FAUSTBALL: Vor spannender Saison

Morgen Samstag, 6. Mai, startet der SVD Diepoldsau-Schmitter um 17 Uhr in die NLA-Meisterschaft. Auf die Rheinauen kommen Titelverteidiger Wigoltingen und Widnau.

Merken
Drucken
Teilen
Durch die Schwächung im Angriff muss Diepoldsau umso mehr auf den Teamspirit setzen. (Bild: pd)

Durch die Schwächung im Angriff muss Diepoldsau umso mehr auf den Teamspirit setzen. (Bild: pd)

Somit treffen gleich zu Beginn der Saison die drei stärksten Teams des Vorjahres aufeinander. Der Spielplan wurde somit vom Schweizer Faustballverband einmal mehr höchst unglücklich ausgelegt, da die Chance sehr hoch ist, dass bereits in der ersten Rückrunde ein Grossteil der Entscheidungen getroffen werden.

Zwei schwerwiegende Ausfälle

Diepoldsau hat auf diese Saison einen Abgang zu vermelden. Nationalangreifer Raphael Schlattinger wird wie schon in der Hallensaison wieder für den TSV Calw auflaufen. Einen weiteren schwerwiegenden Ausfall steht mit Christian Lässer fest. Der Jüngere der Lässer-Brüder hat sich vor einiger Zeit eine schwere Verletzung in seiner Schlaghand zugezogen, die er jetzt operiert hat. Somit wird er Trainer Sieber und das Team von der Seitenlinie aus unterstützen. «Die Operation ist gut verlaufen, und die Hand wird von Tag zu Tag wieder beweglicher, trotzdem glaube ich nicht, dass ich diese Saison wieder aktiv ins Spielgeschehen eingreifen werde», erklärt dieser. Und auch Physiotherapeutin Denise Rüttimann ist davon überzeugt, dass es die bessere Idee ist, die Verletzung voll auszukurieren, um nächste Saison wieder voll anzugreifen.

Durch das Fehlen der zwei Angreifer ist Trainer Manuel Sieber gezwungen, sein Spielsystem etwas umzustellen. Somit wird Lukas Lässer der Alleinunterhalter im Diepoldsauer Angriff sein. Unterstützt vorne rechts wird er von Kapitän Malik Müller, der von der Mitte auf die Position des Zweitangreifers wechseln wird. Seine Position in der Abwehrreihe wird Fabian Marthy übernehmen. Kenneth Schoch und Stefan Eggert spielen weiterhin in der Abwehr auf den Flügeln. Zudem steht Trainer Sieber im Notfall selbst als Einwechselspieler bereit. Dass diese Formation durchaus schlagkräftig ist und man mit den Rheininslern auch diese Saison rechnen kann, zeigten die beiden topbesetzten Turniere in Deutschland.

Formation trotzdem schlagkräftig

In Stammheim verlor man einzig das Viertelfinale gegen das Spitzenteam aus Linz-Urfahr und eine Woche später konnte man sogar mit dem Turniersieg in Vaihingen an der Enz brillieren. Dabei schlug man einige Topteams, darunter auch zweimal die österreichische Nationalmannschaft. Lukas Lässer ist bereits in einer sehr starken Frühform, die Abwehr steht stabil und auch Müller findet sich auf seiner neuen Position von Spiel zu Spiel besser zurecht.

Sollte das schmale Diepolds­auer Kader über die Saison verletzungsfrei bleiben, steht einer positiven Saison nichts im Weg. «Wir haben zurzeit einfach Spass am Faustballspielen und jeder gibt Vollgas. Können wir diesen Elan durch die Saison mitnehmen, bin ich optimistisch, dass trotzdem der Finaleinzug möglich ist. Klar wird es schwieriger als letztes Jahr, aber das Team ist in den vergangenen Jahren so zusammengewachsen, dass man sich der Herausforderung ohne Probleme stellen kann», gibt Müller die Marschroute vor.

Gleich das Derby gegen Widnau

Im ersten Spiel kommt es bereits zum Nachbarschaftsderby gegen Widnau. Die Widnauer haben kein einziges Vorbereitungsturnier bestritten, somit ist es schwierig, mit welchem Kader sie auflaufen werden.

Man muss schon von Anfang an bereit sein und gut ins Spiel finden, um die ersten zwei Punkte einzufahren. Man wird dem Gegner auf jeden Fall auf Augenhöhe begegnen und hofft dabei, von vielen Zuschauern zu den ersten zwei Punkten getrieben zu werden. In das zweite Spiel ge­-gen die Thurgauer aus Wigoltingen geht man als leichter Aussenseiter.

Die Mannschaft um Kapitän und Neu-Nationalspieler Marco Eymann hat die letzte Saison überlegen dominiert und wird auch dieses Jahr als heissester Titelkandidat gehandelt. Die Diepoldsauer wollen jedoch ihre Aussenseiterchancen nutzen und dem Gegner ein Bein stellen. Mit einer tadellosen Leistung wird auch in diesem Spiel einiges möglich sein. (mm)

Fokus Weiterentwicklung

Faustball Die Diepoldsauer Damen haben eine ähnlich spannende Saison vor sich wie die Männer. Sie werden am kommenden Sonntag gegen die routinierten Teams aus Schlieren und Embrach antreten. Hauptangreiferin Tanja Bognar weilt diese Saison im Ausland (Sprachaufenthalt) und steht deshalb Trainer Toni Lässer die ganze Saison nicht zur Verfügung. Für sie wird die junge Eva Tüscher ins Nationalliga-A-Team stossen und probieren, die entstandene Lücke so gut wie möglich zu schliessen.

Liga-Aufstockung: Kein Absteiger bei den Damen

In ihrer ersten Saison in der höchsten Spielklasse darf man von ihr noch keine Wunder erwarten, jedoch besitzt sie durch Auftritte mit dem U18-Nationalkader bereits Erfahrungen auf hohem Niveau. Dadurch, dass die Liga zur Saison 2018 auf neun Teams aufgestockt wird, kann dieses Jahr keine Mannschaft absteigen. Somit kann das Diepolds­auer Damenteam ohne Druck in die Saison starten und sieht dies als Möglichkeit, die Spiele zu nutzen, um sich stetig weiterzuentwickeln. Wer weiss, vielleicht kann das Team von Kapitänin Eva Lässer überraschen und dem ein oder anderen Favoriten doch ein Bein stellen? (mm)