Fünf Euro – zwei Jahre später

Haben die zwei Rheintaler Töfffahrer die Autobahngebühr nur für einen Töff bezahlt? Oder geht Lucca Messmer in Au einem gerissenen Touristen-Abzocker auf den Leim? Die Fragen interessieren ihn nicht. Er wird 13 Euro zahlen.

René Schneider
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Als Lucca Messmer aus seinen Ferien 2014 zurückkam, lag in der Post die Forderung vom Juli 2012. (Bild: René Schneider)

Als Lucca Messmer aus seinen Ferien 2014 zurückkam, lag in der Post die Forderung vom Juli 2012. (Bild: René Schneider)

AU. Genau zwei Jahre brauchte die italienische Autobahn-Betreibergesellschaft S.p.A, um Lucca Messmer in Au ausfindig zu machen und ihm über eine Inkassofirma eine Zahlungsaufforderung zuzustellen. Der Brief ist in fast perfektem Deutsch abgefasst und macht geltend: Lucca Messmer sei mit seinem Motorrad am 25. Juli 2012 bei Como ohne zu bezahlen durch eine Autobahn-Zahlstelle gefahren. Der «Täter» schmunzelt: Die Forderung sei wohl berechtigt, obwohl er sich an keine Details erinnern könne. «Ist das nicht verjährt?», fragt er belustigt. Doch sei er Ende Juli 2012 zusammen mit einem Kumpel mit den Motorrädern nach Korsika gefahren. Vielleicht seien sie tatsächlich nach dem Bezahlen der Gebühr mit beiden Töffs unter der sich öffnenden Schranke durchgefahren. «Mit dem Auto zahlen zwei Personen mit vier Rädern auch nur einmal», wagt Lucca Messmer aus sicherer Distanz eine kleine Rechtfertigung Richtung italienische Autobahn-Betreiberin. Aus dem Schreiben geht hervor, dass die ausstehende Autobahngebühr fünf Euro beträgt, die Autostrada per l'Italia das Inkasso einer Inkassofirma überlassen hat und Lucca Messmer – inklusive aller Umtriebe – 13 Euro bezahlen soll. Er könne Einsprache erheben, belehrt ihn das Schreiben. Der Auer wird das unterlassen. Wegen 13 Euro werde er nicht ein Verfahren riskieren, das letztlich das Mehrfache kosten könnte.

Zweifel hat Lucca Messmer trotzdem, gab es in den letzten Jahren doch Medienberichte über dubiose Italiener, die sich Touristen-Nummernschilder notieren und lange Zeit später kleine, unberechtigte Forderungen in Rechnung stellen und sich dabei eine goldene Nase verdienen. Er nimmt's gelassen: «Auch wenn es ein Schwindel wäre – wegen 13 Euro mache ich kein Büro auf.»

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