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FUSSBALL: Captain hofft, dass sich der Knoten löst

Der FC Montlingen geht in St. Margrethen beim Duell am Strich unter und verliert 0:5. Captain Fabian Wüst braucht nach dem Spiel eine kurze Erholungszeit, bis er wieder gefasst ist.
Beni Bruggmann
Fabian Wüst hält nichts von langen Reden auf dem Fussballplatz: «Ich will die anderen mit meinem Beispiel überzeugen.» (Bild: Dominik Sieber)

Fabian Wüst hält nichts von langen Reden auf dem Fussballplatz: «Ich will die anderen mit meinem Beispiel überzeugen.» (Bild: Dominik Sieber)

Beni Bruggmann

Genau zu dem Zeitpunkt, als der Schiedsrichter auf dem Sportplatz Rheinau den Abstiegskampf zwischen dem FC St. Margrethen und dem FC Montlingen anpfeift, geht die Sonne unter. Die herbstliche Helligkeit schwindet. Für die Gäste aus Montlingen wird es stockfinster – ein Trauerspiel beginnt.

Es ist der sechste Match in Folge, den die Montlinger verlieren: Zum vierten Mal bringen sie kein Tor zustande. Am Schluss heisst es 0:5. Die Mannschaft, die mit zwei Siegen so erfreulich in die Saison gestartet ist, liegt nun unter dem Strich. Der Trainerwechsel vor einer Woche, von Mirco Castrovinci zum Interimsduo Urban Wüst und Herbert Kühne vollzogen, hat keine Sofortwirkung ausgelöst.

Spielführer blieb einige Zeit regungslos

Nach dem Schlusspfiff geht jeder seinen eigenen Weg. Der eine flüchtet in die Kabine, der andere bleibt dort sitzen, wo er beim Abpfiff gerade gestanden hat. Fabian Wüst, der 25-jährige Montlinger Spielführer, schleicht zur Spielerbank, schmettert die Captainbinde auf den Rasen und versteckt sich dann hinter der Bank. Da bleibt er minutenlang regungslos hocken. Einige Zeit später ist er ansprechbar. «Nach so einem Spiel brauche ich einfach ein paar Minuten, um die Eindrücke zu verarbeiten», entschuldigt er sich und gibt, zwar immer noch bedrückt und traurig, aber freundlich und gefasst Auskunft. «Wir haben einfach kein Glück. Bis 20 Meter vor das gegnerische Tor klappt es – dann ist es aus. So geht es, wenn du in der Krise steckst. Aber der Knoten wird sich lösen . . .»

Er hat sich eine Prise Optimismus bewahrt und denkt an den nächsten Sonntag. Dann spielt Montlingen daheim gegen Ems, das mit einem Punkt mehr über dem Strich liegt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Fabian Wüst versucht, im Mittelfeld das Spiel anzukurbeln, Impulse zu geben, Torchancen vorzubereiten. Er macht dies ruhig, besonnen, überlegt und wortlos. Aber es bleibt oft beim Versuch. Er läuft und kämpft.

Taten müssen Folgen, nicht Worte

Als Captain dürfte er durchaus auch einmal seine Kollegen wecken, motivieren, anstacheln. «Nein», sagt er, «ich halte nichts vom vielen Reden auf dem Fussballplatz. Ich will mit dem Beispiel überzeugen.» Diesmal gelingt das nicht, sein Team findet nicht ins Spiel. Und doch gibt es bei all dem Negativen einen positiven Aspekt: Wüst überzeugt in Sachen Fairness. Sein Zweikampfverhalten ist vorbildlich. «Ich wurde noch nie vom Platz gestellt und bekomme selten eine Verwarnung.»

Er ist ein zielstrebiger, erfolgsorientierter Mensch. Nie hat er für einen anderen Verein als für Montlingen gespielt. Schon als 15-Jähriger wurde er in der ersten Mannschaft eingesetzt. Er blickt also bereits auf zehn Jahre 2.- und 3.-Liga-Fussball zurück. Zielstrebigkeit gehört auch zu seinem Berufsleben. Er arbeitet als Polymechaniker bei Jansen in Oberriet, hat aber berufsbegleitend vor einem Jahr den Bachelor als Wirtschaftsingenieur abgeschlossen und belegt derzeit in Chur ein dreijähriges Masterstudium.

Junges Team braucht Zeit

Für die missliche Lage seines FC Montlingen findet Wüst keine Erklärung. Am früheren Trainer liegt es seiner Ansicht nach sicher nicht. Fabian Zünd ist überzeugt: «Die Qualität im Team ist vorhanden.» Dann findet er aber doch einen Ansatz: «Wenn man eigene Junge ins Team einbauen will, dann braucht das einfach seine Zeit.»

Negativspirale muss durchbrochen werden

Bis zur Winterpause, also während der Einsatzzeit des Trainerduos Wüst/Kühne, muss die Negativspirale durchbrochen werden. Der Captain will mithelfen: «Wir müssen den Knoten lösen, das Vergangene vergessen und positiv denken.» Er, der auf dem Feld Wortkarge, findet in der Kabine bestimmt die richtigen Worte. Er hat sie nach dem 0:5-Debakel schon nach zehn Minuten gefunden.

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