FRÜMSEN: Mut und Risiko haben sich gelohnt

Die Umsetzung einer Idee – allerdings mit ungewissem Ausgang – hat sich für alle Beteiligten gelohnt. Der erste Frümsner Gama d’Or Nussbaum-Barrique ist trinkreif. In ihm steckt eine Menge Rheintal.

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Markus Hardegger präsentiert in der Küferei Thurnheer in Berneck eine Flasche Frümsner Gama d’Or Nussbaum-Barrique. (Bild: Adi Lippuner)

Markus Hardegger präsentiert in der Küferei Thurnheer in Berneck eine Flasche Frümsner Gama d’Or Nussbaum-Barrique. (Bild: Adi Lippuner)

Wer nach der Devise «Geht nicht, gibt’s nicht», handelt, kann gewinnen, aber auch verlieren. Mit der Idee, aus im Frümsner Staatswingert gewachsenen Trauben einen Wein im Nussbaum-Barrique keltern zu lassen, hat «Staubern»-Wirt Daniel Lüchinger, ein gebürtiger Kriessner, Erfolg. Die ersten 300 Flaschen, nummeriert und als Exklusivität gekennzeichnet, sind trinkbereit.

Bis es so weit war, brauchte es die Zusammenarbeit mehrerer Fachleute. Das war einmal Daniel Lüchinger mit seiner Idee, einen Wein im Nussbaum-Barrique ausbauen zu lassen. Involviert waren auch Markus Hardegger, Leiter Fachstelle Weinbau am Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen in Salez, Hans Oppliger, Präsident Verein Nussdorf Frümsen, der Bernecker Küfer Martin Thurnheer und Kellermeister Kaspar Wetli junior, ebenfalls aus Berneck. Sie alle betraten Neuland und waren beim Start des Projekts im Jahr 2015 nicht sicher, wie das Resultat sein würde. Inzwischen herrscht grosse Freude, denn der Wein überzeugt auch anspruchsvolle Freunde eines guten Tropfens. «Schade nur, dass es vom Jahrgang 2015 nur 300 Flaschen gibt und der Wein auch in Zukunft eine Exklusivität bleiben wird», sagt ein Weinfreund.

Ein Wein aus dem Barrique-Eichenfass verlangt einiges an Pflege und Fachwissen. Doch was, wenn der gleiche Wein in einem Nussbaumholz-Fass ausgebaut werden soll? Mit dieser Idee kam Daniel Lüchinger vor drei Jahren zu Markus Hardegger. Ziel des Wirtes auf der Staubern ist es, die Bezeichnung Nussdorf Frümsen mit Inhalt zu füllen. Doch Fakt ist: Bisher wurde noch nie Wein in Nussbaumholz ausgebaut, also gab es keine Erfahrungen.

Zudem gab es keine Nussbaumfässer und schon die erste Hürde, Holz für die Fassherstellung zu finden, war hoch. Zuerst wurde Hans Oppliger mit der Frage nach Holz konfrontiert. Dieses war vorhanden, aber eigentlich für ein Möbelstück in seinem Haus reserviert. Ohne zu zögern stimmte er zu, das Nussbaumholz für die Herstellung von Fässern zu verkaufen. Der nächste Schritt war die Suche nach einem Küfer, der bereit war, sich mit der Herstellung von zwei Fässern aus Nussbaumholz zu befassen. Martin Thurnheer von der gleichnamigen Küferei wagte das Experiment. «Kein einfaches Unter­fangen, denn ich wusste nicht, wie das Holz reagiert und ob ich ein dichtes Fass herstellen kann.» Auch Kellermeister Kaspar Wetli junior betrat mit dem Weinausbau Neuland. Doch das Resultat überzeugt und inzwischen reift bereits der 2016er im Nussbaum-Barrique, denn Daniel Lüchinger will den besonderen Wein all­jährlich ausbauen lassen. Erhältlich ist der Gama d’Or Frümsen ausschliesslich im Bergrestaurant Staubern. Es ist ein kräftiger, schwarzbeeriger Wein mit würzigen Nuancen und passt zu kräf­tigen Fleischspeisen wie Rind-, Lamm- oder Wildgerichte.

Daniel Lüchinger sagt: «Ich bin von der regionalen Zusammenarbeit überzeugt und die ersten Reaktionen der Gäste waren, auch wenn der Wein seinen Preis hat, positiv.» Begeistert ist auch Hans Oppliger: «Es ist erfreulich, wenn auf Initiative eines Dorfbewohners ein Produkt entwickelt werden kann, das Wertschöpfung in der Region schafft und dazu noch traditionelles Küferhandwerk unterstützt.»

 

Adi Lippuner