett­bewerbsstücke der Rheintaler Blasmusiken die Höhepunkte der im ersten Halbjahr stattfindenden Konzerte. So auch in Thal. Gemeinsam mit den Musikerkollegen aus Rheineck wird man beim Kreismusiktag mit dem Stück «Oregon» des niederländischen Komponisten Jacob De Haan antreten. Programmmusik, mit der De Haan die Zuhörer auf eine abenteuerliche Zugfahrt durch die faszinierende Landschaft dieses am Pazifik gelegenen US-Bundesstaates entführt.

Ein Land, das zur Gründungszeit der Thaler Blasmusik dem so genannten «Wilden Westen» angehörte. Den Musikern gelang es, die Zuhörer auf diese Reise mit ihren Versatzstücken aus der Filmmusik alter Westernfilme, Rockrhythmen und melodiösen Passagen mitzunehmen. Einen kräftigen Sonderapplaus gab es für den jungen Nico Grab und sein faszinierend einfühlsames Solo auf dem Euphonium im bekannt-beliebten Volkslied «Luegid vo Bärg und Tal» des Schweizer Kompo­nisten Ferdinand Fürchtegott Huber.

Ein weiterer Höhepunkt war eine nicht im Programm des Eröffnungskonzerts angekündigte Überraschung. Denn Dirigent Adrian Stirnimann hat extra zum Jubiläum seiner Musikgesellschaft einen neuen Marsch komponiert, der zur Uraufführung gelangte. Ein forsches, fröhliches Stück Musik. Das mit Sicherheit auch bei den beiden weiteren Konzerten, mit denen die Thaler Musiker ihr Jubiläum feiern werden, zur Aufführung kommen wird. «Wir freuen uns schon alle auf das Sommernachtskonzert vor dem Rathaus am 19. Juni und das Konzert in der Kirche am 13. Dezember», präzisierte MG-Präsident Roman Büsser die weiteren Jubiläumsaktivitäten. Das ganze Jahr über gibt es zudem bei der Bäckerei Künzler das «Musikbrot» zu kaufen, bei dem jeweils fünfzig Rappen an die Jugendförderung des Vereins gehen.