FAUSTBALL: Umjubelter Sieg am Heimeuropacup

Der SVD Diepoldsau-Schmitter wiederholt den grössten Erfolg der Vereinsgeschichte und holt am internationalen EFA-Cup die angestrebte Goldmedaille. Die Gastgeber überzeugen mit einer makellosen Bilanz ohne Niederlage.

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Das Team um Trainer Sieber darf sich über eine bärenstarke Leistung freuen. (Bild: mm)

Das Team um Trainer Sieber darf sich über eine bärenstarke Leistung freuen. (Bild: mm)

Der EFA-Cup in Diepoldsau war nach dem ersten Spieltag fest in Rheintaler Hand. Dank ihren Gruppensiegen waren die Nachbarvereine Diepoldsau und Widnau am Samstag direkt für das Halbfinal qualifiziert. Somit konnte man vermeiden, bei heissen Temperaturen über die kraftzehrende Hoffnungsrunde gehen zu müssen. Walzenhausen schaff- te es hingegen ohne Cyrill Schreiber nicht, sich für die Hoffnungsrunde zu qualifizieren, zumal man mit Lukas Züger auf einen weiteren Angreifer verzichten musste. Dieser hatte kurz vor dem Turnier einen Autounfall und liegt im Spital. Im Spiel um Rang sieben mussten sich die Vorderländer dann auch dem vierten Schweizer Vertreter STV Oberentfelden in zwei Sätzen geschlagen geben und klassierten sich so schliesslich auf dem achten Rang.

Diepoldsau muss über die volle Distanz

Im ersten Halbfinal stand Faustball Widnau dem routinierten Team des MTV Rosenheim aus Oberbayern gegenüber. Trotz einer kämpferischen Leistung und zwischenzeitlichen Führungen in allen Sätzen schafften es die Rheintaler nicht, einen Satz nach Hause zu bringen. Zu gut aufgelegt war der Weltmeister in Rosenheims Reihen Steve Schmutzler. Obwohl die beiden Mannschaften auf Augenhöhe agierten, machte meist das Team aus Deutschland die Big Points. Widnau verlor die Partie mit 3:0 in Sätzen und konnte «nur» noch um die Bronzemedaille kämpfen.

Danach stand der SVD im Einsatz. Nachdem die Hausherren gegen den frischgebackenen österreichischen Staatsmeister Freistadt am Vortag noch klar mit 2:0 gewonnen hatten, war das Halbfinal eine deutlich spannen- dere Angelegenheit. Diepolds- au erwischte einen etwas verkrampften Start und verlor den ersten Satz mit 8:11. Danach nahm das Team von Trainer Sieber das Heft in die Hand und diktierte das Spielgeschehen. Mit einem 11:8 im zweiten und einem 11:5 im dritten Satz konnte Diepoldsau in Führung gehen. Die Rheininsler hatten das Spiel eigentlich klar im Griff. Da sie aber wieder den Start in Satz vier verpassten und diesen deutlich verloren, mussten sie in den entscheidenden fünften Satz gehen. Dort startete Diepoldsau furios und konnte sich zum Seitenwechsel einen 6:1-Vorsprung erspielen. Beim Stand von 10:6 kam Diepoldsau zu vier Matchbällen. Es dauerte aber bis zum Stand von 10:9, bis einer auch ver- wertet wurde und Diepoldsau ins «Finale dahoam» einziehen konnte.

Undankbarer vierter Rang für Widnau

Im kleinen Finale hatten Widnau und Freistadt mit viel Wind zu kämpfen, was es für beide Teams extrem schwierig machte, präzise genug zu spielen. Die ersten beiden Sätze waren äusserst eng, und beide Teams entschieden je einen davon erst in der Verlängerung für sich. Beim Stand von 1:1 in Sätzen schien es dann aber so, als hätte Freistadt noch einige Kraftreserven mehr. Die Österreicher konnten sich jeweils mit einigen starken Bällen absetzen und holten die Sätze drei und vier. Sie verdienten sich dadurch die Bronzemedaille. Widnau blieb aufgrund der beiden Niederlagen in der K.-o.-Phase auf dem undankbaren vierten Platz stehen, konnte mit den gezeigten Leistungen aber sehr zufrieden sein.

Gastgeber reagieren stark auf den Satzrückstand

Im Endspiel stand das Heimteam dann Rosenheim gegenüber. Die Teams kannten sich bereits aus der Vorrunde, als Diepoldsau die Partie mit 2:1 in Sätzen für sich entschieden hatte. Den Beginn in das Finale diktierte Rosenheims Angreifer, indem er immer wieder mit langen Bällen punktete. Bei leicht einsetzendem Regen ging der erste Satz mit 11:7 an die Gäste. Mit einem am Service glänzend aufgelegten Lukas Lässer reagierte Diepoldsau aber postwendend und konnte den zweiten Satz mit dem gleichen Resultat zu seinen Gunsten entscheiden. Die Partie konnte auf beide Seiten kippen, und keines der beiden Teams schaffte es in dieser Phase, sich abzusetzen. Es schien, als würde die eine Platzhälfte mehr Glück bringen. Denn nach dem Seitenwechsel war es wiederum Rosenheim, das durch ein 11:7 mit 2:1 in Führung ging. Durch die Einwechslung von Simon Lässer stand Diepoldsaus Defensive aber nun wieder viel kompakter. Schmutzler kam am Service nicht mehr durch, und Diepoldsau punktete munter weiter. So wie es scheinbar vorgesehen war, ging Satz Nummer vier wieder mit 11:7 an Diepoldsau. Also musste der Sieger dieser packenden Partie im Entscheidungssatz ermittelt werden. Und die Rheintaler hatten den längeren Atem. Sie erarbeiteten sich zum letzten Seitenwechsel bereits ein kleines Punktepolster. Beim Stand von 10:6 kam dann die Erlösung, nachdem Rosenheim den Ball nicht ins Diepolds- auer Feld spielen konnte. Diepoldsau erkämpfte sich zu Hause den viel umjubelten Sieg beim EFA European Cup und konnte somit den grössten Vereinserfolg aus 2010 wiederholen. (mm)

EFA-Cup, Diepoldsau

Halbfinal: Diepoldsau – Freistadt 3:2.

Widnau – Rosenheim 0:3.

Spiel um Platz 3: Widnau – Freistadt 1:3.

Finale: Diepoldsau – Rosenheim 3:2.