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FUSSBALL: Stammverein ausgewählt

Rüthi besiegt Teufen nach lange wirkungslosem Ansturm mit Toren in der Schlussphase 4:0. Teamstütze Livio Sanseverino erlebt die vier Tore als Linienrichter.
Beni Bruggmann
Livio Sanseverino (rechts) hat beim FC Rüthi die Gemeinschaft gefunden, die ihm entspricht. (Bild: Archiv/ys)

Livio Sanseverino (rechts) hat beim FC Rüthi die Gemeinschaft gefunden, die ihm entspricht. (Bild: Archiv/ys)

Beni Bruggmann

Als Rüthis Trainer Anto Tomas im Spiel gegen Leader Teufen nach einer Stunde beim Stand von 0:0 seine statistisch besten Torschützen, Bernhard Allgäuer und Livio Sanseverino, vom Feld holt, herrscht bei der Spielerbank dicke Luft. Ein paar gehässige Worte, ein paar böse Blicke – wie es bei Auswechslungen manchmal geschieht.

Livio Sanseverino beruhigt sich einen kurzen Moment abseits der Spielerbank. Nachher kehrt er zurück. Wenig später steht er, mit der Fahne in der Hand, als Linienrichter an der Seitenlinie. Der Teamleader übernimmt eine Aufgabe, die gewöhnlich für Spieler auf der untersten Stufe der Hierarchie gedacht ist, für Junioren oder Neulinge. Eine Demütigung durch den Trainer?

Sanseverino hat die Auswechslung akzeptiert

Nach dem Spiel gibt Sanseverino, frisch geduscht, mit einem Bier in der Hand, ausführlich Auskunft und nimmt Stellung zur ver­meintlichen Demütigung. «Rüthi ist ein Dorfklub, und wir sind eine Mannschaft. Da hält man zusammen. Da gehört es sich, dass ich auch die Aufgabe als Linienrichter übernehme. Das war für mich eine Selbstverständlichkeit.»

Seine Haltung an der Seitenlinie bestärkt diese Aussage. Da ist nichts von Trotz oder Enttäuschung zu spüren. Er lebt mit, spornt seine Mitspieler an, und als endlich das erlösende 1:0 fällt, rennt er jubelnd (und verbotenerweise) auf den Platz.

Seine Auswechslung bezeichnet er jetzt, mit kühlem Kopf, als durchaus gerecht: «Ich habe meine Leistung nicht gebracht. Da muss es der Trainer mit neuen Kräften versuchen.» Damit spricht er seine verunglückten Abschlussversuche an. Einmal hat er den Torhüter bereits ausgespielt, wartet aber mit dem Einschieben zu lange.

Aber in den 60 Minuten zeigt er viel Positives: Gute Übersicht und geschickte Ballkontrolle. Er ist an jeder gefährlichen Offensivaktion beteiligt.

Suche nach Gemeinschaft beim Dorfverein

Sanseverino sucht den Zusammenhalt, die Gemeinschaft. Er ist in Au aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat bei Au und Widnau, in Dornbirn in der zweiten Mannschaft gespielt, aber erst in Rüthi hat er den idealen Verein gefunden.

«Rüthi ist mein Stammverein geworden», sagt er, «wir haben ein gutes Klima, halten zusammen und haben im Team wenige Wechsel. Auf diese Saison hin hat uns nur Wendelin Hobel verlassen.» Privat hat der 28-jährige Lehrer die Gemeinschaft, das Glück in Form eines Zweierteams, aber noch nicht gefunden. Er ist ledig: «Ich warte noch auf die Richtige.»

Er hat schon immer Freude an der Bewegung gehabt. «Ich war ein sehr aktives Kind», sagt er, «früher war ich auch im Turnverein und habe Unihockey gespielt.»

Geblieben ist er beim Fussball. Deshalb hat ihn sein Weg ans Sportgymnasium nach Dornbirn geführt, wo er die Matura machte. Später hat er an der Pädagogischen Hochschule in Rorschach die Ausbildung zum Lehrer absolviert. Nach Jahren als Stellvertreter an verschiedenen Schulen und nach Reisen ins Ausland hat er nun zum ersten Mal eine feste Stelle als Lehrer angetreten. Seit Beginn dieses Schuljahres, also seit rund einem Monat, führt er eine 6. Klasse im zürcherischen Schlieren. «Die Aufgabe gefällt mir. In meiner Klasse sind viele Ausländerkinder», sagt er. Ihnen fühlt er sich verbunden: Der Vater ist Italiener, die Mutter Schweizerin.

Pendler zwischen Altstetten, Au und Rüthi

Lehrer in Schlieren und Fussballer in Rüthi: Während der Woche wohnt er in einer WG in Altstetten ZH. Bis am Donnerstag unterrichtet er, am Freitag hat er frei. Also trainiert er Anfang der Woche beim FC Altstetten. Am Donnerstag ist er bereits in Rüthi beim Training und lebt bis am Wochenende bei den Eltern in Au. Dann stürmt er für seinen FCR. In 14 Tagen beim Spiel in Rebstein, so hofft er, wieder während 90 Minuten.

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