FC ST. MARGRETHEN: Mit Verzögerung angekommen

Nach einem schwachen Start zeigte der Interregio-Absteiger gegen Ende der Vorrunde seine Qualitäten.

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Aus den letzten vier Spielen gewann der FC St. Magrethen zehn Punkte und sicherte damit immerhin einen Platz im Mittelfeld.

Die Absteiger aus der 2. Liga interregional scheinen es in der regionalen 2. Liga zu Beginn schwer zu haben. Denn genau so wie sich vor einem Jahr der FC Widnau durch die Vorrunde zitterte, kam dieses Jahr St. Margre­then nur schwer aus den Start­löchern.

Klatschen in wichtigen Derbys kassiert

Bei der Mannschaft vom Sportplatz Rheinau hatte das auch mit dem schon traditionellen Trainingsrückstand zu tun, den die Unterrheintaler zu Beginn der Saison jährlich aufweisen. So sieht es auch Co-Trainer Ernst Capol: «Die Ferienabsenzen merkt man bei uns einfach ex­trem, der Trainingsbesuch in der Vorbereitung ist alles andere als hoch, unsere Spieler kommen oft erst in der Woche vor dem saisoneröffnenden Cup-Spiel zurück. Da ist es nicht verwunderlich, wenn man drei bis vier Wochen im Rückstand ist.»

So gestalteten sich nach dem Auftaktsieg gegen Ruggell die weiteren Spiele eher holprig. Negative Höhepunkte waren die 3:6-Klatsche in Widnau und der leblose Auftritt bei der 0:3-Niederlage in Au. Richtig in Fahrt gekommen ist die Mannschaft von Cheftrainer Didi Metzler erst Ende September mit dem 5:1-Sieg gegen den FC Ems.

Seither hat St. Margrethen nur noch gegen den starken FC Altstätten verloren. Die Heldsberger gehen mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und vier Niederlagen auf einem soliden, aber nicht den eigenen Ansprüchen genügenden sechsten Rang in die Winterpause. Denn eigentlich hatte man als Saisonziel einen Platz unter den ersten Drei ausgegeben.

«Wir hoffen auf eine gute Rückrunde. Die Vorbereitung wird im Frühling besser sein, weil keiner unserer Spieler in die Skiferien geht», sagt Ernst Capol mit einem Augenzwinkern.

Allerdings wird sich die Mannschaft einmal mehr neu finden müssen, denn mit Marc Lütolf, Argjend Sabani, Hamza Can und Naim Memeti haben sich aus beruflichen oder persönlichen Gründen bereits einige Spieler verabschiedet oder werden das Team verlassen – wodurch wegen des sonst zu schmalen Kaders schon wieder Zuzüge benötigt werden. Das Kommen und Gehen beim FC St. Margrethen setzt sich also fort.

Wenn die Trainingspräsenz eines Spielers auf unter 60 Prozent falle, sei er in der 2. Liga schnell weg vom Fenster, sagt der Co-Trainer.

Den St. Margrethern fehlt ein Vollstrecker

Dem FC St. Margrethen hat in der Vorrunde ganz sicher ein Vollstrecker gefehlt, auch das ist nichts Neues. Der nominelle Mittelstürmer Rijad Abazi hatte mit gera­- de einmal drei Toren Ladehemmung. Gut, dass Sheval Ljatifi und Stefano D’Amico – von den St. Margrether Spielern der Aufsteiger des Herbsts – mit je fünf Treffern in die Bresche gesprungen sind.

Das Ziel von Trainer Didi Metzler ist klar, sich auf Dauer unter den ersten fünf Teams der Tabelle zu etablieren. Zu den drei Besten aus Widnau, Altstätten und Weesen aufzuschliessen, wird sehr schwer werden. Doch der Teamgeist auf der Rheinau lebt. Gerade die anfänglichen Pleiten, wie etwa jene gegen den FC Mels, haben die Spieler zusammengeschweisst. «Wir werden aber als Trainergespann viel Augenmerk auf eine noch bessere Disziplin legen, wobei wir uns da selbst nicht ausnehmen. Denn 70 Strafpunkte in einer Saisonhälfte sind des Schlechten zu viel», sagt Capol.

Gerhard Huber