Jubiläumsabend des Musikvereins Berneck: Finale mit James Bond und «Sennesinger»

Mit einem abwechslungsreichen Jubiläumsabend setzte der Musikverein Berneck den Schlusspunkt hinter die Feiern zum 200-Jahr-Jubiläum

Gerhard Huber
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Die Schlussnummer «Sennesinger» mit dem Jodelchörli Berneck war ein würdiges Finale eines würdig und feierlich begangenen Jubiläumsjahres. Bild: Ulrike Huber

Die Schlussnummer «Sennesinger» mit dem Jodelchörli Berneck war ein würdiges Finale eines würdig und feierlich begangenen Jubiläumsjahres. Bild: Ulrike Huber

Mit dem samstäglichen Unterhaltungsabend in der voll besetzten MZH Bünt ging für den Musikverein Berneck ein denkwürdiges Jahr zu Ende. Ein Jahr, in dem das 200-jährige Bestehen des drittältesten Blasmusikvereins im Kanton St.Gallen gefeiert wurde. Ausgiebig gefeiert mit einem dreitägigen rauschenden «Fäscht mit Pauken und Trompeten» mit Fahnenweihe und viel Musik, das Ende Mai bei strahlendem Frühsommerwetter stattgefunden hat.

Die Musiker wollten mit ihren vielen Freunden am Samstag an ihrem «Jubiläumsabend» noch einmal auf den Geburtstag ihres Musikvereins anstossen.

Klangkörper auf hohem Niveau

Den Anfang machte die Jugendmusik Au-Berneck-Heerbrugg mit ihrem musikalischen Leiter Raphael Rebholz. Diese Formation hat in den letzten fünf, sechs Jahren eine erstaunliche Wandlung mitgemacht. Damals wurden mit viel kleinerer Besetzung eingängige Popsongs und einfache Marschmusik gespielt.

Heute ist die Jugendmusik bereits ein sehr guter und auf erstaunlich hohem Niveau eingespielter Klangkörper, der sich an durchgehend schwierig zu spielende Kompositionen wagt. Und diese durchwegs bestens meistert. So auch an diesem Konzertabend. Mit «Flight of the Thunderbird» und vor allem dem «Captain America March» des bekannten amerikanischen Filmkomponisten Alan Silvestri brachten die Nachwuchsmusiker zwei richtige musikalische Ohrenputzer, die die Gehörgänge der Besucher auf Touren brachten. Kein Wunder, dass die Zuhörer von der Jugendmusik vehement zwei Zugaben forderten.

Filmmusik und Big-Band-Sound

Der Musikverein bestritt den ersten Teil seines Konzertprogramms noch festlich in der Uniform unter der einfühlsamen und exakten musikalischen Leitung von Dirigent Bruno Ritter. Geboten wurden die Filmmusiken aus Hollywood-Blockbustern wie «Indiana Jones», «Bodyguard» oder «Madagascar». Und aus den Filmen über James Bond, dem schon seit vielen Jahrzehnten über die Kinoleinwand flimmernden Agenten mit der «Lizenz zum Töten». Beim weltbekannten James-Bond-Thema, das in gekonntem Arrangement mit den Titelsongs einzelner 007-Filme wie «For Your Eyes Only» oder «Goldfinger» verbunden wurde, zeigten die Bernecker Musiker mit wunderbarem Big-Band-Sound, dass sie durchaus die «Lizenz zur guten Unterhaltung» haben.

Die «Lizenz für schrägen Humor» hat mit Sicherheit der Appenzeller Volksmusikant und Humorist Frowin Neff, der mit seinen Witzen durch den Abend führte.

Hohepunkt mit Bernecker Jodelchörli

Zwischen den einzelnen Musikstücken wurden Patrick Odermatt und Andreas Bischofberger für ihre bereits 20 Jahre dauernde Mitgliedschaft und ihre intensive Mitarbeit im Musikverein Berneck geehrt. Den zweiten Teil des Programms bestritt der Musikverein dann in Tracht oder bäuerlichem Gewand. Denn zum Abschluss dieses mit locker-flockigem Pop- und James- Last-Kompositionen gefüllten Konzertteils wurde der Höhepunkt des Abends präsentiert.

Zusammen mit dem als Gastgruppe auftretenden Bernecker Jodelchörli und einer einmaligen Sarah Schläpfer als Gesangssolistin wurde das Lied «Sennesinger» von Trauffer, der Schweizer Antwort auf Andreas Gabalier, performt. Eine Darbietung, die durch Mark und Bein ging und Gänsehaut erzeugte. Nicht vor Entsetzen, sondern aufgrund der schlichten, tiefen Schönheit, die von diesem Musikstück ausging. Ein würdiges Finale eines würdig und feierlich begangenen Jubiläumsjahres.

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