«Forstwein wird gut»

ALTSTÄTTEN. Der Herbst zeigte sich gestern von seiner freundlichen Seite. Ideale Voraussetzung für den Wimmet im Forst.

Monika von der Linden
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Seit 22 Jahren ist Dölf Heeb an der Weinlese im Forst dabei. (Bild: Monika von der Linden)

Seit 22 Jahren ist Dölf Heeb an der Weinlese im Forst dabei. (Bild: Monika von der Linden)

«Heute ist ein sehr guter Tag», sagt Jacques Sinz. Damit meint der Präsident der Ortsgemeinde Altstätten nicht allein das sonnige Wetter. «Es ist wohl der letzte richtig warme und schöne Tag im Jahr», sagt er. «Und somit bietet sich heute die Lese der Blauburgunder-Trauben im Forst an.» In diesem Jahr liege die Lese des Blauburgunders um etwa drei Wochen später als im vergangenen. «Wir haben Sonnenstunden in der vergangenen Woche noch genutzt.» Am Donnerstag habe der Grad Öchsle bei etwa 93 gelegen. «Vielleicht ist er noch leicht gestiegen.» Somit liege der Wert um etwa zwei bis drei Grad über dem es Vorjahres, aber tiefer als 2011, sagt Sinz.

«Mit der Qualität sind wir sehr zufrieden», sagt Dölf Heeb. Im Ortsverwaltungsrat ist er für die Reben verantwortlich und seit 22 Jahren immer bei der Lese im Forst dabei. «Die Quantität ist allerdings nicht so gut», sagt er. Man müsse mehr Trauben als sonst aussortieren.

Das Problem sei, es gebe in diesem Jahr aussergewöhnlich viele grüne oder kleine Beeren. Dadurch sei die geerntete Menge kleiner. «Die sogenannte Verrieselung ist auf das kalte Frühjahr zurückzuführen. Dadurch flogen die Insekten lange nicht und die Befruchtung der Blüten wurde gestört», sagt Sinz. «Die grünen Beeren schmecken etwas krautig. Auch gebe es in diesem Jahr recht viele faule Trauben oder sogenannte Essigbeeren. Sie wurden von einem Insekt gestochen und begannen deshalb bereits an der Rebe zu gären.»

Damit sich der krautige Geschmack nicht zu stark kumuliert oder der Wein später zu viel Säure enthält, werden diese Art Beeren bei der Lese von Hand aussortiert. «Sicher wird der Wein eine gute Qualität haben. Ich bin schon gespannt, wie er werden wird», sagt Dölf Heeb. Auf den ersten Schluck der frischen Ernte muss er jedoch noch bis zum Frühjahr warten. Deshalb werde zur Ernte-Besprechung, die die rund 35 Wimmer der Lese anschliessen, ein ausgereifter Jahrgang gereicht.

Er habe keine Bedenken, in einen Lieferengpass zu geraten, sagt Jacques Sinz. «Mit unserem recht grossen Lagerbestand können wir Nachfrage und Angebot beim Blauburgunder ausgleichen.» Beim weissen Chardonnay könne es eher knapp werden. «Die Trauben haben wir vor drei Wochen gelesen.» Die Menge habe lediglich drei Viertel von der aus dem Vorjahr betragen. «Und das war schon schlecht.»