«Für moralische und politische Unterstützung ist man nie zu alt»: An der Bundesfeier im Widnauer Haus Augiessen appelliert die Gemeindepräsidentin an die Bewohner – und verteilt Sonnenhüte

Die traditionelle Bundesfeier in der Widnauer Badi fiel aus – im Haus Augiessen gab es eine.

Drucken
Teilen
Gut gelaunt mischte Gemeindepräsidentin Christa Köppel sich unter die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Augiessen.

Gut gelaunt mischte Gemeindepräsidentin Christa Köppel sich unter die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Augiessen.

Bild: PD

«Dieses Jahr ist alles anders», sagte Christa Köppel den Seniorinnen und Senioren, die sich im Augiessen-Garten unter Bäumen und Sonnenschirmen versammelt hatten:

«Corona beeinflusst unser Leben radikal.»

Sie habe festgestellt, betagte Menschen gingen mit dieser schwierigen Situation viel besser um als jüngere. «Sie sind sich Einschränkungen gewohnt, sie wissen, wie es ist, wenn die Kräfte nicht mehr reichen und der Aktionsradius immer kleiner wird.» Köppel sprach den Zweiten Weltkrieg an: Alle, die älter seien als 75, hätten ihn in ihrer Kindheit oder Jugend erlebt. «In dieser Zeit haben sie mit Verzicht, Not, Armut und Angst leben müssen.»

Solidarität zwischen jungen und alten Menschen

Köppel machte auch die Solidarität der jungen Menschen zum Thema. Sie hätten die coronabedingten Einschränkungen akzeptiert und für die älteren Menschen eingekauft. Mit Solidarität sei viel möglich: «Ich hoffe, es bleibt so.»

So forderte sie die ältere Generation auf, ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln den Rücken zu stärken, wenn sie sich über Landesgrenzen hinweg für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. «Die heissen Sommer, die schmelzenden Polkappen, der Rückzug der Gletscher, die Verödung der Meere, die Abholzung der Regenwälder: Das betrifft nicht nur einige wenige, es betrifft uns alle.» Und:

«Für moralische und politische Unterstützung ist man nie zu alt.»

Die Pflegenden seien über sich hinausgewachsen, fuhr die Gemeindepräsidentin fort, die Mitarbeitenden des Zentrums Augiessen hätten einen tollen Job gemacht. Und die Bewohnerinnen und Bewohner hätten die schwierige Zeit mit Gelassenheit und einer grossen Portion Humor gemeistert.

Nach ihrer Rede verteilte Christa Köppel allen Sonnenhüte.

Nach ihrer Rede verteilte Christa Köppel allen Sonnenhüte.

Bild: PD

Der Bauzaun brachte mehr Bewegungsfreiheit

Zwar durften sie keine Besuche empfangen, dafür konnten sie sich dank Bauzaun in der grosszügigen Gartenanlage bis spätabends frei bewegen.

So herrschte im Augiessen keine triste Stimmung. Das bestätigte auch Zentrumsleiterin Yvonne Naef. Besonders fröhlich war die Atmosphäre am 1. August. Während einige zu Spässen aufgelegt waren, genossen andere die Idylle am Teich. Sie lauschten den Appenzeller Klängen der Zithergruppe Heemelig und dem zarten Harfenspiel von Pflegestudentin Jennifer Blanc, die im Augiessen ihr Praktikum macht.

Mehr zum Thema

Unihockey: Staub ergänzt die Flyers Widnau mit viel Erfahrung

Das Fanionteam der UHC Flyers Widnau wird um ein wichtiges Element bereichert. Mit Micha Staub wechselt ein erfahrener Kleinfeldspieler ins Rheintal. Er verstärkt das ambitionierte Fanionteam, das in den letzten Jahren mehrfach knapp dem Aufstieg verpasste, per sofort.