FUSSBALL: Wer versalzt wem die Suppe?

In der 2. Liga, Gruppe 1, spielen nächste Saison sechs Rheintaler Teams. Der FC Widnau bestreitet in den ersten fünf Runden vier Derbys. Vereinspräsident Kuno Jocham freut sich darauf: «Die Lokalduelle sind das Salz in der Suppe.»

Yves Solenthaler
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Au-Berneck und Widnau treffen bereits in der ersten Runde aufeinander. (Bild: Archiv/uh)

Au-Berneck und Widnau treffen bereits in der ersten Runde aufeinander. (Bild: Archiv/uh)

Yves Solenthaler

Nicht nur Köche wissen: Eine Suppe ohne Salz ist ungeniessbar. Aber mit zu viel Salz ist der Gaumenfreude ebenfalls abträglich.

Auf die Derbys im Fussball übersetzt, bedeutet das: Zuschauer und auch Spieler freuen sich auf diese Lokalduelle. Wenn die Kicker aber ohne Punkteertrag in diesen Spielen bleiben, droht Verdruss.

Wie Widnau startet auch Diepoldsau mit zwei Derbys

Die 2. Liga, Gruppe 1, besteht in der am 19. August beginnenden Saison zur Hälfte aus Rheintaler Teams. Bereits in der ersten Runde stehen zwei Lokalduelle auf dem Menüplan: Widnau gastiert in Au und Aufsteiger Diepoldsau reist nach Altstätten. Für Widnau geht die Derby-Serie danach weiter: In der zweiten Runde empfangen die Aegeten-Kicker Absteiger St. Margrethen, am vierten Spieltag gastiert Dauerrivale Altstätten in Widnau und eine Woche später spielen sie in Montlingen.

Nicht nur Widnau, auch sein Nachbar Diepoldsau startet mit zwei Derbys in die Saison: Nach dem Auftakt in Altstätten folgt das Heimspiel gegen Montlingen. In der Vorrunde gibt es nur zwei Spieltage ohne Rheintaler Derby: In der dritten Runde vom 2./3. Sep- tember sowie in der Schlussrunde am 4./5. November. Dieser derbyfreie Termin ist wohl kein Zufall: Er verhindert, dass zwei benachbarte Vereine in der letzten Runde der Saison ein «Päckli» schnüren – also das Resultat zum Vorteil beider absprechen.

In der gesamten Spielzeit stehen in der 2. Liga 30 Lokalduelle auf dem Programm. «Das ist das beste, das uns passieren kann», sagt Widnaus Präsident Kuno Jocham. Und mit «uns» meint er alle beteiligten im Rheintaler Fussball. Ob es auch für Widnau das beste ist? Die Resultate werden es zeigen. Jocham ist aber nicht entgangen, dass Derbys auch eine Gefahr bergen: «Gegen Widnau will jeder andere Rheintaler Verein noch mehr als sonst gewinnen.»

Ein Vorteil für den FC Widnau könnte es aber sein, dass die ersten zwei Gegner – Au-Berneck und St. Margrethen – dafür bekannt sind, zu Saisonbeginn oft noch nicht bereit zu sein (wegen vielen Ferienabsenzen bis kurz vor dem Saisonstart). Darauf bauen kann Jocham allerdings nicht: «Letzte Saison spielten wir auch in der zweiten Runde gegen Au-Berneck – und haben verloren.»

30 Derbys in der 2. Liga, aber nur sechs in der 3. Liga

Was die Vereinskassiere in der 2. Liga freut, dürfte bei ihren Amtskollegen in der 3. Liga Bauchschmerzen auslösen: In der zweithöchsten Regionalliga ist das Rheintaler Starterfeld um die Hälfte reduziert worden. Übrig geblieben sind nur noch die drei FCR: Rebstein, Rheineck und Rüthi. Wobei zwischen den zwei letzten erst noch eine Distanz von 29 Kilometern liegt – da kann in einer Regionalliga wohl höchstens noch von einem Schummel-Derby gesprochen werden. Freunde der 3. Liga müssen sich bis am 23. September gedulden, ehe sie das erste Derby sehen: Dann spielt Rebstein gegen Rüthi.