FUSSBALL: Fussach lässt Rheintalern keine Chance

Das Rebsteiner Pokalturnier prägten dieses Jahr die auswärtigen Teilnehmer: Der SC Fussach, der FC Rorschach-Goldach und der FC Steinach belegten die ersten drei Plätze vor dem Viertplatzierten FC Au-Berneck 05.

Gerhard Huber
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Final ohne Rheintaler Beteiligung: Fussach (rot) gegen Rorschach-Goldach.

Final ohne Rheintaler Beteiligung: Fussach (rot) gegen Rorschach-Goldach.

Gerhard Huber

Beginnen wir am Schluss: Nämlich mit dem Final des 54. Rebsteiner Pokalturniers, der vom SC Fussach aus Vorarlberg und dem neugegründeten FC Rorschach-Goldach bestritten wurde. Es war ein mittelmässiges Spiel ohne Stimmung und Emotionen, das vom Turnierfavoriten Fussach mit 2:1 gewonnen wurde. Dass gerade diese beiden Teams um den Turniersieg spielen würden, war vorauszusehen. Die ­Vorarlberger starten bereits kommendes Wochenende in die Saison und hatten darum alle Spieler an Bord. Bei Rorschach-Goldach machen sich indes die gesteigerten Ambitionen bemerkbar, die man in der Seestadt nach der kürzlich durchgeführten Fusion hat. Die etwas schonende Gangart im Endspiel war verständlich. Schliesslich wirkten die Kontrahenten durch die vielen Spiele unter tropisch-schwülen Bedingungen entsprechend ausgelaugt.

Führung nach Chaos im Strafraum

Die vom ehemaligen Rebsteiner Trainer Nino Vrenezi trainierten Fussacher gingen nach einer Chaos-Szene vor dem Rorschacher Tor durch den am schnellsten reagierenden Necip Bekleyen in der 17. Minute des auf zweimal 25 Minuten angesetzten Spiels in Führung. In der 35. Minute doppelte Bekleyen nach, als er einen Abpraller mit der Fussspitze erwischen und eindrücken konnte. Zehn Minuten später folgte der Anschlusstreffer durch Shpend Rulani, der einen guten Angriff über die linke Seite nach perfekter Hereingabe mit einem satten und gezielten Schuss abschloss. Dabei blieb es aber auch.

Durchwegs enttäuschend waren die Auftritte der Rheintaler Teams. Au-Berneck ausgenommen, das immerhin den Halbfinal erreichte. Der Eindruck überwog, dass man das Pokalturnier sportlich nicht ernst genommen hat. Was für die Trainer aber auch schwer war, da viele Stammspieler derzeit in den Ferien weilen. So war von Diepoldsaus Engelbert Hutter wie auch von Montlingens Mirco Castrovinci zu erfahren, dass sie jeweils nur über drei Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft verfügten und den Rest des Teams mit Spielern aus dem Zwei oder Junioren auffüllen mussten. So stand bei ihnen nicht der sportliche Erfolg im Vordergrund, sondern die Kameradschaft und die Möglichkeit, den jungen Spielern einmal auf die Füsse zu schauen. «Sportlich bringt es nichts. Hauptsache, keine Verletzten», brachte es Castrovinci auf den Punkt.

Ein grosses Fest für die Rheintaler Fussballfamilie

Widnaus Chefcoach Sven Sonderegger hingegen hatte die meisten Kaderspieler zur Verfügung. Das schlechte Abschneiden seines Teams, das als Titelver­teidiger nur Siebte wurde, nahm aber auch er gelassen: «Der sportliche Wert eines Turniers zu diesem Zeitpunkt ist eher bescheiden, aber es gibt den Ergänzungsspielern die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Und für uns ist es eine Ehre und Verpflichtung, an diesem für den FC Rebstein wichtigen Turnier teilzunehmen.»

Eins ist klar: Auch wenn die Leistungen der Rheintaler Teams dieses Jahr bescheiden waren, das Rebsteiner Pokalturnier war wie immer ein grosses Fest für die Rheintaler Fussballfamilie. Viele Hunderte Fussballfans jeden Alters bevölkerten die Birkenau und genossen die einzigartige Atmosphäre, trafen alte und neue Freunde und tauschten sich über die Welt des Fussballs aus. Da ­geriet das Treiben der kickenden Akteure beinahe zur Nebensache. So wurde am Schlusstag in den Platzierungsspielen das 6:2 des FC Rüthi gegen den FC Diepoldsau genauso mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen wie die 2:3-Niederlage der gut kämpfenden Gastgeber vom FC Rebstein gegen die übers Turnier gesehen unglücklich agierenden Widnauer. Im Spiel um Rang fünf trotzten die Montlinger dem FC Altstätten ein 1:1 Unentschieden ab und unterlagen erst im Elfmeterschiessen. Und im kleinen Final gewannen die Gäste vom FC Steinach verdient gegen den FC Au-Berneck mit 2:1.

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