FUSSBALL: Am liebsten im Mittelfeld

Der FC Au-Berneck 05 verliert in Widnau mit 0:1. Au-Bernecks Spieler Daniele Varano, der sich in der Vorrunde einen Stammplatz erkämpfte, kommt nur für die letzten 20 Minuten zum Einsatz: Zu wenig trainiert.

Beni Bruggmann
Drucken
Teilen
Daniele Varano (rechts) macht es nichts aus, auf engem Raum zu spielen. (Bild: Ulrike Huber)

Daniele Varano (rechts) macht es nichts aus, auf engem Raum zu spielen. (Bild: Ulrike Huber)

Beni Bruggmann

Daniele Varano aus Berneck steht im dritten Lehrjahr als Krankenpfleger. Im Spital Altstätten sorgt er sich um die Patienten. Er hilft bei der Körperpflege, versorgt Wunden, misst den Blutdruck, überwacht medizinische Apparate und verabreicht Medikamente. «Ich hatte diese Woche Spätdienst, konnte kaum trainieren. Und vorher hatte ich eine Grippe», sagt der 18-Jährige und ergänzt, dass darum der Platz auf der Auswechselbank für ihn im Derby logisch gewesen sei.

Linker Flügel statt rechter Aussenverteidiger

Die zweite Halbzeit beginnt. Er verlässt die Spielerbank und bereitet sich auf den Teileinsatz vor. In der 70. Minute ist es so weit. Widnau führt durch das Tor kurz vor der Pause immer noch 1:0. Varano, der in der Vorrunde meist als rechter Aussenverteidiger gespielt hat, versucht am linken Flügel offensive Impulse zu setzen. Es gelingt ihm nicht. Aber mit einem herrlichen weiten Zuspiel auf Samir Luiz Sganzerla beweist er Spielübersicht.

Am Schluss bleibt es beim knappen FCW-Sieg, und Daniele Varano sagt: «Von unserem Team hat niemand einen Sieg erwartet. Wir konnten gegen den Favoriten ohne Druck ins Spiel gehen. Mit viel Glück wäre vielleicht ein Punkt möglich gewesen. Unser Kevin Jung im Tor hat eine sensationelle Partie gezeigt und eine deutliche Niederlage verhindert.» Varanos Stammplatz in allen Vorrundenspielen war der des rechten Aussenverteidigers. Nun folgte in Widnau der Einsatz am linken Flügel. Er scheint ein Allrounder zu sein.

Als Junior Abstecher zum FC St. Gallen

«Ja, ich kann auf vielen Positionen spielen, aber am wohlsten fühle ich mich im Mittelfeld», blickt er auf seine Fussballerlaufbahn zurück. In Berneck fängt sie an. Schon als kleiner Knirps steht er auf dem Platz. Bis er zehn ist, ist sein Vater sein ständiger Begleiter, weil er auch sein Trainer ist. Und auch als er später bei den B-Junioren in der Coca-Cola-League spielt, heisst der Trainer Roberto Varano.

Dazwischen macht Daniele den Abstecher zum FC St. Gallen, wo er in der U11 beginnt und bis in die U14 kommt. «Es war für mich eine wichtige Zeit», blickt er zurück, «ich habe fussballerisch und menschlich viel profitiert.» Dann kehrt er zu seinem Stammverein zurück. Er schliesst seine Schulzeit an der Sportoberstufe der OMR in Heerbrugg ab und beginnt die Lehre.

Wegen Prüfungen nicht am U19-Turnier dabei

Im Mai findet in Altstätten das U19-Turnier statt. Einer wie Daniele Varano würde gut ins verstärkte Team des FC Altstätten passen. Er gilt als fairer, athletischer und talentierter Spieler. Er sagt: «Natürlich hat es mich gereizt, dort dabei zu sein. Ich wurde auch angefragt. Aber ich habe jetzt Abschlussprüfungen vor mir. Noch weitere zusätzliche Trainings, das schien mir doch etwas gar viel zu werden. Ich musste absagen.» Schliesslich will der junge Mann auch seinen grossen Freundeskreis beibehalten: «Wir sind eine grosse Gruppe von guten Kollegen. Ich freue mich jedes Mal, wenn wir gemeinsam in den Ausgang gehen.»

Mitte dieses Jahres wird aus dem Krankenpfleger-Lehrling ein «Fachmann Gesundheit». Er wird sich dann sofort weiterbilden und ein Jahr lang täglich die Berufsmittelschule besuchen. Die Aufnahmeprüfung hat er bereits bestanden.

«Ich habe für dieses Jahr finanziell bereits ein bisschen vorgesorgt», sagt er, «und meine Eltern werden mich unterstützen.» Sabine und Roberto Varano, die zusammen mit ihren beiden Söhnen Luca und Nico in Widnau am Spielfeldrand standen, begleiten ihren Daniele im Fussball. Und auf dem Weg zum erfolgreichen Berufsmann werden sie es auch tun.