Felsenburg: Rücksichtsloses Vorgehen

Es ist in den letzten fünf Jahren in Altstätten viel gesprochen und geschrieben worden über das umstrittene Neubau-Projekt auf der «Felsenburg».

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Es ist in den letzten fünf Jahren in Altstätten viel gesprochen und geschrieben worden über das umstrittene Neubau-Projekt auf der «Felsenburg».

Eine Grossüberbauung

Die Grossüberbauung mit zehn Wohnungen und 17 Garagenplätzen auf dem Moränenhügel in unmittelbarer Nachbarschaft zur Altstadt hat bei Hunderten von Einheimischen harsche Kritik und negative Reaktionen ausgelöst. Im September 2009 hat die IG Pro Felsenburg beim damaligen Stadtpräsidenten Daniel Bühler eine von 462 Frauen und Männern unterzeichnete Petition eingereicht und verlangt, dass auf der Felsenburg «ein Projekt realisiert wird, das sowohl im Interesse des heutigen Eigentümers, der Felsenburg-Anwohner wie auch der Stadt Altstätten» ist.

Experten einstimmig dagegen

Verschiedene Fachexperten des Heimatschutzes und der Denkmalpflege, aber auch ein Gutachten des langjährigen ETH-Dozenten Georg Mörsch, kamen zum Schluss, dass eine Bewilligung dieses grossvolumigen Gebäudes in dieser exponierten Lage und in nächster Nähe zur Altstadt allen städtebaulichen Prinzipien widerspricht und so nicht genehmigt werden darf.

Allem Widerstand zum Trotz will die Bauherrschaft an ihrem Projekt festhalten. Das geht aus einem Schreiben hervor, das sie dieser Tage an interessierte Wohnungskäufer («Felsenburg Altstätten – Wohnen… dem Himmel ganz nah») versandt hat und darin mitteilt, dass der Realisierung des Projektes nichts mehr im Weg stehe. «Mit der Felsenburg entstehen an erhöhter unverbaubarer Lage – mitten im Herzen von Altstätten – zehn Eigentumswohnungen der besonderen Art», heisst es im Schreiben. «Von der knackig geschnittenen Zweieinhalbzimmerwohnung bis zur exklusiven Dachwohnung.»

Ein reines Renditeobjekt

Die IG «Pro Felsenburg» verurteilt dieses rücksichtslose Vorgehen aufs Schärfste und fordert die Bauherrschaft auf, nach diesem fünfjährigen «Kopf-durch-die-Wand» endlich nach einer für ganz Altstätten, seine Altstadt und die betroffenen Anwohner befriedigenden Lösung zu suchen. Das sensible Felsenburg-Areal hat es nicht verdient, durch ein reines Renditeobjekt mit zehn Wohnungen zum Gesamtverkaufspreis von über sieben Millionen Franken (!) verunstaltet zu werden.

Städtebauliche Belastung

Würde das Projekt so realisiert, wären nicht nur die Umgebung der Felsenburg, sondern die ganze Altstätter Altstadt auf Jahrzehnte hinaus städtebaulich schwerst belastet. Wie Altstätten unter solchen Voraussetzungen je den von ihr angestrebten «Wakker-Preis» erhalten soll, ist der IG Pro Felsenburg ein Rätsel.

Für die IG Pro Felsenburg: Markus Rohner

Luterbachweg 3

Altstätten

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