FUSSBALL: Au-Berneck behält die Oberhand

Der Absteiger FC Widnau tut sich weiterhin schwer in der regionalen 2. Liga. Gegen den Lokalrivalen FC Au-Berneck 05 setzt es in einem nur teilweise unterhaltsamen Spiel vor grosser Kulisse eine 1:3-Heimniederlage.

Gerhard Huber
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Nach einem stürmischen Start liessen die Auer nach, hatten aber die Widnauer Offensive – hier mit Jasmin Abdoski – meistens im Griff. (Bild: Ulrike Huber)

Nach einem stürmischen Start liessen die Auer nach, hatten aber die Widnauer Offensive – hier mit Jasmin Abdoski – meistens im Griff. (Bild: Ulrike Huber)

FUSSBALL. Das mit Spannung erwartete Derby zwischen Widnau und Au-Berneck brachte zwar keinen fussballerischen Leckerbissen, enthielt aber viele Zutaten, die ein Derby-Menu auszeichnet. Kampf, Emotionen, einen vergebenen Penalty, Spannung bis kurz vor Schluss und schöne Tore.

Es enthielt aber auch ein paar Zutaten, die man nicht unbedingt sehen will. So den Platzverweis von Diego Liechti in der Nachspielzeit. Und einige Möchtegern-Ultras, die am Rande des Sportplatzes Aegeten mit Pyro zündelten.

Vermummte Gestalten

Vermummte Gestalten, die sich dabei noch derart dumm anstellten, dass sie die Petarden gegen den Wind abfeuerten und sich daher selbst einnebelten – sodass viele Zuschauer nicht einmal etwas vom Vorfall mitbekamen, der sich kurz vor dem verschossenen Widnauer Penalty abspielte. Als sich ein Zuschauer, der seine Kinder schützen wollte, entgegenstellte, gaben die Hirnlosen sofort Fersengeld.

Der Match selbst begann auch mit einem Donnerschlag. Gezündet durch die Auer, die schon in der dritten Minute mit 1:0 in Führung gingen. Wobei es eigentlich eine Fehlzündung der Sonderegger-Truppe war. Ein klarer Goalie-Fehler von Kevin Jung, der einen an und für sich harmlosen Ball, der von den Gästen kam, fälschlicherweise nicht mit den Händen sicherte, sondern mit dem Fuss abschlug. Freilich direkt in die Füsse von Fatlum Aliu. Dieser nahm das Geschenk dankend an und lobte den Ball sofort über den immer noch zu weit vor dem Tor stehenden Jung.

Perfekter Pass, satter Schuss

Nur vier Minuten später traten die Lüchinger-Schützlinge als Selbstzünder auf: Ein schneller Vorstoss von Rückkehrer Volkan Akyildiz rechts aussen, ein perfekter Pass in die Mitte, ein satter und unhaltbarer Schuss von Liridon Maliqi – und schon waren die Gäste mit 2:0-Toren vorne.

Es ging zunächst in derselben Tonart weiter. Ein von beiden Teams offensiv geführtes Spiel wogte hin und her. Die 13. Minute brachte prächtige Aktionen hüben wie drüben. Zunächst waren nochmals die Kicker von der Degern an der Reihe. Ein harter Distanzschuss von Mario Zivic streifte den Querbalken von Jungs Gehäuse. Im Gegenstoss konnten die Gastgeber den Anschlusstreffer erzielen. Ein von der Verteidigung für einen kurzen Moment allein gelassener Jasmin Abdoski stoppte sich eine Flanke herunter und hatte genug Zeit, überlegt ins rechte Kreuzeck zu schiessen.

Gnade vor Recht

Anschliessend verflachte das Spiel. Kurz vor dem Halbzeitpfiff kamen erstmals Emotionen ins Spiel, als Diego Liechti den stürmischen Akyildiz einen Meter vor dem Strafraum mit einem Schultergriff zu Fall brachte. Letzter Mann? Notbremse? Schiedsrichter Lukas Schüepp sah es anders, liess Gnade vor Recht ergehen und schloss die Situation zwar mit Freistoss – der nichts einbrachte – aber ohne Karte ab.

Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit gehörten den Widnauern, die mit Elan aus der Kabine kamen. Schon in der 46. Minute hatte Abdoski nach toller Vorarbeit von Daniele Lamorte die Möglichkeit zum Ausgleich, scheiterte aber knapp. Wenig später wurde der agile Lamorte im Strafraum gelegt. Nächste Chance zum Ausgleich für Abdoski. Fabio Staudacher, der das Gehäuse der Auer fehlerfrei hütete, erriet aber die richtige Ecke und konnte den Penalty unschädlich machen.

Gift und Galle

Viele Chancen gab es dann nicht mehr, das Spiel verflachte zusehends. Dafür eine Rudelbildung nach Foul an Flamur Maliqi, der verletzt ausschied. Auf einmal war Gift und Galle sowie übermässige Härte im Spiel. Diese gipfelten in einer roten Karte gegen Diego Liechti in der Nachspielzeit. Schon Liechtis zweiter Platzverweis im zweiten Meisterschaftsspiel.

Den sportlichen Schlusspunkt der Partie hatte kurz zuvor schon der eingewechselte Marc Gröber gesetzt, der Goalie Jung mit einem listigen Lob bezwang und damit den 3:1-Sieg für den FC Au-Berneck besiegelte.

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