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Gartenarbeit verbindet Nationen

Integration braucht meist etwas Unterstützung. Neben Sprachkursen besteht neu ein interkultureller Garten, in dem Migranten arbeiten dürfen. Er dient der Sprachförderung und Eingliederung in die Gesellschaft.
Carmen Kaufmann
Der Spatenstich fand bereits Anfang Mai statt. Migranten und Flüchtlinge halfen fleissig mit. (Bild: pd)

Der Spatenstich fand bereits Anfang Mai statt. Migranten und Flüchtlinge halfen fleissig mit. (Bild: pd)

Für Migranten und Flüchtlinge ist es nicht immer leicht, Anschluss an die hiesige Gesellschaft zu finden. Trotz Sprachkursen ist die Kommunikation im sozialen Umfeld eingeschränkt. Deshalb bieten Freiwillige aus Au, Berneck und Balgach seit letztem Sommer sogenannte Quartierschulen an – das sind kostenlose Deutschkurse. Sie lehren den Männern und Frauen nicht nur die Sprache, sondern bringen auch die Kultur näher.

Verbinden von Migration, Natur und Gesellschaft

Im Mai gründeten sechs Freiwillige, hauptsächlich Kursleiter der Quartierschule, einen Verein für interkulturelle Tätigkeiten. In den Kursen hätten sie festgestellt, dass Integration nicht nur durch Sprachschulung gefördert werde; es brauche auch den zwischenmenschlichen Kontakt.

Mit dem Projekt «Interkultureller Garten» möchten sie genau dies verfolgen. Ein Gemüsegarten soll für Migranten, Flüchtlinge sowie Einheimische zur Verfügung gestellt werden, den sie gemeinsam zu pflegen und zu bewirtschaften lernen. Somit fördert der Verein den Wissens- austausch und verbindet Migration, Natur und Gesellschaft.

Der Präsident des Vereins, Paul Ackermann, sagt, Gärtnern sei für Neuzugänger eine gute Gelegenheit, in der Gesellschaft wieder Fuss zu fassen, sich zu integrieren. Indem verschiedene Nationen zusammengebracht würden, seien die Migranten mehr oder weniger gezwungen, Deutsch zu sprechen und könnten sich so sprachlich entwickeln. Das Gärtnern würden die meisten schon von ihrer Heimat kennen, sagt Ackermann. Es sei keine schwierige Arbeit, es brauche kein handwerkliches Geschick. Hier lernten sie strukturiert, wie man anpflanze, wann und wie oft gegossen werde, welches Gemüse besser wachse und welches weniger. Der Verein möchte nicht nur sprachliche Verknüpfungen schaffen, sondern auch eine Schulung im Gärtnern bezwecken. Die Arbeit im Garten sei eine sinnvolle Beschäftigung.

Für den Gemüseanbau erhalten sie zudem Unterstützung von zwei Landwirtschaftsexperten. Gemeinsam werden sie genaue Anbau- und Giesspläne erstellen, welche die Migranten anschliessend anzuwenden lernen. Der Präsident verfolgt damit das Ziel, dass sie im Stande sind, den Garten selber zu bewirtschaften.

Eröffnung und künftige Projekte

Der offizielle Start des Projektes findet am 2. Juni an der Zollstrasse 20 in Au statt. Für weitere Tätigkeiten hat der Verein geplant, Sprachnachmittage zu veranstalten, an denen die Migranten das erlernte Deutsch vertiefen und erweitern können. Paul Ackermann denkt auch daran, ein handwerkliches Atelier anzubieten. Bisher sind diese Pläne aber noch offen. Der Verein hofft auf weitere Mitglieder und die Unterstützung der Gemeinden Au, Balgach und Berneck.

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