FUSSBALL: Der Captain denkt ans Team

Der FC Diepoldsau-Schmitter hat Tabellenführer Schaan in einem harten und spannenden Spiel im Griff. Mit dem 0:0 bleibt die Ungeschlagenheit auf eigenem Platz gewahrt. Captain Willy Durot hat ein Kampfspiel erwartet.

Beni Bruggmann
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Willy Durot: Voller Einsatz für Diepoldsau-Schmitter. Der Aussenverteidiger ist robust, schnell und kaum aus der Ruhe zu bringen. (Bild: Ulrike Huber)

Willy Durot: Voller Einsatz für Diepoldsau-Schmitter. Der Aussenverteidiger ist robust, schnell und kaum aus der Ruhe zu bringen. (Bild: Ulrike Huber)

FUSSBALL. Die Farben des FC Diepoldsau-Schmitter sind gelb und blau, die Farbe seines Captains Willy Durot ist grün. Er arbeitet in Staad als Landschaftsgärtner. Er legt Gärten an, baut Wege, setzt Bäume und Sträucher. Er ist jeden Tag draussen in der Natur, im Grünen. Und wenn das Tageswerk getan ist, kommt er zurück in sein Heimatdorf Diepoldsau und geht zum Training – und auch das findet im Grünen statt. Diepoldsau ist allerdings nicht ganz richtig. «Ich wohne in Schmitter», betont er. Also dort, wo auch der Fussballplatz liegt.

Einen Landschaftsgärtner stellt man sich als bodenständigen, ruhigen, sachlichen Menschen vor. Genau so wirkt der 24-Jährige im Gespräch nach dem Match gegen Schaan auch. Nach 95 Minuten Hektik und Härte gibt er fundiert Auskunft. Er plaudert nicht. Er überlegt, er formuliert und er nimmt einen zweiten Antwort-Anlauf, wenn er mit dem ersten nicht ganz zufrieden ist. So, wie er eben im Beruf mit dem Rechen eine letzte kleine Unebenheit noch glättet.

Diepoldsau-Schmitter gegen Schaan entwickelt sich zu einem Spiel mit vielen Zweikämpfen, die hart und nicht immer korrekt geführt werden. «Wir haben genau so einen Kampf erwartet», sagt Durot. Sein Team lässt, defensiv gefestigt, zuerst den Gegner das Start-Feuerwerk abbrennen. Nach einer Viertelstunde wird das Spiel ausgeglichener, und gegen Schluss haben beide Mannschaften Chancen, den Match für sich zu entscheiden.

Rechtsfüsser Durot spielt Aussenverteidiger, und zwar je zur Hälfte auf der rechten und auf der linken Seite. Er wechselt mit seinem Kollegen Fabian Besserer. Seine defensiven Pflichten erfüllt er konsequent, und wenn sich die Gelegenheit bietet, schaltet er sich in den Angriff ein. Es gibt zwei, drei Situationen in diesem Spiel, da ist er sogar vorderster Mann. Und bei bestimmten Situationen ist er der hinterste: Wenn Diepoldsau einen Eckball treten kann, dann sichert er an der Mittellinie ab.

Er ist robust und schnell, und er bleibt auch in brenzligen Situationen ruhig. Der Captain muss nicht dauernd reden, doch als sich bei einem Unterbruch in der 73. Minute die Gelegenheit ergibt, ruft er seine Kollegen kurz zusammen und spornt sie an.

Er hat es nicht gern, wenn sich das Gespräch um ihn dreht. Viel lieber spricht er vom Team. «Wir sind in der Defensive stark», sagt er, «vier Gegentore in acht Rückrundenspielen – das ist stark.» Auch in diesem Spiel, in dem mit dem gesperrten Manuel Fisch der erfahrenste Abwehrspieler fehlt, wirkt die Abwehr sicher. Und ganz zuhinterst steht Florin Wetter im Tor, der grad mehrere gefährliche Situationen glänzend meistert. «Wir verlieren zu Hause nicht», sagt Durot überzeugt, «wir sind wirklich heimstark.» Und er freut sich über die jungen Spieler: «Sie machen Fortschritte, sie entwickeln sich immer besser.» So spricht einer, der zuversichtlich auf die nächste Saison schaut.

Durot hat stets für seinen FC Diepoldsau-Schmitter gespielt. Zum ersten Einsatz bei den Erwachsenen kommt er schon mit 16, als ihn Trainer Roman Hafner für die letzten fünf Minuten in einem Spiel der 2. Liga inter einsetzt. Als Stürmer! Heute hat er seinen Stammplatz in der ersten Mannschaft längst gefunden – etwas weiter hinten. Und als Führungsspieler.

Und im Leben? Hat er seinen Platz auch gefunden? Auf die Frage nach einer Freundin reagiert er ebenso besonnen wie auf die Fussball-Fragen. Einen Moment studiert er, und dann hat er die Formulierung gefunden: «Ich bin – glaub ich – ein bisschen zu viel auf dem Fussballplatz.»

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