Für Radstreifen zu schmal

BERNECK. Die Bahnstrasse zwischen Heerbrugg und Berneck hat neue Randabschlüsse und einen neuen Belag. Aber dort, wo sie für Velofahrer am gefährlichsten ist, hat's keine Radstreifen mehr.

René Schneider
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Der Radstreifen endet, wo die Kantonsstrasse enger und kurvenreicher wird. Vor der Sanierung reichte er bis zur Gemperenstrasse. (Bild: René Schneider)

Der Radstreifen endet, wo die Kantonsstrasse enger und kurvenreicher wird. Vor der Sanierung reichte er bis zur Gemperenstrasse. (Bild: René Schneider)

Das verstehen Laien nicht: Warum wurden nach der Sanierung der Bahnstrasse die Radstreifen nicht wie zuvor bis ins Dorf – oder lieber noch weiter gezogen?

Stattdessen wurden die Radstreifen beidseits der Strasse um etwa 250 Meter gekürzt. Sie reichten vor der Sanierung bis zur Gemperenstrasse. «Das Strassenkreisinspektorat hat die Radstreifen im Bereich der Gemperenstrasse bis Husenstrasse demarkiert», schreibt Strassenkreisinspektor Titus Tobler auf unser fragendes Mail.

Alter und Qualität

«Die Gründe lagen einerseits im Alter und der Qualität der Markierung. Die Messlatte für Markierungen liegt sehr hoch bezüglich Nacht- und Nassretroreflexion, Griffigkeit usw. Die Anzahl der Unterhaltsapplikationen hat auch Grenzen, so dass die Markierung von Zeit zu Zeit ganz entfernt werden muss.

Schlicht zu schmal

Eine Unterhaltsmarkierung kam ohnehin nicht mehr in Frage, weil die Strasse für Radstreifen nach heutigem Kenntnisstand schlicht zu schmal ist», begründet Tobler.

Doch war die Strasse vor der Sanierung gleich breit oder schmal, und trotzdem gab's Radstreifen auch in der Kurve beim Dorfeingang. Dazu der Strassenkreisinspektor: «Wir hatten die Wahl zwischen gefährlichen oder gar keinen Radstreifen.» Sollen Velofahrende dorfeinwärts auf das Trottoir ausweichen? «Das Velo darf natürlich nicht auf den Gehweg, andererseits ist es aber nicht verboten, mit dem Velo auf der Strasse ohne Radstreifenmarkierung zu fahren.»

Gemäss Tobler wurde die Markierung der Radstreifen seinerzeit an der Gemperenstrasse begonnen, weil dort die signalisierte Höchstgeschwindigkeit änderte. Jetzt beginnen die Radstreifen und der Rad- und Gehweg auf der anderen Seite dort, wo der Ausserortsbereich beginnt (80 km/h).

Homogen ohne Radstreifen

Somit sei «die ganze Strecke innerorts (50 generell) homogen ohne Radstreifenmarkierung.» Das leuchtet ein, aber Velofahrer hätten die Strasse vielleicht lieber homogen mit Radstreifen. Zudem führte vor Jahren der Gemeinderat Berneck den durchgehenden Radstreifen Richtung Heerbrugg ins Feld, als aus der Bevölkerung eine Beleuchtung des parallel verlaufenden Schulweges Kloterenstrasse gefordert wurde.

Die Bahnstrasse sei als Veloverbindung nach Heerbrugg sicher und beleuchtet, beschied der Gemeinderat damals.

Titus Tobler schreibt abschliessend: Mit der jetzigen Lösung sei «die Diskussion natürlich noch nicht zu Ende. Die Strecken sind in der Netzüberprüfung des rollenden Langsamverkehrs erfasst. Es sind dort Massnahmen vorgesehen. Zuerst werden aber die Schwachstellen im Bereich der Strassenraumgestaltung Berneck behoben.»