Ganz Balgach war auf den Rädern

BALGACH. Das wunderschöne Spätsommerwetter lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher zur Feldbegehung der Ortsgemeinde Balgach. An vier Posten wurden sie über Bodenverbesserung, Biber, Bienen und Kühe informiert.

Maya Seiler
Drucken
Teilen
Spannendes aus dem Leben der Bienen erzählte Imker Marco Bischof. (Bilder: Maya Seiler)

Spannendes aus dem Leben der Bienen erzählte Imker Marco Bischof. (Bilder: Maya Seiler)

Besammlung war bei der Grastrocknungsanlage an der Rietstrasse. Der Platz schien längst voll mit fahrradtüchtigen «Balgern» jeden Alters, aber noch immer sah man weitere Velos vom Dorf her anfahren. Für Fussgänger hatten die Organisatoren der Ortsgemeinde den Mannschaftstransporter der Feuerwehr aufgeboten, der die Besucher an die verschiedenen Posten chauffieren sollte. «Wenn i gwüsst het, dass me nöd laufe mues, het i d'Pumps agleit», meinte ein witziger Balgacher. «Chasch jo no go wechsle, hesch schon no Ziit», kam die Replik einer Dorfbewohnerin.

Gegen 130 Teilnehmer liessen sich an verschiedenen Posten, verteilt im Balger Riet, über interessante Aspekte informieren, seien es die Massnahmen zur Verbesserung des Rietbodens oder das Leben von wilden und zahmen Bewohnern. Beim Tratt erwartete ein fetter Biber die Besucher, allerdings nur ein ausgestopftes Exemplar. Aber Wildhüter Mirco Calderara konnte den faszinierten Besuchern das heimliche Treiben des grossen Nagers mit einem Video näherbringen. Seit der Binnenkanal bei Balgach naturnah gestaltet wurde, hielten die früher ausgerotteten Tiere prompt Einzug, was immer wieder angenagte und gefällte Bäume bezeugen.

Nicht weniger eindrücklich sind die Leistungen von viel kleineren Tieren: Marco Bischof erzählte beinahe Unglaubliches über die Bienen. Um Nektar für ein Kilo Honig zu sammeln, legen die Arbeiterinnen eine Strecke zurück, die dem Dreieinhalbfachen des Erdumfangs entspricht. Das Publikum erfuhr, dass die farbigen Eingänge der Bienenstöcke rein dekorativ seien; die Bienen würden den Eingang auf andere Art finden.

Im Hof von Nicole Ritz erlebte man, wie sich der Bauern-Alltag durch einen Freilaufstall mit Melkroboter verändert hat. Die Kühe erhalten ihr Futter für den ganzen Tag, können fressen oder ausruhen und zum Melken gehen, wann es ihnen drum ist.

Gespannt verfolgten die Besucher, wie eine Kuh den Melkstand betrat, Kraftfutter erhielt, während der Melkroboter die Zitzen reinigte und in einem ausgeklügelten Verfahren die Saugglocken aufsetzte. Der Melkvorgang dauerte dann nur wenige Minuten.

Nach all den Informationen waren die Balgacherinnen und Balgacher zu Speis und Trank und musikalischer Unterhaltung eingeladen.

Aktuelle Nachrichten