Gehen im Städtli Gewerbe und Wohnen Hand in Hand?

RHEINECK. Die Revision von Baureglement und Zonenplan stösst auf Widerstand. Das Referendumskomitee sieht Schutzbestimmungen vernachlässigt. Die Umzonung von Kern- in Wohngebiet sei bezüglich Lärmquellen ungeeignet.

Janine Hürlimann
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Über die Revisionen von Baureglement und Zonenplan wird am 23. September abgestimmt. (Bild: Janine Hürlimann)

Über die Revisionen von Baureglement und Zonenplan wird am 23. September abgestimmt. (Bild: Janine Hürlimann)

Am Dienstagabend informierte das Referendumskomitee die Bevölkerung im «Hecht»-Saal, warum bei der Abstimmung vom 23. September die Revision von Baureglement und Zonenplan abgelehnt werden soll. Die Stimmung im vollen Saal war emotionsgeladen. Das Komitee informierte nach der Begrüssung die zahlreich erschienen Besucher an vier Informationsständen.

Dünnes Baureglement

Vorgesehen ist eine Totalrevision des Baureglements und eine Teilrevision des Zonenplans. Gemäss Komitee werden das Baureglement und die darin teils enthaltenen Schutzbestimmungen aufgeweicht. «Rheineck hätte am liebsten keine Schutzbestimmung im Einzelfall», erklärte Komiteemitglied Hansjörg Höchner den Anwesenden. Der Stadtbehörde schwebe in grossen Bereichen der bisherigen Kernzone eine stark verdichtete Wohnzone vor. Das neue Baureglement sei dünn, beschränke sich auf technokratische Bestimmungen. Im alten Baureglement heisst es jedoch, dass die Kernzone als geschütztes Ortsbild gelte, mit dem Zweck Bildung und Erhaltung des Ortszentrums, Schutz geschichtlich oder künstlerisch wertvoller Bauten sowie eine gute Eingliederung von Neubauten.

Leben und Wohnen

Die Gebiete der heutigen Kernzone Weier bis hinter dem Markt, ein Teil im «Fahr» sowie der «Nespler» sollen gemäss neuem Plan der Wohnzone angehören. Dies hätte eine Anpassung der Lärmbeschränkung zu Folge. «Genau hier sind Probleme vorhersehbar», meinte Thomas Osswald, Komiteemitglied. Diese Gebiete liegen direkt hinter der Marktgasse, wo das Gewerbe lebt und erfolgreiche Lokale inklusive Restaurants und Pizzeria rege genutzt werden. «Reklamationen aus der Wohnzone wegen Lärm seien absehbar.» Fakt sei, dass bereits heute in jenen Gebieten reichlich gebaut werde. Dies sei auch in Ordnung. Leute sollen im Städtli leben und es beleben. Sie sollen aber auch dem Treiben von Städtli und Gewerbe nichts entgegenzusetzen haben. «Bei den Revisionen haben zudem die Bürger nur noch über die Wahl des Stadtrates und des Stadtpräsidenten ein Mitspracherecht», erklärte Komiteemitglied Ruth Erat. In anderen Altstädten, etwa Arbon oder Lichtensteig, werde die Partizipation der Bevölkerung mit einem Projekt Netzwerk Altstadt besser gewährleistet. Der anwesende Stadtpräsident Hans Pfäffli meinte auf Anfrage: «Ich habe schon mehrmals bezüglich des Baureglements beim Komitee angefragt, welche Gesetzesartikel nicht passen.» Er habe keine Antwort erhalten.

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