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Gelernt, mit dem Rhein zu leben

Viel geschlafen hat Sabine Kühnis in der Nacht auf Freitag nicht. Trotz Hochwasser-Sperren fand das Wasser des Rheins den Weg in ihren Keller. Angst habe sie keine gehabt. Trotzdem war die Aufregung gross. Sie wollte so viel wie möglich retten.
Susi Miara
Sabine Kühnis bleibt nichts anderes übrig, als zuzuschauen, wie das Wasser in ihren Keller eindringt. (Bild: Susi Miara)

Sabine Kühnis bleibt nichts anderes übrig, als zuzuschauen, wie das Wasser in ihren Keller eindringt. (Bild: Susi Miara)

WIDNAU. Sabine Kühnis wohnt seit 14 Jahren im ehemaligen Zollgebäude, gleich neben der Wiesenrainbrücke. Bereits zum zweiten Mal wurde in dieser Zeit ihr Keller überschwemmt. Trotzdem möchte sie nicht wegziehen. «Ich bin in Lustenau am Rhein aufgewachsen», sagt Sabine Kühnis. Ihr Vater sei Rheinholzer gewesen und sie habe gelernt, mit dem Rhein und dem Hochwasser zu leben. «Würde der Rhein jedes Jahr mein Haus überschwemmen, müsste ich mir überlegen, ob ich nicht weiter weg vom Wasser wohnen möchte», sagt Sabine Kühnis.

Bereits am Donnerstagvormittag habe sie gespürt, dass der Rhein über die Ufer treten könnte. Sie habe angefangen, den Keller zu räumen. Am Nachmittag wurde ihr Sohn von der Feuerwehr aufgefordert, die Hochwasser-Sperren zu montieren. Diese wurden 1999 angeschafft. Bei der Überschwemmung stand damals das Wasser im Keller 80 Zentimeter hoch. Eigentlich hätte Sabine Kühnis bis 23 Uhr arbeiten müssen. «Ich bin um 20.30 Uhr nach Hause. Ich fühlte, dass da noch etwas auf mich zukommt», sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Sohn habe sie dann den Keller geräumt. Bis ein Uhr früh. Dann sei sie mit den Kleidern ins Bett. Um 3.30 Uhr sei sie wieder aufgewacht und sofort raus auf die Brücke gelaufen, um die Situation zu kontrollieren. «Da war das halbe Rheinvorland geflutet», sagt Sabine Kühnis. Ans Schlafen war nicht mehr zu denken. Sie konnte nur noch zuschauen, wie das Wasser immer höher stieg und schliesslich trotz der Hochwasser-Sperren in den Keller eindrang. Um fünf Uhr habe sie die Feuerwehr angerufen. Diese brachten umgehend Sandsäcke und Wasserpumpen. «Obwohl die Hochwasser-Sperren nicht dicht hielten, konnten wir auch dank der drei Pumpen einiges retten.» Der Gemüsegarten wurde aber ganz zerstört. «Vor einem Monat habe ich einen Kiwi-Baum gepflanzt», sagt Sabine Kühnis. «Der ist jetzt auch hin.» Jetzt schon fürchtet sie sich vor dem Aufräumen. Den Schlamm bringt man nur schlecht wieder weg. «Wir haben aber viele Freunde, die uns helfen.»

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