FDP schwört sich auf Wahlen ein

Die FDP Rheintal setzt grosse Hoffnungen auf die bevorstehenden Wahlen und Abstimmungen. Am Montagabend rief die Geschäftsleitung ihre Delegierten auf, öffentlich für die Partei einzustehen. Das hörten aber nur dreissig Mitglieder.

Monika von der Linden
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Die Geschäftsleitung der FDP Rheintal: Christoph Hanselmann trat nicht zur Wiederwahl an. Er wurde nicht ersetzt. Claudia Graf, Gabriel Marcedo, Willy Tanner und Myriam Geisser wurden für eine weitere Amtszeit wiedergewählt, einstimmig. (Bilder: Monika von der Linden)

Die Geschäftsleitung der FDP Rheintal: Christoph Hanselmann trat nicht zur Wiederwahl an. Er wurde nicht ersetzt. Claudia Graf, Gabriel Marcedo, Willy Tanner und Myriam Geisser wurden für eine weitere Amtszeit wiedergewählt, einstimmig. (Bilder: Monika von der Linden)

BALGACH. Man kann sie eine intime Gruppe nennen, die Delegiertenversammlung der FDP Rheintal. Die dreissig Mitglieder der Kreispartei waren am Montagabend allesamt einig über die Geschäfte. Sie stimmten der Jahresrechnung und dem Budget zu, entlasteten die Geschäftsleitung und wählten sie mit einer Ausnahme wieder – Christoph Hanselmann trat nicht mehr an. Es regte sich gestern Abend in «Bad Balgach» auch kein Widerstand über die Strategie, mit der man an den Eidgenössischen Wahlen im Herbst Stimmen einfangen will. Auch der fünfköpfige Wahlstab und das von ihm erarbeitete Grobkonzept fand die uneingeschränkte Zustimmung aller Mitglieder.

Negative Ausstrahlung

Und dennoch herrschte nicht eitel Sonnenschein unter den Delegierten. Als Präsident Alexander Bartl seine Parteifamilie bat, Wünsche und Anregungen anzubringen, meldete sich die ehemalige Präsidentin der Oberstufe Mittelrheintal und alt Kantonsrätin Helga Klee zu Wort. «Ich habe einen relativ grossen Wunsch», setzte sie ein. Sie hatte die magere Teilnahme an der Delegiertenversammlung zu beklagen. «Noch nicht einmal jede Ortspartei ist mit einem Delegierten vertreten», sagte sie und nannte als einen Grund, dass die Versammlung zu spät einberufen worden sei. Engagierte Leute seien nicht so kurzfristig abkömmlich.

«Ich wünsche mir mehr Präsenz», wandte sich Helga Klee nun an die nicht anwesenden Vertreter der Ortsparteien. «Nur dann entsteht ein Wir-Gefühl.» Es strahle aus und es wirke sich auf die Wahlen aus wenn die Ortsparteien durch Abwesenheit glänzen. «So gewinnen wir keine Wahlen.» Armin Bartl pflichtete Helga Klee bei: «Wer etwas erreichen will muss früh aufstehen, spät ins Bett gehen und dazwischen arbeiten. Nur dann gewinnen wir Wahlen.»

Und die bevorstehenden Wahlen will die FDP gewinnen. Das schlägt sich auch im Budget nieder. Stefan Britschgi soll im Wahlkampf als Nationalratskandidat mit 10 000 Franken von der Kreispartei unterstützt werden. Und für die Kantonsratswahlen sieht diese weitere 10 000 Franken vor. «Eine Kantonsratswahl kostet etwa 30 000 Franken», sagte Kassier Gabriel Marcedo. Deshalb werden im Jahr 2016 erneut 15 000 bis 20 000 Franken an Wahlausgaben budgetiert. Das Vermögen von 51 298 Franken bietet dafür genug Reserven.

Mit Blick auf das Engagement Britschgis sei dieser stolze Betrag gerechtfertigt.

Und die Mitglieder sind sehr zufrieden mit dem Fleiss und Einsatz ihres Kandidaten. Schliesslich hatten sie ihm wenige Minuten zuvor kräftig applaudiert, als die Parteileitung ihn zum Rheintaler FDP Mann des Jahres gekürt hatte (siehe diese Zeitung am 4. Mai). «Was wir erreicht haben, war nur in Kooperation möglich», sagte Stefan Britschgi zu seiner Ehrung. «Wir brauchen all die anderen. Selbst ist man gar nichts.»

Podium mit einem Teilnehmer

Neben den Wahlen beschäftigt die FDP auch die bevorstehenden Abstimmungen. Zur Vorlage der Erbschaftssteuer-Initiative hatte der Vorstand ein Podium geplant. Pro und Kontra sollten diskutiert werden. Es war eine Auseinandersetzung mit den Befürwortern der Initiative geplant. «Doch erst am Vorabend sagte die SP ihre Teilnahme ab», sagte Alexander Bartl. «Sie konnte niemanden schicken, der die Pro-Argumente vertritt.»

So blieb Stefan Britschgi – und mit ihm den ausnahmslos ablehnenden Argumenten – das Feld überlassen. Er sprach sich für ein Nein zur Initiative aus.

Kantonsrat und Nationalratskandidat Stefan Britschgi.

Kantonsrat und Nationalratskandidat Stefan Britschgi.

Alexander Bartl ist alter und neuer FDP Präsident.

Alexander Bartl ist alter und neuer FDP Präsident.

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