Geistertraining in den Vereinen: Die Rheintaler Sportplätze bleiben wegen der Corona-Krise ungenutzt

Die Sportplätze sind gesperrt, die Hallen geschlossen. Die Sportvereine beugen sich dem Coronavirus und sind zur Pause verdonnert.

Yves Solenthaler
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Dieses Bild stammt vom Rebsteiner Fussballplatz – die Aufschrift des Schildes gilt jedoch auch für alle anderen.

Dieses Bild stammt vom Rebsteiner Fussballplatz – die Aufschrift des Schildes gilt jedoch auch für alle anderen.

Bild: Remo Zollinger

Der Kantönligeist in der Sportwelt ist die Verbände-Kakophonie. Bis zum vollständigen Verbot des Betriebs näherte man sich darum in von Sportart zu Sportart unterschiedlichen Stufen an.

Seit letztem Freitag ist der Trainingsbetrieb in den Vereinen vollständig eingestellt. Spätestens seit Dienstag dürfen auch keine Unbelehrbaren mehr auf den Sportplätzen kicken, die Plätze sind gesperrt.

Die Unihockeyaner von den Rheintal Gators und der Schlittschuhclub Rheintal haben ihre Saison noch beenden können, die Eishockeyaner am Schluss mit einem Geisterspiel in Grüsch, die Gators gleichzeitig vor 450 Zuschauern. Betroffen sind dagegen die Unihockeyaner von Heiden, deren Aufstiegsplayoffs 2./3. Liga abgesagt wurden.

Allein Joggen und Biken ist noch möglich

Der HC Rheintal spielte vor zehn Tagen noch vor Publikum, mittlerweile ist die Handballsaison aber abgebrochen. «Zuerst planten wir weiter wöchentliche Trainings für die Aktivteams», so HCR-Präsident Marc Schwarber. Aber jetzt sind alle Hallen geschlossen, gemeinsame Aktivitäten ohnehin ausgeschlossen.

«Die Spieler halten sich mit Joggen fit.» Das sagen auch andere Vereinspräsidenten wie die Fussballer Ernst Graf (FC Au- Berneck), Patrick Zäch (Montlingen) und Kuno Jocham (FC Widnau). Als einzige Alternative zur Isolation wird Joggen so vielleicht sogar für Ballsportler attraktiv.

Möglich bleibt diese Trainingsform – wie das Biken – aber nur, solange nicht wie in Italien oder Spanien eine Ausgangssperre verhängt wird. «Social Distancing» ist aber schon jetzt das Gebot für Freiluftsportler. Auch der Radfahrerverein Altenrhein hat deshalb alle Vereinstrainings abgesagt. «Individuelles Velofahren ist noch möglich», sagt RVA-Präsident Markus Gähwiler.

Altpapiersammlung und Bikerennen abgesagt

Das Vereinsleben steht still, mindestens bis Ende April. Die Vereine bringen Verständnis auf für die Massnahmen, aber sie sind von ihnen betroffen. Der FC Widnau hätte in der Zeit des Stillstands sieben Heimspiele gehabt, am letzten Sonntag bei Prachtwetter den Heimauftakt gegen Bazenheid.

Das grosse Nachwuchsturnier vom nächsten Wochenende fällt ebenso aus wie in Thal das Bikerennen, das auf Ende April geplant war. Und der FC Montlingen sagt die Papiersammlung vom Samstag ab. «Altpapier verdirbt ja nicht – die Gesundheit ist wichtiger», sagt FCM-Präsident Zäch.

Bevor die Absagen kamen, hat es im Eishockey und auch im Fussball Geisterspiele gegeben. Selbst Radrennen fanden ohne Zuschauer im Start- und Zielbereich statt. Inzwischen schleichen die Geister auf den Sportplätzen herum. Die Sportler machen Geistertraining.