Flut war fast das Ende des «Untertors»

Nach dem Hochwasser 2014 wurde der Verkauf des Hotels Untertor diskutiert. Schliesslich entschieden die Eigentümer anders und investierten an die 1,8 Mio. Franken in die Sanierung. Heute ist Eröffnung, allerdings ohne Hotelbar. Für die verlangt die Stadt ein zweites Patent.

Kurt Latzer
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Die Einrichtung in Restaurant (Bild), Rezeption, Küche, Törlibar und in den Kellerräumen wurde beim Hochwasser von Ende Juli 2014 zerstört. (Bild: Archiv/Kurt Latzer)

Die Einrichtung in Restaurant (Bild), Rezeption, Küche, Törlibar und in den Kellerräumen wurde beim Hochwasser von Ende Juli 2014 zerstört. (Bild: Archiv/Kurt Latzer)

ALTSTÄTTEN. Am Montag, 28. Juli 2014: Das Küchenpersonal des Hotels Untertor ist mit ersten Vorbereitungen für ein Hochzeitsessen beschäftigt, das am nächsten Tag im Restaurant stattfinden soll. Anstatt des Strassenverkehrs rauschen plötzlich Wassermassen die Ringgasse hinunter, reissen Autos mit sich.

Über Verkauf nachgedacht

Hilflos müssen Pächter und Angestellte zusehen, wie Restaurant, Keller und die «Törlibar» überflutet werden. Zurück bleibt Zentimeter hoher Schlamm, eine zerstörte Einrichtung und ein enttäuschtes Brautpaar. «Dieses Hochwasser hat die damaligen Pächter zur Aufgabe gezwungen», sagt Hamza Tosun, heutiger Geschäftsführer des «Untertors». Heute, etwa zehn Monate nach dem Unwetter, wird das Hotel offiziell wieder eröffnet.

Weshalb hat das so lange gedauert? «Dem Gastronomiebetrieb ging es schon vor dem Hochwasser nicht besonders gut», sagt Hamza Tosun, «auch das hat die Besitzerin, die Royal Döner AG, dazu bewogen, über den Verkauf des Hotels nachzudenken.»

Etwa 1,8 Mio. Franken investiert

Diese Überlegungen, Verhandlungen mit der Versicherung sowie eine Markt- und Standortanalyse hätten die Sanierung verzögert. Die Unternehmensleitung kam aufgrund der Analyse zum Schluss: Das Hotel Untertor mit den Seminarräumen, dem Restaurant und der Bar hat in Altstätten eine Zukunft. Der Verkauf ist damit vom Tisch? «Die Geschäftsleitung der Royal Döner AG hat entschieden, das Hotel in eigener Regie weiterzuführen», sagt der «Untertor»-Geschäftsführer. Damit sei der Verkauf vorläufig sicher kein Thema mehr. «Schliesslich hat die Royal Döner AG ja zwischen 1,5 und 1,8 Mio. Franken in die Hotelsanierung investiert», so Tosun. Einen Teil der Kosten habe die Versicherung übernommen, angeblich einen sehr bescheidenen Anteil. Die genauen Zahlen kennt der Geschäftsführer des Hotels nicht.

Stadt will zweites Patent

Hamza Tosun ist ein erfahrener Gastronom. Er hat schon einige Betriebe im Thurgau und in St. Gallen geleitet. Er freut sich auf die neue Herausforderung, ist zuversichtlich und motiviert. Noch wohler wäre Tosun, wenn er heute auch die Hotelbar, den «Törlikeller», eröffnen könnte. Auch der ist komplett saniert. «Wir können dort noch keine Gäste empfangen, weil die Stadtverwaltung für die Hotelbar ein zweites Patent verlangt», so der Geschäftsführer.

Stadtpräsident Ruedi Mattle: «Das Patent verlangt: Der Inhaber muss während der Hauptbetriebszeiten anwesend sein, was in diesem Fall nicht gewährleistet ist.» Der «Törlikeller» sei vom Hotel sowie dem Restaurant weit weg und habe einen separaten Eingang, der sich in einem anderen Gebäude befinde und nur über die Strasse erreichbar sei.

Die Stadtschreiberin Yvonne Müller habe Hamza Tosun und den Geschäftsinhabern den Sachverhalt geschildert, was so akzeptiert worden sei. «Um 22 Uhr ist das Hauptgeschäft in Restaurant und Hotel zu Ende, in der Bar geht es erst danach los», meint der Gastronom. Deshalb will Hamza Tosun mit der Stadt nochmals das Gespräch suchen.

Die Royal Döner AG – Besitzerin der Liegenschaft – führt das Hotel Untertor in eigener Regie. Geschäftsführer Hamza Tosun: «Bis zur Wiedereröffnung haben wir zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Franken investiert.» (Bild: Kurt Latzer)

Die Royal Döner AG – Besitzerin der Liegenschaft – führt das Hotel Untertor in eigener Regie. Geschäftsführer Hamza Tosun: «Bis zur Wiedereröffnung haben wir zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Franken investiert.» (Bild: Kurt Latzer)