Freude haben und etwas wagen

HEERBRUGG. Drei ehemalige Elektroniker-Lehrlinge referierten gestern in den Lernzentren LfW in Heerbrugg über ihren weiteren beruflichen Werdegang. Alle drei unterstrichen die Bedeutung der Berufslehre als Elektroniker.

Bea Sutter
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Die gegenwärtig in der Ausbildung zu Elektronikern und Automatikern stehenden Lernenden waren beeindruckt von den beruflichen Lebensläufen der ehemaligen Elektroniker-Lehrlinge Peter Schöb und Roland Fetting (stehend von links). Das Referat des dritten ehemaligen Elektroniker-Stifts Daniel Graf erlebten die Zuhörer über ein Video. Rechts im Bild Roland Bruderer, Berufsbildner an den Lernzentren. (Bild: Bea Sutter)

Die gegenwärtig in der Ausbildung zu Elektronikern und Automatikern stehenden Lernenden waren beeindruckt von den beruflichen Lebensläufen der ehemaligen Elektroniker-Lehrlinge Peter Schöb und Roland Fetting (stehend von links). Das Referat des dritten ehemaligen Elektroniker-Stifts Daniel Graf erlebten die Zuhörer über ein Video. Rechts im Bild Roland Bruderer, Berufsbildner an den Lernzentren. (Bild: Bea Sutter)

Die an den Lernzentren LfW (Lehrlinge für die Wirtschaft) in Heerbrugg in der Ausbildung stehenden Elektroniker und Automatiker erlebten gestern eines äusserst interessanten Vormittag. Roland Bruderer, Berufsbildner an den Lernzentren LfW in Heerbrugg, verlieh der Freude Ausdruck, dass zwei der drei Referenten, Peter Schöb und Roland Fetting, sich bereit erklärt haben, den gegenwärtig die Berufslehre absolvierenden jungen Leuten aufzuzeigen, welche Chancen eine solche Grundausbildung für die weitere berufliche Laufbahn bieten kann.

Der dritte Referent war Daniel Graf. Sein Referat wurde ab Video auf die Leinwand übertragen, weil er in San Francisco lebt und arbeitet. Roland Bruderer erläuterte, dass die Lernzentren aus der Lehrlingsausbildung der Firma Wild Heerbrugg entstanden sind. Im Jahr 2005 hat sich Leica Geosystems entschieden, die Lernzentren LfW als Verein zu führen. Weitere Lernzentren gibt es auch in Zürich und Baden.

Vom Lehrling zum Unternehmer

«Wir bieten den jungen Menschen eine optimale Grundausbildung an», erklärt Roland Bruderer die Philosophie der Institution. Ihn freut es, dass er gute Kontakte zu ehemaligen Lehrlingen hat. «Wir haben eine Face-Book-Gruppe und erhalten so viele Informationen von Ehemaligen, die über den ganzen Globus verteilt sind.» Peter Schöb, Roland Fetting und Daniel Graf seien hervorragende Beispiele dafür, welche grossartige berufliche Karriere man auf einer Grundausbildung zum Elektroniker aufbauen kann.

Die drei erfolgreichen Unternehmer, die in der Zeit von Ende der Achtziger- bis Anfang der Neunziger-Jahre die Berufslehre als Elektroniker bei der damaligen Firma Wild und später Leica absolviert hatten, berichteten von ihren beruflichen Lebensläufen. Was bei allen drei Referenten mit einer Grundausbildung zum Elektroniker bei den heutigen Lernzentren begann, ergab in Laufe der zwei Jahrzehnte nach dem Lehrabschluss drei völlig unterschiedliche Geschichten.

Die Magie der Elektronik

Peter Schöb absolvierte von 1987 bis 1991 die Lehre als Elektroniker. «Es macht mich richtig stolz, hier zu sein», begann er sein Referat. Es liege ihm viel daran, seiner Ausbildungsstätte etwas zurückzugeben, wie zum Beispiel mit diesem Referat die jetzigen jungen Leute zu motivieren, sich zu engagieren und möglichst viel zu lernen. Peter Schöb schnupperte in mehreren Berufen. «Mein Herz schlug aber seit jeher für die Magie in den Geräten», erzählte er. «Tüfteln, löten, experimentieren auseinander nehmen und zusammenbauen, das faszinierte mich.» Im internationalen Vergleich hat die Schweizer Qualität einen hohen Standard. Peter Schöb besuchte das NTB in Buchs, war Elektroniker bei der Luftwaffe und war in der Geschäftsleitung eines Liechtensteiner Unternehmens. «Ich hatte da einen guten Lohn und hätte gut dort bleiben können. Aber ich musste etwas verändern», sagte Peter Schöb. Nach einer Krisenbewältigung gründete er sein eigenes Unternehmen, die schoeb cooperation in St. Gallen. Er ist in der Unternehmensberatung tätig.

Daniel Graf schilderte per Video einen Eindruck, wie er in San Francisco lebt und arbeitet. Nach dem Technikum in Buchs studierte er in den USA weiter. 2006 wurde die Firma Kyte in San Francisco gegründet, wo Daniel Graf CEO und Mitgründer ist. Das Unternehmen ist im Bereich der Videotechnologie tätig. Es bietet Plattformen auf allen modernen Kommunikationsmitteln an. Daniel Graf rät den jungen Zuhörern, etwas zu wagen. «Wer nichts wagt, kann auch nichts gewinnen.» Auch er sei sich bewusst gewesen, dass eine Firmengründung in einem fernen Land hätte schiefgehen können. Er habe auch Tiefschläge erlebt, aber dann den Mut gefasst, sich wieder aufzurappeln.

Sich mit der Arbeit identifizieren

«Was wir in der Lehre gelernt hatten, hat heute noch Bedeutung», sagt Roland Fetting, der Mitinhaber der swissQprint AG in Widnau ist. Nach dem Lehrabschluss im Jahr 1989 bildete es sich auch am Technikum weiter. bei einem Sprachaufenthalt in Neuseeland lernte er andere Kulturen kennen.

Viele Jahre arbeitete er bei Zünd Systemtechnik in Altstätten. Seit 2007 ist er Mitinhaber der swissQprint. Roland Fetting gab den Lernenden einige Tips mit auf den Weg: «Habt Spass und seid motiviert.» Ganz wichtig sei, dass man sich mit der Arbeit identifiziert und Freude daran hat. Aber auch offen zu kommunizieren und das Annehmen von Neuem seien Bausteine zum beruflichen Erfolg.

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