Geld für Kino, Torkel und Theater

Aus dem Lotteriefonds sollen das Kinotheater Madlen, das Mummenschanz-Theater, ein Theaterprojekt in Diepoldsau, ein Haus in Thal (früheres Gasthaus «Kreuz») und der Torkel in St. Margrethen Beiträge erhalten.

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RHEINTAL. Über die Vergabe entscheidet der Kantonsrat. Die Anträge sind im Bericht der Regierung beschrieben. Ins St. Galler Rheintal sollen fünf Beiträge fliessen.

Für das Heerbrugger Kinotheater Madlen ist ein Unterstützungsbeitrag von 100 000 Franken vorgesehen. Das Mehrspartenhaus mit reichhaltigen Angeboten (u. a. Film, Kleinkunst, Musik) gilt als wichtige Kulturinstitution im Rheintal. Der Kanton unterstützt das «Madlen» gemeinsam mit der Rheintaler Kulturstiftung mit Leistungsvereinbarungen.

Geld für zweiten Saal

Aus dem Lotteriefonds soll das Heerbrugger Kulturhaus den genannten Betrag für seinen zweiten Kinosaal erhalten. Dieser Saal ist am Entstehen, der Anbau schon gut erkennbar. Ein zweiter Kinosaal ermöglicht es dem Kinotheater, den Fokus auch auf Arthouse-Filme, Opernübertragungen, Kinderfilme und spezielle Schweizer Produktionen zu legen.

Ein zweiter Kinosaal bedeutet mehr Unabhängigkeit gegenüber Blockbuster-Filmen, die oft nur verliehen werden, wenn sie drei Wochen oder länger im Programm bleiben.

Mummenschanz neu unterwegs

30 000 Franken sind für das Altstätter Theater Mummenschanz vorgesehen. Die Mummenschanz-Stiftung hat ihren Sitz seit 15 Jahren in Altstätten, ebenso sind hier die Ateliers und die Probebühne. In den Jahren 2009 und 2010 sind Verluste von insgesamt rund 1,4 Mio. Franken aufgelaufen. In den letzten Jahren wurden sie zwar abgebaut, die Finanzlage sei aber nach wie vor angespannt, ist im Bericht der Regierung zu lesen. Das neue Programm könne aus eigener Kraft nicht finanziert werden. Mit dem Beitrag aus dem Lotteriefonds gedenkt die Regierung den Generationenwechsel bei Mummenschanz zu unterstützen (nur Floriana Frassetto ist von den Gründungsmitgliedern noch dabei) und den Generationenwechsel zu honorieren.

Diepoldsauer Theater

15 000 Franken sind zur Unterstützung eines Freilichttheaters im Diepoldsauer Dialekt vorgesehen. Das lokalhistorische Stück über den Diepoldsauer Rheindurchstich von 1923 wird im Spätsommer aufgeführt. Das Organisationskomitee budgetiert Gesamtkosten von 185 000 Franken, alle Mitwirkenden arbeiten ehrenamtlich. Die Gemeinde Diepoldsau-Schmitter und die Rheintaler Kulturstiftung haben bereits je 10 000 Franken gesprochen.

Torkel nutzen

Fast eine halbe Million Franken kostet der Ausbau des St. Margrether Torkels im Romenschwanden zu einem Versammlungsraum für verschiedenste Anlässe. Bislang war das wertvolle Ökonomiegebäude, das unter Schutz steht, nur noch als Einstell- und Lagerraum «unternutzt» worden. Aus dem Lottofonds soll dieses Projekt mit 53 500 Franken unterstützt werden.

Einstiges «Kreuz» renovieren

Für die Renovation des Hauses am Kirchplatz 1 in Thal (früheres Gasthaus Kreuz) ist ein Unterstützungsbeitrag von 107 500 Franken aus dem Lotteriefonds beantragt. Die «stilistisch zwischen Spätbarock und Frühklassizismus angesiedelte Fabrikantenvilla mit appenzellischen Einflüssen hat eine würfelförmige Kubatur, einen eleganten Mansardquergiebel auf drei Seiten sowie einen Balkon über vier toskanischen Säulen», wie der Bericht der Regierung das Haus beschreibt. Von 1856 bis 1957 war das Gebäude als Gasthaus Kreuz bekannt. (gb)