FC Diepoldsau-Schmitter: Gutes Jahr – schlechter Lohn

Der FC Diepoldsau hat den Abstieg aus der 2. Liga interregional gut verkraftet: Die Hafner-Elf holte im Durchschnitt starke zwei Punkte pro Spiel. Am Ende fehlten nur zwei weitere Zähler zum Wiederaufstieg.

Raffael Zanoni
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FC DIEPOLDSAU. Was wäre, wenn …? Mehrere «Schmitterer» dürften sich Fragen dieser Art in der vergangenen Woche gestellt haben. Sie zielen darauf ab, wie knapp die Insulaner auf Rang zwei gelandet sind: Was wäre beispielsweise gewesen, wenn die Diepoldsauer ihre Schlafmützen am Samstag in der Kabine gelassen hätten? Bekanntlich kassierte die Elf gegen Goldach in den ersten drei Minuten zwei Gegentore – die schwierige Mission schien früh unmöglich.

Schräger Start

Auch Übungsleiter Hafner konnte das nicht so richtig begreifen: «Eigentlich muss man bei einem Alles-oder-Nichts-Spiel so eine Anspannung im Bauch haben, dass das nicht passiert», hinterfragte der Trainer den missglückten Start.

Auch mit veränderten Personalien kann man die Goldach-Partie im Kopf noch einmal durchspielen: Was wäre gewesen, wenn Routinier Roger Meyer nicht gesperrt gewesen wäre? Gut möglich, dass der Führungsspieler seine Mannen bereits nach dem 0:1 lautstark aufgeweckt hätte. Neben Meyer ist auch Trainer Hafner erfahren genug, solche Szenarien abzuhaken. Wichtiger sei der Blick auf die kommende Saison.

Nach vorne blicken

2013/14 wollen die Insulaner erneut angreifen – auch mit hungrigen Neuverpflichtungen: «Drei bis vier junge Spieler aus Vorarlberg stossen zur Mannschaft. Sie haben bereits Erfahrungen in Aktiv-Mannschaften gesammelt», verrät der Übungsleiter.

Eine oberflächliche Analyse der Rückrundentabelle zeigt, dass ein Umbruch in der Tat nicht nötig ist: Nach der Vorrunde (19 Gegentore) gab Hafner das Ziel vor, die Defensive zu stabilisieren. Mit 14 Gegentreffern aus den zweiten elf Spielen ist der erste Schritt bereits getan.

Gute Trainer-Prognose

Im April hat Roman Hafner ausserdem auf die Wichtigkeit der beiden Derbys gegen St. Margrethen und Montlingen hingewiesen: «Wir dürfen kein Lokalduell verlieren; eines müssen wir gewinnen.» Letzteres hat Diepoldsau zum Auftakt auf dem Kolbenstein geschafft (2:1). In St. Margrethen unterlagen die Schmitterer 1:3.

Sollten sich die Insulaner also nach wie vor Was-wäre-wenn-Fragen stellen, müssen sie zwei Monate zurückdenken: Verspielt hat die Mannschaft den Aufstieg im direkten Kräftemessen. Das Rechenbeispiel zeigt, warum solche Partien als Sechs-Punkte-Duelle bezeichnet werden: Hätte der FC Diepoldsau das Derby auf der Rheinau gegen den FC St. Margrethen gewonnen, würden sie nun fünf Punkte in Front liegen.

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