Gefahr wegen Trockenheit steigt

Die geringen Niederschläge und das frühlingshafte Wetter haben die Waldbrandgefahr in den Regionen Rheintal, Werdenberg, Sarganserland und See-Gaster ansteigen lassen. Höchste Gefahr gilt auch für Fische.

Hanspeter Thurnherr/ katharina Rutz
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Zwei Waldbrände in Wildhaus und in Jona endeten am Wochenende glimpflich. Sie zeigen aber, dass die anhaltende Trockenheit zu einer erhöhten Waldbrandgefahr führt. So hat Liechtenstein bereits am vergangenen Freitag die Gefahrenstufe 3 («erheblich») angeordnet. Damit verbunden ist die Mahnung zu sorgfältigem Umgang mit Feuer im Wald und in Waldesnähe. Auch der St. Galler Revierförster Ernst Vetsch beurteilte die Lage im Wartau bereits als prekär. «Oberhalb des Nebels ist alles dürr und knochentrocken. Bei den Fichten fallen die Nadeln haufenweise herunter und bilden einen richtigen Teppich.» Gestern hat das Forstamt des Kantons St. Gallen die Lage neu beurteilt.

Waldbrandgefahr steigt

«Unser Knackpunkt ist, dass es immer exponierte Stellen gibt, die eine höhere Stufe rechtfertigen würden, aber an schattigen Stellen und in Nebelgebieten ist die Gefahr geringer», sagt Jörg Hässig, stellvertretender Kantonsoberförster auf Anfrage. Daher sei der Entscheid, welches die angebrachte Gefahrenstufe sein soll, nicht leicht zu fällen.

Der Kanton St. Gallen hat nun wie folgt entschieden: In den Wahlkreisen Rheintal, Werdenberg, Sarganserland und See-Gaster gilt die Stufe 3, in den übrigen Regionen bleibt es bei Stufe 2. Generell gelte, dass ein Feuer bei Sommertemperaturen eine grössere Kraft habe als bei den aktuell eher tiefen Temperaturen. «Wenn ein Feuer entzündet wird, dann nur in einer Feuerstelle – und die Stelle erst verlassen, wenn das Feuer vollständig gelöscht ist», mahnt Hässig. Beim Brand in Wildhaus sei Schlagabraum verbrannt worden, was nicht erlaubt sei. Zudem wurde die Feuerstelle unkontrolliert verlassen.

Fische auf dem Trockenen

Auch für die Fische wird die Trockenheit langsam zur Gefahr. Bereits sind in Sennwald rund 70 Bachforellen verendet. Der Zulauf zum Bach war vollständig versiegt. Am Sonntagnachmittag hat der Fischereiverein Werdenberg eine Abfischaktion gestartet. Christian Schwendener, Obmann Gewässerschutz des Fischereivereins, rechnet damit, dass noch weitere Gewässer abgefischt werden müssen. Er appelliert an die Bevölkerung, sehr tiefe Wasserstände zu melden. Die lang anhaltende Trockenheit hat auch Auswirkungen auf die Stromproduktion von Kleinstwasserkraftwerken. Dagegen liefern die Trinkwasserquellen zumeist noch genügend Wasser.

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