FUSSBALL
«Ausserhalb von Toren und Punkten hat der Verein viel Wichtigeres zu bieten»: Fussball-Club Rüthi hat Grund zum Feiern

Der Fussball-Club Rüthi feierte sein 75-Jahr-Jubiläum mit 250 Mitgliedern und Gästen in der MZH Bündt.

Yves Solenthaler
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Präsident Urs Baumgartner mit Ernst Schneider, einem Gründungsmitglied des FC Rüthi.

Präsident Urs Baumgartner mit Ernst Schneider, einem Gründungsmitglied des FC Rüthi.

Bild: ys

Am 26. Oktober 1946 ist im Restaurant Grütli im Büchel der FC Rüthi gegründet worden. Es war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die Zeit der Fussball-Pioniere im Oberrheintal: Im Jahr zuvor waren bereits in Altstätten, Montlingen und Rebstein Fussballclubs entstanden. Vor 75 Jahren komplettierte der FC Rüthi das heute noch bestehende Oberrheintaler FC-Quartett.

Die treibende Kraft bei der Rüthner Vereinsgründung war Albert Bösch. «Herr Bösch fragte uns junge Burschen an, ob wir im Verein Fussball spielen möchten», erinnert sich Ernst Schneider. Er gehört mit Max und Walter Kobelt zu den noch lebenden Gründungsmitgliedern. Der in Rebstein wohnende Schneider war der Einzige von ihnen, der an der Jubiläumsfeier teilnehmen konnte.

Am Anfang zog jeder ein eigenes Leibchen an

«Ich war damals, wie viele spätere Fussballerkollegen, im Turnverein Rüthi», berichtet Ernst Schneider. Die Vereinsfarben des FC Rüthi waren von Anfang an Blau-Weiss, aber «in den ersten Spielen hatten wir nicht mal einheitliche Trikots, jeder zog ein eigenes Leibchen an». Die ersten Trainer seien aus Vorarlberg gekommen: «Die Österreicher waren fussballerisch schon viel weiter», sagt Ernst Schneider.

Er zog 1952 nach Rebstein um, kickte aber noch immer für den FC Rüthi: «In Rebstein kam ich aber wieder in Kontakt mit Turnern», sagt Schneider. So schloss er sich dem TV Rebstein an: «Dort habe ich noch viele Jahre Faustball gespielt.» Sportlich ist Rüthis Gründungsmitglied noch immer: «Ich bin oft mit dem Velo unterwegs», sagt Ernst Schneider. Erst seit er 88-jährig ist, gönnt er sich ein E-Bike und somit etwas Unterstützung beim Treten.

Beim FC Rüthi ist die Sportlichkeit auch nach 75 Jahren noch Programm. «Aber ausserhalb von Toren und Punkten hat der Verein viel Wichtigeres zu bieten», sagt Präsident Urs Baumgartner, «nämlich Leidenschaft, Zusammengehörigkeit und Einsatz für eine gemeinsame Sache. Viele Helferinnen und Helfer machten es weiterhin möglich, dass sich der FC Rüthi so erfreulich entwickelt hat», sagt Baumgartner, «und ich bin überzeugt, dass bei uns weiterhin das Miteinander im Vordergrund steht.»

Mit dem Gewinn des Prix Benevol für herausragende ehrenamtliche Arbeit macht der FC Rüthi jedenfalls eine gute Figur. Auch der Besitz des Gütesiegels Sport-verein-t seit 15 Jahren (als zweiter Fussballclub nach Widnau) steht für die hohe Qualität der Vereinsarbeit. Dass die erste Mannschaft seit Jahren am Aufstieg in die 2.Liga scheitert, ist nur ein Randaspekt, am Jubiläumsabend gar keiner.

Ehrengäste vom Gemeinderat sind gekommen, Gemeindepräsidentin Irene Schocher hielt ebenso eine Geburtstagsrede wie Peter Witschi, der Grüsse und Geschenke von drei Fussballverbänden überreichte. Und als Überraschungsgast brachte Komiker Claudio Zuccolini die etwa 250 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Bündt-Halle zum Lachen.

75 Jahre nach der Vereinsgründung freuten sich die Gäste aber vor allem mit dem immer noch jugendlichen Verein.

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