Geld für Kultur und Freizeit

Setzt die Ortsgemeinde genügend Mittel für gemeinnützige und kulturelle Aufgaben im öffentlichen Interesse ein? Dies war eines der Themen an der gestrigen Ortsbürgerversammlung.

Susi Miara
Merken
Drucken
Teilen
Pächterwechsel im Gasthaus am Rohr (von links): Judith Spirig (Ortsverwaltungsrat), Judith Wiener (neue Pächterin), Gebhard und Edith Heule (scheidende Pächter), Alexandra Tirler (neue Pächterin) und Karl Köppel (Ortspräsident). (Bild: pd)

Pächterwechsel im Gasthaus am Rohr (von links): Judith Spirig (Ortsverwaltungsrat), Judith Wiener (neue Pächterin), Gebhard und Edith Heule (scheidende Pächter), Alexandra Tirler (neue Pächterin) und Karl Köppel (Ortspräsident). (Bild: pd)

widnau. Ortspräsident Karl Köppel konnte auch dieses Jahr eine gut besuchte Ortsbürgerversammlung speditiv abwickeln. Nachdem er kurz über verschiedene Geschäfte und Aktivitäten informierte, ging er ausführlich auf ein brisantes Thema ein. Gemäss dem Leitbild erbringt die Ortsgemeinde Widnau soziale, kulturelle und gemeinnützige Leistungen zugunsten der ganzen Dorfbevölkerung. Aber erfüllt die Ortsgemeinde Widnau mit ihren Mitteln die durch die St. Galler Kantonsverfassung definierten Leistungen? Ortspräsident Karl Köppel ist überzeugt: «Mit dem Budgetvolumen von insgesamt 224 000 Franken an öffentlichen Beiträgen für das Jahr 2011 kann die Ortsgemeinde Widnau diese Frage mit Ja beantworten.» Zur Präzision des verfassungsrechtlichen Auftrages sei auf Kantonsebene zwischen dem Verband St. Galler Ortsgemeinden und dem Amt für Gemeinden versucht worden, eine für die Regierung akzeptable Umsetzungslösung zu finden. Ziel soll sein, mehr Transparenz in die gemeinnützige Umsetzung dieses Gesetzesauftrages zu bringen. Die Regierung will in einer Pilotphase, die während zwei Jahren ab 1. Januar 2011 läuft, den Aufgabenkatalog und die Finanzierung der öffentlichen Aufgaben der Ortsgemeinden im Sinne einer Empfehlung einem Test unterziehen. Diese Empfehlung basiert auf einer jährlichen Mittelinvestition in der Grössenordnung von zwei Prozent des Nettovermögens. «Die Ortsgemeinden als autonome Korporationen unterstützen mit ihren Mitteln gerne die Allgemeinheit», betonte Köppel. Diese prozentual festgelegten öffentlichen Leistungsbeiträge dürfen aber nicht dazu führen, die Vermögenslage der Ortsgemeinden auszuhöhlen, bzw. ihre Existenzen zu gefährden.

Bildung, Kultur, Freizeit

Die Jahresrechnung 2010 schliesst mit einem Vorschlag von 37 179 Franken, um rund 4650 Franken besser als budgetiert ab. Das Budget 2011 rechnet mit einem Rückschlag von 13 750 Franken. Den Ausgaben von 477 450 Franken steht ein Ertrag von 463 700 Franken gegenüber. Gemäss Empfehlungen des Amtes für Gemeinden hat sich der Rat entschieden, das Budget entsprechend dem Leistungsauftrag auszurichten. Zusammen mit öffentlichen Anlässen ist eine Gesamtsumme von 162 000 für kulturelle Zwecke in der Dorfgemeinschaft vorgesehen.

Neue Pächter

Der Pächterwechsel im Gasthaus am Rohr war ein weiteres Thema des Ortspräsidenten. Am 1. April werden Judith Wiener und Alexandra Tirler den Betrieb übernehmen. Auf vielseitigen Wunsch aus der Bevölkerung hat der Ortsverwaltungsrat ausserdem die Aktion «Widnauer Fahnen» organisiert. Nach der Genehmigung der Traktanden konnte man bald zum gesellschaftlichen Teil übergehen. Die Mitglieder des FC Widnau servierten das Nachtessen, Siglinde Fitz aus Lustenau überraschte mit Anekdoten und Gedichten in urchigem Dialekt und das Trio Sapperlot sorgte für musikalische Unterhaltung.