Gefälliges aus Barock und Moderne

Am frühen Samstagabend lud der Orchesterverein Widnau zur ersten Aufführung des Adventskonzerts 2016 in die Montlinger Kirche ein. Eine zweite Aufführung fand am Sonntag in Widnau statt.

Max Pflüger
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Viel Applaus für den Orchesterverein Widnau mit Tom Pegram und der Solistin Michaela Coers, Oboe, in der katholischen Kirche Montlingen. (Bild: Max Pflüger)

Viel Applaus für den Orchesterverein Widnau mit Tom Pegram und der Solistin Michaela Coers, Oboe, in der katholischen Kirche Montlingen. (Bild: Max Pflüger)

Auf dem Programm des Orchestervereins Widnau unter der Leitung von Tom Pegram standen barocke Werke von Georg Friedrich Händel, Paolo Salunini und Georg Philipp Telemann. Im zweiten Teil erklangen zeitgenössische Werke von Jean Sibelius, Hedy Salquin und Harald Genzmer. Als Solistin wirkte die deutsche Oboistin Michaela Coers mit.

Zwischendurch las Susanne Ruppanner Gedichte

Von Händel erklangen ein Adagio sowie eine Suite für Streichorchester. Von Salunini begeisterte der Orchesterverein mit einer Pastorale. Und aus der Feder von Telemann stammt der Höhepunkt des Abends, das Konzert in e-Moll für Oboe, Streicher und Basso Continuo.

Im modernen Teil erklang das Andante Festivo von Sibelius, drei kurze Stücke von Salquin und die Sinfonietta für Streichorchester. Neben dem Dirigenten wurde der Orchesterverein erstmals von der jungen Konzertmeisterin Diana Sonja Tobler geleitet.

Der Orchesterverein überzeugte durch feinfühlige Interpretationen und reiche Dynamik. Tom Pegram hatte es einmal mehr verstanden, mit den Amateurstreichern eine schöne Stimmung herauszuarbeiten und die Feinheiten der barocken Streichkonzerte einzufangen.

Michaela Coers: eine virtuose Oboistin

Unbestrittener Höhepunkt des Abends war die Aufführung des Telemann-Konzertes. Virtuos und kraftvoll interpretierte die deutsche Oboistin Michaela Coers die herrliche Musik. Sie lebt in Vorarlberg, ist Lehrerin an der Musikschule Hard und Oboistin im Symphonieorchester Vorarlberg.

Mit flinken Fingern und perfekter Beherrschung des Instruments tanzte sie durch die beiden schnellen Sätze, das Allegro molto und das jubilierende finale Allegro. Im Largo zeigte sie ihre ganze Musikalität in langgezogenen, mit reicher Dynamik geblasenen Klängen.

Eine noch nicht völlig andere Klangwelt offenbarten die zeitgenössischen Werke in der zweiten Hälfte des Konzertes.

Modern, aber doch noch mehrheitlich melodiös harmonisch: Feierlich-festlich das Andante Festivo von Sibelius, volksliedhaft tänzerisch die drei Stücke von Salquin. «Mazurka de Noel», «La Berceuse (das Wiegenlied) des Bergers» und «Berceuse de Marie» führten direkt in die weihnachtliche Krippenzeit, die Welt der Hirten auf dem Felde und ihrer Musik.

Doch noch etwas moderner präsentierte sich dann die «Sinfonietta für Streichorchester» von Genzmer. Auch in diesem Stück hielt Tom Pegram sein Orchester gut zusammen und führte die Streicher auch durch die tonal und rhythmisch etwas schwierigeren Passagen sicher.

Nach dem donnernden Schlussapplaus bedankte sich der Orchesterverein mit zwei Zugaben. Zuerst erklang noch einmal ein Werk gemeinsam mit der Oboensolistin: «Two Themes by Handel» von Ernst Krenek. Dann – traditionsgemäss – das zusammen mit den Konzertbesuchern gesungene Schlusslied «Ich steh an deiner Krippe hier», mit dem der Orchesterverein seine Gäste in die Adventszeit entliess.