Gedenkstein erinnert an Absturz

1948 kam es unweit des Altersheims Torfnest zu einem Flugzeugabsturz, dem Pilot Hans Giger und Beobachter Emanuel Brühlmann zum Opfer fielen.

Peter Eggenberger
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Bei der Ruhebank am Strässchen zum Altersheim Torfnest erinnert heute ein schlichter Gedenkstein an die beiden 1948 tödlich verunglückten Militärpiloten. Für die Realisierung der Gedenkstätte haben sich Rico Roncoroni, Peter Sonderegger und Thomas Bischofberger (von links) tatkräftig eingesetzt. (Bild: Peter Eggenberger)

Bei der Ruhebank am Strässchen zum Altersheim Torfnest erinnert heute ein schlichter Gedenkstein an die beiden 1948 tödlich verunglückten Militärpiloten. Für die Realisierung der Gedenkstätte haben sich Rico Roncoroni, Peter Sonderegger und Thomas Bischofberger (von links) tatkräftig eingesetzt. (Bild: Peter Eggenberger)

OBEREGG. «Ich war damals zehnjährig. Das Fliegerunglück war für längere Zeit das Hauptgesprächsthema in der ganzen Region, und natürlich war der Absturzort Ziel für Kinder und Erwachsene», erinnert sich Peter Sonderegger aus Heiden. «Auf Wanderungen führt mein Weg häufig am Unfallort vorbei, und jedes Mal beschäftigt mich das tragische Schicksal der beiden tödlich Verunglückten. Deshalb habe ich mich für eine schlichte Gedenkstätte eingesetzt.»

Start in Altenrhein

Zur Geschichte des Unfalls: Am 12. Mai 1948 flog Jungpilot Hans Giger (Jahrgang 1926) im Rahmen eines Trainingskurses der Flieger-Staffel 16 mit seiner Maschine vom Typ C 36 von Interlaken nach Raron im Wallis, wo er Beobachter Emanuel Brühlmann (1923) abzuholen hatte. Anschliessend wurde der Militärflugplatz Dübendorf angesteuert, und Ziel eines weiteren Übungsfluges war der Flugplatz Altenrhein. Der hier erteilte, letzte Auftrag des Tages betraf Truppen des Grenzregiments 59, die im Raum Heiden – Oberegg stationiert waren. Giger und Brühlmann hatten nach 16 Uhr beim Regimentskommando im Tiefflug eine Meldetasche abzuwerfen.

Absturz und Vollbrand

Im Verlaufe der Rekognoszierung im Bereich der Strasse Schönenbühl (Wolfhalden)–Najen (Oberegg)–Schachen (Reute) setzte das Flugzeug zu einer steilen Linkskurve an. Die Höhe reichte aber nicht aus, um die Maschine abzufangen, so dass sie die Baumwipfel streifte, abstürzte und zu brennen begann. Die beiden Besatzungsmitglieder fanden dabei den Tod. (Quelle: Buch «Gebrochene Flügel – Alle Flugunfälle der Schweizer Armee» von Peter Brotschi, Orell Füssli Verlag.)

Unbürokratische Aktion

Nachdem Peter Sonderegger Gedenkstein und -tafel organisiert sowie bei Max Fürer, Leiter des Altersheim-Landwirtschaftsbetriebs, das Okay eingeholt hatte, platzierten am letzten Montagnachmittag Rico Roncoroni und Thomas Bischofberger vom Oberegger Bauamt den schlichten, von Frühlingsblumen umrahmten Gedenkstein.

Beim anschliessenden Umtrunk im von Doris Fürer geleiteten Heim Torfnest war auch Wisi Eugster, Heiden, als Augenzeuge des Absturzes dabei, der die Ausführungen von Peter Sonderegger ergänzte.

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