FUSSBALL: FC Widnau überrollt St. Margrethen

Der über siebzig Minuten drückend überlegene FC Widnau besiegte in einer torreichen und unterhaltsamen Partie den FC St. Margrethen klar mit 6:3 Toren.

Gerhard Huber
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Tormann Philipp Hammer, der hier vor dem einschussbereiten Norbert Frrokaj rettet, war ein guter Rückhalt seines Teams. (Bild: Ulrike Huber)

Tormann Philipp Hammer, der hier vor dem einschussbereiten Norbert Frrokaj rettet, war ein guter Rückhalt seines Teams. (Bild: Ulrike Huber)

Gerhard Huber

Das Derby hielt, was man sich im Vorfeld versprochen hatte. Ein Spiel, das sicher nicht zu den besten Matches gehörte, dazu war es einfach zu schwül. Aber ein Spiel, das seinen grossen Unterhaltungswert aus schönen Kombinationen, noch schöneren Toren und dem grossen körperlichen Einsatz beider Teams sowie der Spannung bezog. Denn wer zur Halbzeitpause beim Stand von 3:0 für die Aegeten-Kicker geglaubt hatte, damit sei bereits die Kuh vom Eis genommen, sah sich getäuscht. Die Heldsberger übernahmen für die ersten zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit das Kommando und kamen wieder auf 2:3 heran.

Die erste Halbzeit gehörte Widnau

In Halbzeit eins dominierten eindeutig die Schützlinge von Trainer Sven Sonderegger den Match. St. Margrethen hatte nichts zu bestellen. Während Widnau variabel, schnell und ständig die Positionen wechselnd wie auf einer schiefen Ebene gegen das Tor von Staudacher spielte, waren die FCSM-Kicker viel zu statisch. Es fehlte die Spritzigkeit, die rasche Antizipation des Spielgeschehens. Vor allem die Innenverteidigung mit den beiden technisch beschlagenen und routinierten Fussballern Besart Shoshi und Norbert Frrokaj war in der Rückwärtsbewegung viel zu langsam und wurde von den frech kombinierenden Blau-Weissen regelrecht auseinandergenommen.

St. Margrethen schlägt ­zunächst zurück

So wurde bei den Toren eins bis drei für die Gastgeber die Margrethner Defensive durch schnell gespielte Passkombinationen oder Doppelpässe ausgehebelt. Die Nutzniesser und Torschützen waren zweimal Daniel Lüchinger und Jasmin Abdoski. Besonders schön der Treffer zum 3:0, als der Ball über Nüesch, Liechti und Abdoski zu Lüchinger wanderte, der freigespielt im Strafraum verwerten konnte. Irgendwer musste den Widnauern dann Baldrian in den Halbzeittee geschüttet haben. Oder war es eine aufputschende Kof­feinbrause bei den Heldsbergern? Jedenfalls übernahmen Shoshi und Co. sofort für zwanzig Spielminuten das Kommando und erzielten bereits zwei Minuten nach Wiederbeginn nach einem Freistoss von links durch Sevalj Ljatifi, der auf einen Abpraller am schnellsten reagierte, ihr erstes Tor. Widnau wurde regelrecht in seiner Spielfeldhälfte eingeschnürt und musste nach einer guten Stunde Spielzeit sogar den Anschlusstreffer durch Ljatifi nach guter Vorlage von Shoshi hinnehmen. Der FCW wackelte. Genau in dieser Phase kam die entscheidende Spiel­szene. Die Heldsberger versäumten es, den allein mit dem Ball nach vorne eilenden Stefan Lukic noch rechtzeitig zu stoppen, sodass Shoshi nichts anderes überblieb, als knapp an der Strafraumgrenze ein Foul zu begehen. Es war die 68. Minute und die erste Chance des FCW in der zweiten Halbzeit.

Entscheidung fiel mit dem 4:2

Lukic trat den Freistoss mitten in die Mauer. Der Ball kam aber irgendwie durch diese hindurch und tropfte Abdoski vor die Füsse, der eiskalt verwandelte. Damit war mit dem 4:2 die Entscheidung gefallen und die Widnauer übernahmen für den Rest der Partie wieder das Kommando. Die restlichen sehenswerten Tore durch Lässer, der gleich zweimal traf, und Ljatifi aus einem von Jusefi verschuldeten Penalty waren nur noch Draufgabe.

2. Liga – Gruppe 1

FC Widnau – FC St. Margrethen 6:3 (3:0)

Aegeten – 420 Zuschauer – SR S. Cadusch

Tore: 8. Lüchinger 1:0, 29. Abdoski 2:0, 38. Lüchinger 3:0, 46. Ljatifi 3:1, 62. Ljatifi 3:2, 68. Abdoski 4:2, 77. Lässer 5:2, 86. Ljatifi 5:3 (Penalty), 88. Lässer 6:2.

FC Widnau: Hammer; Liechti (80. Forgia), Aggeler, Lukic, De Almeida; Lüchinger, Sonderegger (65. Jusefi), Lässer, Nüesch; Hutter (78. Thönig), Abdoski.

FC St. Margrethen: Staudacher; Kushtrim Hajrullahu, Frrokaj, Shoshi, Sabani (27. Vasic); D’Amico (46. Abazi), Burak, Lütolf, Can (71. Lotrim Hajrullahu); Ljatifi, Zivic.

Gelbe Karten: 35. Sonderegger, 47. Liechti, 51. Lukic (alle Foulspiel), 58. Burak (Reklamieren), 67. Shoshi (Foul).