Gärtnern nach altem Rezept

Ein romantischer, duftender Bauerngarten, voller Farben, Düfte, Formen, Überraschungen, feiert, wenn auch in veränderter Form, eine wahre Renaissance.

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Herbert Geringer (Bild: pd)

Herbert Geringer (Bild: pd)

Ein romantischer, duftender Bauerngarten, voller Farben, Düfte, Formen, Überraschungen, feiert, wenn auch in veränderter Form, eine wahre Renaissance. Mit fast vergessenem Wissen aus der «guten alten Zeit» werden jetzt auch in den modernen Gärten wieder Kräuter, Prachtstauden, Rosen, Gemüse, Beeren- und Obstgehölze angesiedelt. Die Kunst der Gartengestaltung besteht darin, diese erstaunliche Vielfalt, zu einem harmonischen Gesamtensemble zu inszenieren.

Geschichte des Bauerngartens

In einer Zeit, als es den Klöstern vorbehalten war, der Bevölkerung Lesen und Schreiben beizubringen, wurde auch gärtnerisches Wissen über die heilbringende Wirkung von Kräutern, Gemüse-, Obst- und Ackerbau entwickelt. Die einzelnen Beete wurden durch niedrige Buchseinfassungen harmonisch eingefasst. Diese immergrünen Hecken schufen nicht nur attraktive Strukturen und damit Harmonie, sondern verbesserten auch das Mikroklima.

Gemüseanbau nach altem Rezept

Frische Rettiche, sonnengereifte Tomaten, ein knackiger Salat feiern ein gelungenes «Come back». In manchen Gärten wird hier und da recht leise wieder mit dem Gemüseanbau begonnen. Auf Grund langjähriger Erfahrung weiss ich, das «Selbstgezogene» zeichnet sich durch eine Qualität aus, die man in keinem Geschäft erwerben kann. Haben Sie einmal eine sonnengereifte Tomate oder Aprikose gegessen, dann werden Sie dieses Aroma niemals vergessen.

Beim Betrachten eines Samentütchenständers gerät man nur allzu leicht in Versuchung, noch mehr zu experimentieren. Mein Tip: «Besinnen Sie sich auf Wissen und Erfahrungen unserer Grosseltern, das heisst: eine naturnahe, umweltfreundliche Kompostwirtschaft.

Obst- und Beerengehölze:

Geben einem modern gestylten Country-Garten das feste Gerüst und beanspruchen nur hin und wieder etwas Pflege. Frisch gereifte Beeren und knackige Früchte vom Baum schmecken besonders gut. Wer sich mit den Nachbarn gut versteht, kann diese Früchte direkt an der Grundstücksgrenze ansiedeln.

In einem Bauerngarten verzichtet man nicht auf fröhliche Prachtstauden, Sommerblumen und Rosen. Man kann in einem Countrygarten, der alle Sinne, anspricht in farbenprächtiger Fülle ländlicher Rabatten schwelgen, damit alle Jahreszeiten intensiv erleben. Übrigens, nachweislich zählen Hobbygärtner zum wertvollen Teil der menschlichen Gesellschaft, weil die Natur und der Garten bringt uns täglich aufs Neue bei: «Nicht Alles im Leben ist selbstverständlich!»

Man lernt zu warten, zu verzichten und gelegentlich den Misserfolg zu akzeptieren, damit werden ausnahmslos alle Gärtner frustrationstolerant. Der Garten, der Umgang in und mit der Natur erzieht, erdet uns Menschen und macht uns täglich bewusst, dass wir auch nur ein Bestandteil dieser Schöpfung sind.

Herbert Geringer steht jeden Freitag im ORF-Landesstudio Vorarlberg zwischen 8.10 Uhr und 9.10 Uhr unter Tel. *43 5572 510 00 für Fragen rund um den Garten zur Verfügung.

In einem Bauerngarten verzichtet man nicht auf fröhliche Prachtstauden, Sommerblumen und Rosen. (Bild: pd)

In einem Bauerngarten verzichtet man nicht auf fröhliche Prachtstauden, Sommerblumen und Rosen. (Bild: pd)

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