Für das laufende Jahr gewappnet

Die Rheintaler Raiffeisenbanken sind zufrieden: Die Kundengelder haben 2014 um 4,2 % zugenommen, die Ausleihungen um 3,3 %. Der Bruttogewinn ist zwar nicht auf Vorjahreshöhe, aber dennoch das zweitbeste je erzielte Ergebnis.

Seraina Hess
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Die Bankleiter der sieben Rheintaler Raiffeisenbanken, von links: Albert Quauka (Diepoldsau-Schmitter), Anton Moser (Mittelrheintal), Oswald Wetli (Unteres Rheintal), Rolf Zollinger (Oberes Rheintal), Linus Spirig (Marbach-Rebstein), Reto Zellweger (Berneck-Au), Patrick Quauka (Kriessern). (Bild: Seraina Hess)

Die Bankleiter der sieben Rheintaler Raiffeisenbanken, von links: Albert Quauka (Diepoldsau-Schmitter), Anton Moser (Mittelrheintal), Oswald Wetli (Unteres Rheintal), Rolf Zollinger (Oberes Rheintal), Linus Spirig (Marbach-Rebstein), Reto Zellweger (Berneck-Au), Patrick Quauka (Kriessern). (Bild: Seraina Hess)

RHEINTAL. Als der Termin für die Pressekonferenz zum Jahresabschluss 2014 der Rheintaler Raiffeisenbanken vereinbart worden ist, hatte noch keiner der sieben Bankleiter damit gerechnet, dass schon bald turbulente Zeiten bevorstehen würden.

«Bis auf die Strasse sind letzte Woche Bankkunden am Schalter angestanden, um hohe Euro-Beträge zu beziehen», erinnerte sich Albert Quauka, Bankleiter Diepoldsau-Schmitter, am Mittwochvormittag.

Was den Banken und Unternehmen aufgrund der Aufhebung des Euro-Mindestkurses noch bevorsteht, versuchte Ökonom Roland Kläger in einem kurzen Vortrag zu prognostizieren (siehe Zweittext). Doch wie sich das wirtschaftliche Umfeld im laufenden Jahr auch entwickeln wird, eines steht für die Rheintaler Raiffeisenbanken fest: 2014 war für sie ein Jahr mit erfolgreichen Zahlen. Die Eigenkapitalbasis, bestehend aus Genossenschaftskapital, gesetzlichen und stillen Reserven, ist um 6,5 Prozent stärker geworden. Dieser Zuwachs entspricht rund 15 Millionen Franken.

Viele Anfragen, viele Absagen

Bei den Kundengeldern wird seit Jahren ein starkes und konstantes Wachstum beobachtet. Obwohl die Zinsen auf tiefem Niveau verharren, sei der Sparwille der Raiffeisen-Kunden gross. «Vielleicht auch gerade wegen des tiefen Zinssatzes, denn die Leute sparen in Zeiten wie diesen mehr», sagte Anton Moser (Mittelrheintal). Im vergangenen Jahr nahmen die Kundengelder um knapp 97 Millionen Franken zu, was einer Erhöhung von 4,2 Prozent entspricht.

Wegen der lang anhaltenden Tiefzinsphase hat die Nachfrage nach der Immobilienfinanzierung 2014 weiter zugenommen. Die Wachstumsrate hat sich zwar gegenüber dem Vorjahr leicht verringert, doch mit einem Zuwachs von 3,3 Prozent liegen die Raiffeisenbanken erstmals knapp über der Drei-Milliarden-Grenze. Anton Moser betonte, dass jede Finanzierungs-Anfrage sorgfältig und nach strengen Vorgaben geprüft werde, um sicherzustellen, dass Kunden ihren Verpflichtungen auch bei steigenden Zinsen nachkommen können. Rolf Zollinger (Oberes Rheintal) berichtete, dass aufgrund dieser Vorgaben anzahl- und frankenmässig noch nie so viele Anfragen von Kunden abgelehnt werden mussten wie im vergangenen Jahr.

Zinsgeschäft unter Druck

Das tiefe Zinsniveau ist zwar günstig für jene, die investieren wollen – für die Banken allerdings bedeutete dies weiteren Druck auf die Zinsmarge, die bei 1,03 Prozent zu liegen kam. Mit 35,2 Millionen Franken wurden 1,2 Millionen oder 3,3 Prozent weniger erwirtschaftet als im Vorjahr. Ein Plus von 272 000 Franken oder 5,7 Prozent konnten die Rheintaler Raiffeisenbanken im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft verzeichnen.

Das Ergebnis aus dem Handelsgeschäft verharrt nach deutlichen Anstiegen zwischen 2009 und 2011 auf gleichem Niveau. Immerhin liegt die Bank mit 4,24 Millionen 90 000 Franken oder 2,2 Prozent über dem Vorjahresergebnis. In diesem Zusammenhang erwähnte Patrick Quauka, dass es einer Raiffeisenbank untersagt ist, Eigenhandel zu betreiben. Das Ergebnis resultiere allein aus Kundengeschäften. «Ein System, dass uns auch nach den Ereignissen von letzter Woche vor grösseren Bestandesverlusten bewahrt hat», fügte Quauka hinzu.

Zweithöchster Bruttogewinn

Bei einem um 400 000 Franken rückläufigen Geschäftsaufwand erzielten die Rheintaler Raiffeisenbanken einen Bruttogewinn von 20,95 Millionen. Der Rekordwert von 2013 ging damit zwar um 1,7 Prozent zurück – dennoch handelt es sich um das zweitbeste je erzielte Ergebnis. Ein Resultat, das die sieben Bankleiter freut. Albert Quauka fasste zusammen: «Wir sind überzeugt, dass wir gut aufgestellt sind und das aktuelle, für alle herausfordernde Jahr erfolgreich meistern können.»