Fundamente der ÖBB-Brücke freigelegt

Das Hochwasser von Mitte Juni hat an der neuen Eisenbahnbrücke zwischen St. Margrethen und Lustenau Spuren hinterlassen. Die hohe Fliessgeschwindigkeit des Wassers im Rheinvorland hat zu Auswaschungen an den Brückenpfeilern geführt.

Kurt Latzer
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ST. MARGRETHEN. Beim Bau der ÖBB-Brücke wurden die Fundamente der Brückenpfeiler mit Kies bedeckt und befestigt, ringsum Gras angepflanzt. Auf eine Pflästerung mit Steinen hat man damals verzichtet. Das war eine Fehleinschätzung, wie sich nach dem Hochwasser von Mitte Juni gezeigt hat. Wie die hohe Fliessgeschwindigkeit des Hochwassers gewirkt hat, ist an den Fundamenten der Pfeiler zu sehen.

Keine Gefahr für die Brücke

In einem etwa 20 Quadratmeter grossen Loch am Fusse einer der Betonstützen stand am Dienstagnachmittag das Wasser etwa eineinhalb Meter tief. Einen Pfeiler weiter war im ausgespülten Loch das Betonfundament zu sehen. Claudio Senn, Mitarbeiter des Rheinunternehmens in Widnau, bestätigt, dass beim Hochwasser die Grasnarbe wegen der hohen Fliessgeschwindigkeit weggerissen und das Kies weggespült wurde. «Die Pfeiler und die Stabilität der ÖBB-Brücke waren zu keiner Zeit gefährdet. Die Pfeiler sind so tief verankert, dass wir ruhig schlafen können», sagt Claudio Senn auf Anfrage. Mit den Aufräumarbeiten haben die ÖBB den Landwirt Fritz Künzler beauftragt, Unterpächter des Rheinvorlandes auf dem Gebiet der Politischen Gemeinde St. Margrethen. «Alles zusammengezählt, haben wir etwa vier Tage aufgeräumt», sagt Künzler, «Kies und bis zu faustgrosse Steine lagen bis etwa 200 Meter unterhalb der Eisenbahnbrücke.» Die Gemeinde habe ihm für Aufräumarbeiten Asylbewerber zur Seite gestellt. «Ich war mit den Leuten sehr zufrieden, die haben fleissig gearbeitet», sagt Künzler.

Vielleicht wird gepflästert

Der St. Margrether Landwirt wünscht sich, dass die Löcher an den Pfeilern so schnell wie möglich gefüllt und befestigt werden. Am liebsten mit Steinen. Claudio Senn: «Es werden Überlegungen angestellt, die Fundamente der Brückenpfeiler mit Steinen zu pflästern.» Sollte man sich für diese Variante entscheiden, kämen ähnliche Steine zum Einsatz wie sie schon beim Bau der Dämme des Mittelgerinnes verwendet wurden. Wann die Löcher an den Pfeilern gefüllt sind, steht noch nicht fest.