Für Euch und für alle!

Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich muss es einfach tun. Ja, ich schulde es Ihnen sogar, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Weggefährten. Es führt kein Weg daran vorbei und auch keiner mittendurch, darüber oder querfeldein.

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Andreas Rüdisüli

Andreas Rüdisüli

Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich muss es einfach tun. Ja, ich schulde es Ihnen sogar, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Weggefährten. Es führt kein Weg daran vorbei und auch keiner mittendurch, darüber oder querfeldein. Es ist mein Schicksal und irgendwie auch das Ihre, liebe Freunde, auch wenn es Ihnen bisher nicht bewusst war. Es steht wohl irgendwo geschrieben, dass es so sein soll. Vermutlich in einem alten Maya-Kalender.

Lassen Sie mich etwas ausholen, bevor ich vielleicht irgendwann zur Sache komme: Ich bin ein einfacher Mann, einer aus dem Volk, einer von Ihnen, oder darf ich sagen: Einer von Euch? Ein Büezer mit Schwielen an den Händen und Schweissflecken unter den Armen (leider ist mein Büro nicht klimatisiert). Einer, der Nägel mit Köpfen macht und nicht Schrauben mit Hälsen. Einer, der nicht katzbuckelt vor Falschen Propheten und Grossen Verführern, der lieber den Fünfer in der Hand hat als das Weggli auf dem Dach, der nicht mit Franken auf Euro schiesst, der die Morgenstund auch mal Morgenstund sein lässt und das Gold im Mund auf die Bank bringt (oder zum Altgoldhändler – gibt gutes Geld, bar auf die Hand). Kurzum: Ich bin ein Typ zum Gernhaben. Einer, mit dem Sie sich identifizieren können. Ich trage keine Krawatte, keine Manschettenknöpfe und keine Unterwäsche. Ich habe kaum Bedürfnisse, mein Lohn geht an wohltätige Organisationen: 40 Prozent ans Rote Kreuz, 40 Prozent an die Caritas, 30 Prozent an die Grenzen ohne Ärzte und die restlichen 60 Prozent an Pfarrer Sieber. Ich bin derart für unsere Gesellschaft engagiert, dass ich manchmal nicht mehr weiss, was ich eigentlich bewirken will.

Das muss ein Ende haben. Und darum sage ich nun heute: Ich will ein Amt! Ich will kandidieren! Wofür, spielt keine Rolle. National-, Kantons-, Regierungs- oder Gemeinderat. In den nächsten Monaten haben Sie die Möglichkeit, mich zu all dem zu machen. Ob alles gleichzeitig oder eins nach dem andern, ist unwichtig. Ich bin mir für alles und nichts zu schade.

Wofür ich stehe? Für das, was gut für mich ist. Darüber hinaus fordere ich: AHV für Linkshänder, IQ für Rechtswähler, Winterpneupflicht für Igel, Rauchpausen für Kindergärtler, Tempo 50 in 30er-Zonen, erleichterte Einbürgerung für holländische Tomaten, bedingungsloses Grundeinkommen für Ex-Bundesräte – und, gopf, wir sollten endlich einen Schweizer auf den Mond schicken.

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