FUSSBALL: Social Media von Heiden bis Rüthi

Nicht nur Profivereine, sondern auch Amateur-Fussballclubs bedienen sich zur Verbreitung von Neuigkeiten sozialer Medien. Die Inhalte sind so unterschiedlich wie die Anzahl «Gefällt mir»-Angaben. Ein Blick auf die Rheintaler Clubs.

Remo Zollinger
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Rheintaler Fussballclubs nutzen Facebook, um auf sich aufmerksam zu machen. (Bild: Remo Zollinger)

Rheintaler Fussballclubs nutzen Facebook, um auf sich aufmerksam zu machen. (Bild: Remo Zollinger)

FUSSBALL. Wer in der heutigen Informationsflut nicht untergehen möchte, legt sich ein Social-Media-Konto zu. Ein solches bietet schliesslich viele Möglichkeiten: Veranstaltungen lassen sich gratis (oder bezahlt) vermarkten, News kommen schnell an ihr Ziel, Bildergalerien bieten Unterhaltung und führen «Schau mal!»-Effekte. Es entsteht eine interaktive Community, bestenfalls sogar Diskussionen.

Diese Möglichkeiten haben auch die Rheintaler Fussballclubs entdeckt. Rege machen sie von sozialen Medien Gebrauch, wobei Facebook die Nase vorn hat. Von den elf ersten Mannschaften in unserem Einzugsgebiet werden zehn durch Facebook-Seiten abgedeckt – nur der FC Staad hat keine, er bewirtschaftet dafür eine für das NLA-Frauenteam (437 Likes).

Neben Events und Spielergebnissen – davon gibt es derzeit ja aber keine – sind auf den Facebook-Seiten der Fussballclubs primär Bildergalerien und Transfer-Meldungen zu sehen.

Hyperaktivität vs. Ironie

Die Nase vorn hat hier der FC Au-Berneck. Er hat in den letzten zwei Monaten ein gutes Dutzend Porträts von Spielern veröffentlicht, die auf die Degern wechseln oder dort bleiben.

Dies kommt nicht überall gut an: Der FC St. Margrethen, mit 834 Gefällt-mir-Angaben Like-König des Rheintals, bezeichnete dies als Hyperaktivität und vermeldete mit einem Bild die Vertragsverlängerung seines Rasenmäher-Roboters. Kurz später machte die sportliche Rheintaler Nummer eins Ramon Sonderegger, Trainer der zweiten Mannschaft des FCSM, zum neuen Trainer der albanischen Nati.

Sprachliche Unterschiede

Die Seiten der Clubs unterscheiden sich nicht nur durch ihre Aktivität, sondern auch durch ihre Sprache. Während Au-Berneck (wohl bewusst) auf einen jugendlichen Slang setzt, kommt der Facebook-Auftritt St. Margrethens sehr ironisch daher. Der FC Wil wurde auch schon als FC Wil(spor) bezeichnet. Auch Seitenhiebe an diese Zeitung wurden schon platziert.

Am zweitmeisten Likes hat der FC Widnau (714), es folgen Au-Berneck und der FC Rebstein, die zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels genau 508 Likes hatten. Oben mischt auch der FC Montlingen mit 457 «Gefällt mir»-Angaben mit.

Die Seiten werden regelmässig mit Inhalt gespeist. Widnau nutzt sein Profil zur Verbreitung von News jeder Art, wobei keine spezielle Stossrichtung erkennbar ist. Die Seite ist aber doch sehr aktuell gehalten.

Viel Werbung für Events

So auch die des FC Rebstein, wo auffällt, dass viele Bilder zu sehen sind. Ein eigener Fotograf hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Birkenau in der fussballfreien Zeit aus allen Winkeln stimmungsvoll zu inszenieren. Er fotografiert sonst regelmässig an Spielen – und zwar vom «Eins» bis zu den kleinsten Junioren.

Rebstein veranstaltet in einer Woche das Pokalturnier, was sofort ersichtlich wird. Gleich sieht es beim FC Montlingen aus: Auf dem Kolbenstein ist an diesem Samstag der Beerli-Cup mit dem Rock am Fels. Auch der FCM versteht es, Facebook als Werbemedium zu nutzen und macht auf den Anlass aufmerksam. Dazwischen steht ein Bild vom Trainingsauftakt und ein Transfer.

Besonders häufig nutzen die Vereine soziale Medien, um auf Events aufmerksam zu machen. Permanente Facebook-Werbung kann die User zwar nerven, aber auch dazu führen, dass noch mehr Leute das Grümpelturnier des FC Rüthi, das Rebsteiner Pokalturnier oder das Geburtstags-Fest des FC Heiden besuchen. Dieses Potenzial zapfen die Vereine an. Sie scheuen keine Mühe, um ihre Events auf Facebook bekanntzumachen.

Das Medium bietet nämlich den grossen Vorteil, gratis zu sein. Selbst gekaufte Beiträge, die besser und öfter sichtbar werden, sind nicht allzu teuer.

Diepoldsau steht zuhinterst

Am Ende der Rheintaler Like-Tabelle steht der FC Diepoldsau, dessen Seite erst 109 Personen mit «Gefällt mir» markiert haben. Der FCD hat im Mai aber damit begonnen, regelmässiger auf Facebook zu posten.

Übrigens: An der Weltspitze der Like-Tabelle steht der FC Barcelona. Mehr als 93 Millionen User werden laufend über den Messi-Club aktualisiert. Dagegen wirkt der FC St. Gallen mit 45 234 Likes wie ein Bettler.

Bild: Zollinger Remo

Bild: Zollinger Remo

Ob ironische Bemerkungen, Transfer-Vollzugsmeldungen, Werbung für einen bevorstehenden Anlass oder schöne Bilder: Rheintaler Fussballclubs nutzen die Möglichkeiten, die Facebook ihnen gratis bietet. Und können auf durchschnittlich rund 400 interessierte Nutzer zählen. (Bilder: Screenshots Facebook)

Ob ironische Bemerkungen, Transfer-Vollzugsmeldungen, Werbung für einen bevorstehenden Anlass oder schöne Bilder: Rheintaler Fussballclubs nutzen die Möglichkeiten, die Facebook ihnen gratis bietet. Und können auf durchschnittlich rund 400 interessierte Nutzer zählen. (Bilder: Screenshots Facebook)

Bild: Zollinger Remo

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