Gegen Unwetter wappnen

Nach dem Unwetter reinigen Armee und Zivilschutz in Herisau die Glatt. In Schwellbrunn ist derweil eine Schutzwand errichtet worden.

Patrik Kobler
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Angehörige der Armee helfen nach dem Unwetter vom Sonntag bei den Aufräumarbeiten in Herisau. (Bild: Michel Canonica)

Angehörige der Armee helfen nach dem Unwetter vom Sonntag bei den Aufräumarbeiten in Herisau. (Bild: Michel Canonica)

herisau. Im Appenzeller Hinterland laufen die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter vom Sonntag auf Hochtouren. Denn für heute kündigen sich bereits wieder heftige Regenfälle an. Im Tobelacker in Schwellbrunn, wo nach einem Erdrutsch ein Quartier evakuiert werden musste, errichteten Angehörige des Zivilschutzes gestern eine Schutzwand aus Schaltafeln. Hans Saxer, Leiter des Kantonalen Krisenstabs, dazu: «Wir wollen damit verhindern, dass die Häuser erneut in Mitleidenschaft gezogen werden.» Eimerweise haben gestern Helfer Schlamm und Dreck aus den Häusern befördert. In Herisau standen derweil das Militär und der Zivilschutz mit über 120 Leuten im Einsatz. Sie reinigten die Glatt auf insgesamt drei Abschnitten. Es sei immens viel Material angespült worden, sagt Saxer. Dieses muss nun möglichst schnell aus dem Bach entfernt werden, damit das Wasser bei neuerlichen Regenfällen ungehindert fliessen kann.

Kritik an Gemeinde Waldstatt

Die Aufräumarbeiten werden in diesem Stil in den kommenden Tagen fortgeführt. Zur Unterstützung hat auch der Kanton St. Gallen rund 60 Zivilschutzangehörige entsandt. Gleichzeitig kontrolliert das Tiefbauamt des Kantons Appenzell Ausserrhoden die Bäche, um Mängel beheben zu können. Anwohner der Alpsteinstrasse monierten etwa, dass die Gemeinde Waldstatt ihrer Unterhaltspflicht nur unzureichend nachgekommen sei. In der Nähe der Verzweigung der Kantonsstrasse in Richtung Appenzell und Waldstatt fliesst der Widenbach durch eine Röhre in den Boden. Diese sei viel zu klein bemessen, so Anwohner. Am Sonntag staute sich hier das Wasser, der Bach trat über das Ufer und bahnte sich seinen unheilvollen Weg die Alpsteinstrasse hinunter. Hanspeter Ramsauer, Gemeindepräsident von Waldstatt, weiss, dass es sich um eine heikle Stelle handelt. Er verweist jedoch darauf, dass am Sonntag eine Ausnahmesituation aufgetreten sei. Hans Saxer bezeichnet den Widenbach bloss als «ein Problem von vielen». An anderen Zuflüssen zur Glatt sei es ähnlich gewesen.

Gefahrenkarten werden geprüft

Der Kanton nimmt aber gerne Hinweise entgegen. Das Ausserrhoder Tiefbauamt überprüft nach dem Unwetter die seit 2009 bestehenden Gefahrenkarten. Es bittet die Bevölkerung, Fotos und Dokumente an tiefbauamt@ ar.ch einzusenden. Anhand dieser wird geklärt, ob die Gefahrenkarten noch stimmen oder angepasst werden müssen.