FC AU-BERNECK 05: Abkehr vom Star-Prinzip

Der einzige Rheintaler Zweitligist mit grossen Ambitionen setzt auch in den Cup grosse Hoffnungen. Allerdings hat Wunderstürmer Akyildiz die Degern verlassen.

Yves Solenthaler
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Der aktuell bestplatzierte Rheintaler Zweitligist geht mit einem neuen Quintett in die Rückrunde (von links): Ahmet Cetinkaya, Daniele Varano, Kevin Jung, Rijad Abazi und Lotrim Hajrullahu. (Bild: Yves Solenthaler)

Der aktuell bestplatzierte Rheintaler Zweitligist geht mit einem neuen Quintett in die Rückrunde (von links): Ahmet Cetinkaya, Daniele Varano, Kevin Jung, Rijad Abazi und Lotrim Hajrullahu. (Bild: Yves Solenthaler)

Yves Solenthaler

Im Vordergrund steht ein Abgang: Volkan Akyildiz, der letzte Saison 32 und in dieser Vorrunde 14 Tore erzielte, spielt inzwischen für den VfB Hohenems.

«Dass ein solcher Stürmer nicht dauerhaft zu halten ist, war klar», sagt Trainer Andreas Lüchinger. Das Star-Prinzip funktioniert nur bei Teams, die am Ende der Verwertungskette stehen – was auf einen Zweitligisten nicht zutrifft. Lüchinger muss das System umstellen, was eine Chance für die anderen, ebenfalls starken Regionalligaspieler ist. Ähnlich sieht das auch Sportchef Philippe Zoller: «Wir sind als Mannschaft näher zusammengerückt.»

Es gibt weitere Abgänge, die auf den ersten Blick schmerzen: Goalie Fabio Staudacher und vor allem Mittelfeldspieler Mario Zivic sind nach St. Margrethen abgewandert, wie auch der dauerverletzte Stürmer Fuad Mustafic.

Reger Spieleraustausch mit dem FC St. Margrethen

Aber diese Verluste sind kom­pensiert worden mit einem Trio ebenfalls aus St. Margrethen: Rijad Abazi, Ahmet Cetinkaya und Lotrim Hajrullahu sind neu auf der Degern. Dazu kommen der erfahrene Goalie Kevin Jung (von Widnau), Rückkehrer Matias Vidalle (Diepoldsau) und von den eigenen Junioren Mittelfeldspieler Daniele Varano. Dieser soll Spielpraxis erhalten und so an die erste Mannschaft herangeführt werden, wie es bereits mit Jaro Böhrer geschehen ist. Der Einbau eigener Nachwuchsleute soll zudem perspektivisch mit vier Junioren vorangetrieben werden, die im Frühjahr mit dem Fanionteam trainieren.

Das wichtigste Ziel sowohl vom Vorstand als auch vom Trainer ist der Einzug in die Hauptrunde des Schweizer Cups. Dazu ist noch ein Sieg nötig – am 26. April auswärts gegen Arbon aus der anderen 2.-Liga-Gruppe.

«Das Wort Aufstieg nehme ich aber nicht in den Mund», sagt Zoller – und macht damit genau das, was er sagt, nicht zu tun. Aber die Botschaft ist angekommen: Die Promotion ist kein Ziel. Auch Trainer Lüchinger schätzt die in der Rangliste vor Au klassierten Buchs und Weesen stärker ein. «Wir haben uns zwar gut verstärkt, aber im Winter schon wieder eine Achse verloren. Der Einbau der Neuen braucht sicher Zeit.»

Aufstieg ist kein Muss, vorne spielen dagegen schon

Das bedeutet aber nicht, dass der Tabellendritte in der Meisterschaft ambitionslos ist. «Mit nur drei Punkten Rückstand auf die Spitze wollen wird die vorderen Zwei kitzeln», sagt Lüchinger. Zoller gibt hinsichtlich der Liga noch ein weiteres Ziel aus: «Wir möchten die stärkste Rheintaler Mannschaft bleiben.»

Au-Berneck kassierte in der Vorrunde für ein Spitzenteam viele Tore. Allzu tragisch sei das nicht, sagt Lüchinger: «Ich möchte als Trainer immer das Spiel bestimmen – und damit verbunden ist natürlich das Risiko, viele Tore einzustecken.»