Favoritenrolle bestätigt

Der SC Rheintal gewinnt überlegen, aber zu deutlich gegen Schlusslicht Engiadina.

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Es war schon vor dem Spiel ein freudiges Wiedersehen mit dem ehemaligen SCR-Trainer Oldrich Jindra, der nicht nur Eishockey, sondern auch alle Facetten der psychologischen Kriegsführung versteht. Roger Nater musste auch kräftig in die Trickkiste greifen, da gleich vier Verteidiger verletzt oder krank gemeldet wurden. Dafür konnten Dario Bärtsch und Manuel Liechti spielen, und auch der junge Dario Bartholet war mit dabei. Die Bündner zeigten dann schnell, wer hier Hausherr ist und setzten die Gäste unter Druck. Die Rheintaler aber nutzten bereits die erste Strafe gegen Engiadina, und Sascha Moser eröffnete den Torreigen nach dreissig Sekunden Powerplay. Nach dem zweiten Treffer durch Adrian Ströhle dauerte das zweite Überzahlspiel nur acht Sekunden, und Sandro Bartholet markierte das 3:0 nach gut zwölf Minuten. Drei Tore aus vier Chancen, das war die gewünschte Effizienz, entsprach aber nicht dem Spielverlauf.

Eine Unachtsamkeit in der sonst soliden SCR-Abwehr ermöglichte den Engadinern den Ehrentreffer. Dominik Schawalder checkte darauf seinen Gegner korrekt, aber so hart an die Bande hinter dem Tor, dass die Plexiglasscheibe in die Brüche ging. Die Pause wurde vorgezogen, die Reparatur dauerte nur wenige Minuten. Kurz vor dem letzten Seitenwechsel fasste sich Yves Breitenmoser ein Herz und knallte die Scheibe zum 4:1 unhaltbar ins Netz. Mit zwei weiteren Toren wurde diese Gefahr aber immer kleiner, die Bündner zeigten Auflösungserscheinungen, und der Engadiner Torhüter machte entnervt seinem Kollegen Platz. Die letzten zwölf Minuten durfte auch Ramon Metzler, der neue SCR-Goalie, ins Spiel eingreifen, und er machte seine Sache sicher, auch wenn er nicht mehr viel zu tun hatte. Selbst in der letzten Unterzahl des Spiels wirbelten Adrian Ströhle und Dominik Pfeiffer durch den Strafraum. Dann folgte Einmaliges: Vier Tore von vier Spielern in nur 135 Sekunden hat es beim SCR wohl noch nie gegeben. Die 136 Engadiner waren davon aber weniger begeistert als die Ein Mann starke Delegation des SC Rheintal.

Das «Stängeli» war perfekt, und Roger Nater musste die von Oldrich Jindra vor dem Match angebotenen Taschentücher nicht in Anspruch nehmen. (scr)

2. Liga, Gruppe 2

Engiadina – Rheintal 1:10 ( 0:3, 1:1, 0:6)

Scuol – 137 Zuschauer – SR: Gerhard, Stobbies.

Tore: 7. Moser (Holenstein, Sabanovic) 0:1, 12. Ströhle (Pfeiffer) 0:2, 13. S. Bartholet (Berweger) 0:3, 34. Dell'Andrino (Gantenbein, Tissi) 1:3, 40. Breitenmoser (Holenstein, Berweger) 1:4, 45. Holenstein (Breitenmoser, D. Bartholet) 1:5, 47. Breitenmoser (Binder, Berweger) 1:6, 52. Holenstein (Breitenmoser, Knöpfel) 1:7, 53. Strebel (Moser, Sabanovic) 1:8, 54. Knöpfel (Breitenmoser) 1:9, 54. Pfeiffer 1:10.

Strafen: Je 5 x 2 Minuten.

Rheintal: Lütscher (49. Metzler), Sutter, Moser, Binder, Schawalder, D. & S. Bartholet, Holenstein, Strebel, Bärtsch, Liechti, Stoop, Breitenmoser, Pfeiffer, Knöpfel, Ströhle, Sabanovic, Berweger.

Weitere Resultate: St. Moritz – Kreuzlingen 5:4 (3:1, 2:2, 0:1). Wallisellen – Prättigau 2:6 (2:3, 0:1, 0:2). Lenzerheide – St. Gallen 2:3 (0:0, 2:2, 0:1). Herisau – Dielsdorf 5:4 (0:1, 1:1, 3:2, 1:0).

Tabelle: 1. Herisau 12 Spiele / 34 Punkte, 2. Rheintal 12/29, 3. Prättigau 12/29, 4. Kreuzlingen 12/21, 5. Dielsdorf 12/18, 6. St. Moritz 12/16, Lenzerheide 12/10, 8. Wallisellen 12/9, 9. St. Gallen 12/7, 10. Engiadina 12/7.