FC REBSTEIN: In Lauerstellung, aber ohne aufsteigen zu müssen

Der dritte Platz zur Winterpause ist gut, in der Rückrunde sei aber alles möglich, sagt Andy Giger.

Remo Zollinger
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Rebsteins Trainer ist kein Freund von grossen Ansagen. Er ist ein akribischer Arbeiter, der keinen Aufwand scheut, um seine Mannschaft zu verbessern. Davor, sich einen bestimmten Rang zum Ziel zu setzen, sieht er aber weiterhin ab. Die Hinrunde habe gezeigt, dass zwischen den Rängen eins und sieben fast jeder jeden schlagen könne. «Das Pendel kann in alle Richtungen ausschlagen», sagt Giger. Er weiss es, denn Rebstein startete stark in die Saison, stärker, als er selbst erwartet hatte. Zum Abschluss der Vorrunde blieb der FCR aber dreimal nacheinander sieglos.

Die Gefahr, dass aus diesen drei Spielen vier werden, ist real: Am Sonntag gastiert der FCR beim Tabellenzweiten Besa, das sich über die Winterpause ­nochmals verstärkt hat und aufsteigen will. «Das wird eine ­richtige Standortbestimmung», sagt Giger. Und: «Es ist aber ein schönes Spiel für uns; wir haben nichts zu verlieren.»

Rebstein versucht, sich keinen Druck aufzusetzen

Diese Aussage widerspiegelt die ganze Saison: Rebstein darf, muss aber nicht. Im letzten Sommer wurde zum ersten Mal seit langer Zeit kein konkretes Rangziel herausgegeben; es geht für einmal nicht um den Ligaerhalt, aber es gibt auch keinen Drei-Jahres-Plan zum Wiederaufstieg in die zweite Liga. Der Verein hat nervenaufreibende Jahre hinter sich und scheint nun zu versuchen, wieder mehr Freude am Fussball zu haben. Es zu geniessen, nicht mehr in jedem Spiel um alles oder nichts zu kämpfen.

Den dritten Platz nennt Andy Giger eine «gute Ausgangslage». Der FCR ist in Lauerstellung und will profitieren, falls die vor ihm klassierten Teams ausrutschen. Giger weiss aber auch: Rebstein hat nur drei Punkte Vorsprung auf Goldach, das den siebten Rang belegt. Und sagt: «Wir müssen in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen, um zu punkten.»

Grosses Kader: Trainer hat die Qual der Wahl

Rebstein war mit einem Kader mit über 20 Spielern gestartet. Bis auf Ersatzgoalie Marco Gurgoglione (Rücktritt) sind sie alle noch da, dazu gekommen sind Torhüter Roland Auer, Nikolaos Metsos und Starny Hoang. Letzterer ist Mitglied der Futsal-Nationalmannschaft der Gehörlosen. Er trainierte schon in der Vorrunde mit und hat nun einige Testspiele bestritten. Dabei liess er seine Klasse aufblitzen, wenn es im Spiel schnell geht, ist die Kommunikation aber doch eine nicht allzu tiefe Hürde.

Andy Giger hat nun die Qual der Wahl. Das Rebsteiner Kader ist extrem vielseitig: Es gibt Kreativspieler und Zerstörer, Junioren und Senioren, Teamstützen und Ergänzungsspieler, drei Torhüter und jede Menge zentrale Defensive. Elf von ihnen stehen am Sonntag um 14 Uhr auf dem Espenmoos-Rasen.

Remo Zollinger